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Der junge Jude · 1929-06-01 · Heft 2 (Juni 1929) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 2 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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kreis ist noch wenig ausgebaut, da wir die Bäckerei erst ganz kurze Zeit betreiben. Wir haben außerdem noch eine Tischlerei, in der 2 Tischler ständig arbeiten und zwar nur für uns. Anfänge einer Schusterei sind auch vorhanden. Zu erwähnen wäre noch Baumschule und Garten. Hühner haben wir z. Z. nicht. In einem Monat beginnen wir jedoch mit der Neueinrichtung eines Hühnerstalls. Auch was das Eindringen ins Hebräische betrifft, kann man erfreuliche Feststellungen machen. Die Plugah hat zu diesem Zweck einen tüchtigen Lehrer von der Waadath Hatarbuth *) gestellt bekommen. Jeden Abend nach der Arbeit wird in 9- Kursen hebräisch gelernt. Man glaubt daß die neuen Einwanderer aus Deutschland spätestens in einem halben Jahre vollkommen hebraisiert sein werden. Unsere Ohawerim haben doch zum Unterschied der schon in der Plugah ansässigen Ohawerim eine bestimmte Erziehung zur Gemeinschaft genossen, und auch ihre Zugehörigkeit zu einem Jugendbund hat ihre Bedeutung für die Lebensgestaltung dieser Menschen in der Plugah gewonnen, „Man hat das größte Verständnis für die Fortsetzung und Festigung unserer Beziehung für die Bewegung in Deutschland Es wird noch verständlicher dadurch, daß sich hier die Führerschaft der sozialistischen Jugend befindet. All unsere Fragen werden öffentlich im Eßsaal behandelt und zwar als wichtige Fragen der Kwuzah überhaupt. Wir sind vorwärts geschritten, zwar wird noch viel Deutsch gesprochen, aber in den primitivsten Diogen können sich schon alle hebräisch verständigen. Ich bin nicht im Zweifel, daß dieser Vers ach schon heute als um vieles gelungener betrachtet werden kann, als diejenigen, die bisher im Lande gemacht worden sind: Kwuzah Zwi, Blaaweiß und Chefzibah, wo man noch heute Deutsch als Umgangssprache hat." Außer den Oaawerim des Kibbuz Cheruth haben nur einzelne Ohawerim geschrieben. Aus ihrea Briefen geht ebenfalls hervor, daß sie zufrieden sind. * In diesem Monat hat man in Erez Israel das 25. Jubiläum der 2. Alijah gefeiert. In den Erinnerungen an jene Zeit schilderten die Ohawerim die Tatsache der 2. Alij ih als etwas Heroisches in der Entwicklung Palästinas Tatsächlich erfüllten die Ohawerim eine historische Aufgabe, indem sie einen Zusammenbang von Generationen des arbeitenden Jischuw möglich machten. Hoffentlich gelingt es auch unsern Ohawerim, mit dem Beginn ihrer Alijah den Zusammenhang für die weiteren Generatiouen zu sichern. Mosche Brachmann. *) Bildungsausschuß der Gewerkschaft. AUS EINEM BEGONNENEN TAGEBUCH LANDAUERS Hedwigs Üfirchen. Sie hatte immer den Wunsch, daß derQlasdeckel sich schließen ließe. Ich habe es manchmal versucht, (auch verschiedene Uhrmacher); er sprang immer wieder auf. Jetzt wo sie nicht mehr da ist und ich liebend mit den Gegenständen verkehre, die sie geliebt hat, habe ich's mit mehr Geduld versucht; und nun schließt der Deckel, und das Uehrchen ist wieder, wie es war, wie es Hedwig sich in den Jahren vergebens gewünscht hat. 49

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