Mannheim
Compact Memory

Der junge Jude · 1929-06-01 · Heft 2 (Juni 1929) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 2 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3497353-3497361-3497363--292-3497868
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Unter den 10 Chaweroth gehörten 8 der Landwirtschaft oder dem landwirtschaftlichen Haushalte an. Die restlichen 2 hatten eine Spezialausbildung. Von den 25 Ohawerim waren 12 vier oder mehr Jahre in der Hachscharah, 11 drei bis vier Jahre und 2 zwei bis drei Jahre. Von den 10 Mädchen waren 6 vier oder mehr Jahre in der Hachscharah, 3 drei bis vier Jahre und 1 zwei bis drei Jahre. Die hebräischen Kenntnisse waren diesmal insofern zufriedenstellend, als 25 Ohawerim die hebräische Sprache soweit beherrschten, daß sie sich schriftlich und mündlich verständigen konnten. Einige unter ihnen beherrschten die Sprache vollkommen, ganz besonders trifft dies für die Kwuzah Chuljah zu. Die Gesamtzahl der ins Land gekommenen Ohawerim und Chaweroth beträgt etwa 60. Die Kwuzah Ghuljah ging nach Eechowoth und machte den Versuch, sich als selbständige Kwuzah zu erhalten. Das gelang ihr jedoch nicht und ein Teil von ihnen schloß sich der Kwuzah „Sohiller" in Eechowoth an Die übrigen (meistens Ohaweroth) gingen in einen Meschek Hapoaloth Der Kibbaz Cheruth schloß sich der Plugah des Kibbuz Hameuchad in Eechowoth an, nachdem ein Teil der vorher ins Land eingetroffenen Ohawerim im Kibbuz Hameuchad zu arbeiten begannen. Die Einzelchawerim haben Arbeit in den Kolonien von Jehuda gefunden. Soweit Berichte von den Ohawerim aus Erez Israel einlaufen, ist aus ihnen Zufriedenheit mit der Lage zu erkennen. Fast alle bedauern daß man in der Galuth das Leben Palästinas nur pessimistisch malt. Sie meinen, daß die richtige Darstellung über die Verhältnisse Palästinas nicht nur darin besteht, lediglich die negativen Seiten des Aufbauwerks hervorzuheben. Aus einem Briefe des Kibbuz Cheruth seien in diesem Zusammenhange folgende Gedanken zitiert: „Unsere Ankunft und unser Aufenthalt ist für uns alle eine große und angenehme Ueberraschung gewesen, denn wir haben uns alles viel schwarzer vorgestellt. Man kann nun der Ansicht sein, daß die Ueberraschung gut ist und unser Einleben hier erleichtert. Dies letztere mag vielleicht richtig sein, aber wir dürfen nicht die Kehrseite der Medaille vergessen. Wieviele unserer Menschen und nicht gerade die schlechtesten haben uns durch diese Berichterstattung beeinflußt, verlassen? Wie oft hörten wir daß unsere Menschen nur „Kanonenfutter" für irgendeine Illusion seien? Diese Art der Berichterstattung liegt vielleicht in der ganzen Art und Möglichkeit einer Palästinaberichterstattung von Deutschland aus begründet. Informationsquelle für diese Berichterstattung ist größtenteils die Presse. Es ist aber selbstverständlich, daß die Berichterstattung einer Zeitung sich viel mehr mit den ungünstigen als mit den günstigen Dingen beschäftigt. Ueber die Ereignisse in Petach Tikwah sind viele Spalten gefüllt, darüber, daß es Kolonien gibt, in denen es ganz anders aussieht, schreibt man nicht. Es ist ja nicht nötig, man will ja in den letzteren nichts ändern . . . . " Die einigermaßen günstigen Verhältnisse in der Kolonie Eechowoth haben sicher dazu beigetragen, daß die Ohawerim sich besser einzuleben beginnen, als sie es früher gedacht haben. Der Merkas Alijah sowie die Leitung des Kibbuz Hameuchad haben großes Verständnis für die besonderen Schwierigkeiten unserer Menschen. Hinzu kommt, daß alle Arbeit haben. „Das Essen ist reichlich und verhältnismäßig sehr gut, ist jedenfalls um vieles besser als in den Meschakim. Wißt Ihr, was das bedeutet? Auch die Wohnungsbedingungen sind besser als in früheren Zeiten. Darum ist die Gesamtstimmung gehoben, „Die Plugah besteht seit ungefähr 2 Jahren und setzt sich aus den 46

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.