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Der junge Jude · 1929-11-01 · Heft 4-5 (November 1929) · page 4

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 4-5 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Dieselbe moralische Qualität halben wir jetzt in der Araiberfraig£t zu bewähren. Wir glauben nur dann an das Gelingen unseres Wer kes, wenn es nicht im Gegensatz steht zu den fortschrittlichen und befreienden Kräften der Welt. Die Araber haben das primitivste Recht schwer verletzit — wir dürfen um unserer Bewegung willen uns nicht im kleinsten Punkte ihnen gegenüber ins Unrecht, setzen. Deshalb dürfen wir auch nicht anteillos dem Kampfe zusehen, der sich jetzt im deutschen Zionismus abspielt. Der Revisionismus und die mit ihm verbundenen Gruppen stellen eine deutliche Gefahr für diese moralische Kraft unserer Bewegung dar. An sich ist diese Auseinandersetzung kaum ein politischer Kampf. „Starke" und 5,sehwache" Politik gegenüber England heißt nur immer starke oder schwache Tönung unseres Geschreies. Es ist mit Recht darauf hingewiesen worden, daß starke und schwache Politik England gegenüber davon abhängig ist, was wir England zu bieten, was England von uns zu fürchten hat. Das heißt nicht, daß wir nichts zu bieten, daß England nichts von uns zu fiürchten hat. Aber joder, der nachdenkt, wird wissen, daß darüber hinaus nur die moralische Kraft unserer Bewegung England oder die Welt beeindrucken kann, wobei wir uns der Grenzen der Wirksamkeit auch dieser Macht bewußt sind. Ein politischer Kampf aber innerhalb des Zionismus um starke öder schwache Politik verdeckt anderes, supht nur primitive Parolen in den Dienst des Machtstrebens einzelner Gruppen zu stellen, diejenigen Gruppen des Zionismus aber, die heute eine Propaganda gegen die Araber machen, gefährden unmittelbar das Aufbauwerk imd damit vor allem das Werk der Arbeiterschaft. Es ist mit Recht hervorgehoben worden, daß erst unter dem Druck der letzten Ereignisse die Araber Palästinas sich zu einer Einheit zusammengeschlossen haben. Die Beschlüsse des arabischen Kongresses, diejenigen mit dem Boykott zu belegen, der Boden an Juden verkauft, der Wirtschaftsboykott zwischen Juden und Arabern, stellen eine viel gefährlichere Fortsetzung des Kampfes dar, als der bewaffnete Zusammenprall selbst es gewesen ist. Es gilt eine einheitliche Front gegen diejenigen herzustellen, die die scharfmacherische Politik der Araber mt gleicher Münze beantworten wollen. Es gilt das Gesicht auch des deutschen Zionismus dahin zu bestimmen, daß die moralische Haltung auch diesem schwersten Problem des Augenblicks gegenüber gewahrt bleibt. Ueber diesen Anlaß hinaus sollten die sozialistischen Gruppen im Zionismus, die bisher außerhalb der ZVfD. gestanden haben, jetzt einen engen Zusammenschluß mit der ZVfD. anstreben. Die Diskussion über diese Frage ist alt, sie ist auch in diesen Blättern, besonders in der letzten Nummer des „J. J.", geführt worden. Sie soll hier nicht wiederholt werden. Aber wir sollen wissen, daß die Auseinandersetzung mit anderen und insbesondere bürgerlichen Gruppen des Zionismus außer bei Gemeinde- und Kongreßwahlen nur in einer einheitlichen Organisation als Kampfbasis möglieh ist. Nicht Koa-, lition mit dem Bürgertum, sondern Herstellung eines Raumes für äen Kampf um zionistische Auffassungen ist die Aufgabe dieses Zusammengehens. Alle Analogien über die Bedeutung der Koalition aus dem deutschen sozialistischen Leben sind abzulehnen. Der deutsche Arbeiter kann sich dem deutschen Kapitalisten in der Wirtschaft und im Parlament zum Kampf um die Gestaltung der Ge- 98

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