Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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BUCHBESPRECHUNGEN Eingelaufene Bücher und Zeitschriften : Gustav Landauer, Sein Lebensgang in Briefen unter Mitwirkung von Jna Britschpi - Schimmer, herausgegeben von Martin Buber. Bütten & Loening, Frankfurt a. M. 1929. Gustav Regler, Der Zug der Hirten. Otto Quitzow Verlag, Lübeck 1929 Das proletarische Schicksal. Ein Querschnitt durch die Arbeiterdichtung der Gegenwart, Herausgegeben von Hans Mühle. Leopold Klotz Verlag, Gotha 1929. Oscar Neumann, Flucht aus der Zeit, Gedichte. C. F. Wigand Verlag, Bratislava 1929. Max Beermann, Beiträge zur Wesenserkenntnis des Judentums. Verlag der Abwehr-Blätter Berlin o. J. Ludw. Holländer, Deutsch-jüdische Probleme der Gegenwart. Philo-Verlag, Berlin 1929. Max Adler, Der Arbeiter und sein Vaterland. E. Laubsche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1929. Erich Mühsam, Von Eisner bis Levine, Fanal-Verlag, Berlin 1929. Fanal, ni 7. 8 Anarchistische Monatsschrift.Herausg.ErichMühsam Max Adler Der Arbeiter und sein Vaterland E Laubsche Verlagsbuchhandlung Berlin 1929. In einer dünnen Broschüre von 48 Seiten untersucht Max Adler das Verhältnis der Sozialdemokratie zum Wehrproblem, wie es ist und wie es sein sollte. In der Einleitung, in der Adler sein Kecht darlegt als „ausländischer" Genosse zur Frage der „deutschen" Sozialdemokratie Stellung zu nehmen, entschuldigt er sich, daß er nichts neues zu sagen vermag, denn der Marxismus, auf dem seine Erkenntnisse fußen, ist über die achtzig schon hinaus. Traurig ist nur, daß dieses Büchlein, das voller Selbstverständlichkeiten ist, geschrieben werden muß, daß aber diese Selbstverständlichkeiten sozialistischer Prinzipien, von denen, die in ihren Aemtern als Reichskanzler, Minister, Polizeipräsidenten etc. dem Willen ihrer Wähler zuwiderhandeln, scheinbar noch nicht begriffen ist. — Adler reiht einige Daten aneinander, die zum Magdeburger Parteitag die Debatte vorbereiten sollten. Begonnen im August 1928, in dem fast zu gleicher Stunde unsere deutschen „Genossen" den Panzerkreuzer bewilligten, um sich ihre Ministersitze zu wahren, und der Internationale Sozialistenkongreß sich gegen jede Kriegsrüstung erklärte, beschlossen mit den Maivorgängen 1929, bei denen ein sozialdemokratischer Polizeipräsident bankrott machte und seine Unfähigkeit seinen Posten zu bekleiden und seine für die Gegner unschätzbare politische Dummheit bloßstellte. Das Buch ist sachlich fundiert und entwickelt seine Ideen auf marxistischer Grundlage. Doch wenn die Krücken fallen ... S. 38: w Die Forderung der Beseitigung der Wehrmacht bedeutet also nicht Wehrlosmachung des Landes. Wer dies so auffaßt, der geht von einer sinnlosen Auffassung aus, als ob nämlich schon die Aufstellung der Forderung die Beseitigung des bürgerlichen Wehrsystems, des Militarismus, bedeuten würde, also gleichsam diese über Nacht beseitigt werden könnte.* . . . Immer das alte Lied: Wir schimpfen auf Müllern, wir wissen, er bleibt. M. R, Kurt Tucholsky Das Lächeln der Mona Lisa Ernst Rowohlt-Verlag Broschiert Mk. 5,—, Lcinenbd. Mk.7,50 „Aus einem völkischen Kochbuch: Man schneide einen alten Juden in nicht zu dünne Scheiben, wälze ihn in einer Mehlschwitze und überstreue ihn vorsichtig mit etwas gestoßenem Berliner Tageblatt. Die Mischung lasse man in einem Stahlhelm dreimal aufkochen und serviere heiß. Ein Hakenkreuz aus Mazze wird den Äppetit jedes deutschen Gastes anregen." Nach dieser scherzhaften Einleitung ist es schwer, in der Besprechung dieses sehr amüsanten und sehr ernsten Buches fortzufahren. Tucholsky setzt 52