Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 2 (1929-1930)
- Issue
- Heft 2 (Juni 1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE DEUTSCHE ALI]AH IN EREZ ISRAEL Die praktische Arbeit der Chaluzorganisationen in der Galuth geht darauf hinaus, dem Chawerim die Möglichkeit der Uebersiedlung nach Erez Israel zu geben, um sich dann in den arbeitenden Jischuw des Landes einzugliedern. Der Erfolg oder Mißerfolg dieses Versuches ist sowohl für jeden einzelnen Chawer von großer Bedeutung als auch für die gesamte Ohaluz und Jugendbewegung in der Galuth. Begreift man, daß die Arbeitereinwanderung nach Brez Israel aul Jahre hinaus eine Einwanderung junger Menschen sein wird, so muß man zugeben, daß die Sorge um das Bestehen und die Weiterentwicklung einer Chaluz-Jugend alle Kreise der zionistischen Bewegung erfassen muß. Schon aus diesem Grunde kann man nicht an der Alijah, und mag sie noch so klein sein, stillschweigend vorbeigehen. Der Merkas Hechaluz erhielt für Deutschland 35 Zertifikate. Die Exekutive setzte klare Eichtlinien für die Verteilung der Zertifikate fest, laut welchen nur Chawerim des Hechaluz oder des Chaluz Hamisrachi als Zertifikatbewerber in Frage kamen. Da die Zahl der Zertifikate auf Grund einer vorhergehenden Prüfung des Arbeitsmarktes bestimmt wurde und die Untersuchungskommission zu dem Ergebnis gelangte, daß für die Alijah nur Menschen in Frage kommen, welche genügende Vorbereitung und innerliche Bereitschaft für die Arbeit in den Kolonien haben, so sah sich die Exekutive genötigt, auch hierfür klare Eichtlinien aufzustellen. Es sollten in erster Linie nur solche Chawerim berücksichtigt werden, die eine langjährige Ausbildung in einem Hachscharahkibbuz in der Galuth genossen haben und als Chawerim einer geschlossenen Gruppe nach Erez Israel zu gehen beabsichtigten. Die Exekutive erkannte die Forderungen des Merkas Alijah der Histadruth an, daß 'die Einwanderung in organisierter Form und zentral geregelt vonstatten zu gehen habe. Iu kleinerem Umfange sollten auch Facharbeiter zugelassen werden, und zwar dachte man an Handwerker, welche ihrer Ausbildung nach für den Hafenbau in Frage kommen. Diese Bestimmungen machten in Deutschland besondere Schwierigkei" ten, da der deutsche Hechaluz erst vor einigen Jahren die vom Jungjüdischen Wanderbund ausgehenden Tendenzen zur Schaffung von Hachscharahkibbuzim übernommen hatte. Die Alijah-Sperre hat natürlich die Zahl der Alijahbewerber wachsen lassen. Die Mehrzahl derer, die seit einigen Jahren nicht zur Alijah zugelassen wurden, verlangten mit Recht Zertifikate. Die besonderen Anforderungen des Landes und der Wille des Hechaluz, nur solche Chawerim ins Land zu schicken, von welchen man der Annahme sein konnte, daß sie die besten Voraussetzungen dafür haben, verdoppelte die Schwierigkeit der Entscheidung. Die Palästinaamtskommission hat wie gewöhnlich die Aufgabe gehabt, die Vorschläge des Merkas Hechaluz zu beraten und bei der Aufbringung der finanziellen Mittel für die Alijah behilflich zu sein Zwei organisierte Gruppen meldeten sich zur Alijah, der Kibbuz Cheruth vom LI.W.B. und die Kwuzah Chuljah. Die meisten Chawerim der beiden Gruppen sind nach Erez Israel gefahren, ohne die schon an sich geringe Zahl von verfügbaren Zertifikaten in Anspruch zu nehmen. So kam es, daß der Kibbuz Cheruth mit 34 Chawerim und die Kwuzah Chuljah mit 16 Chawerim ins Land kamen. Der Eest der Zertifikate wurde zwischen den Einzeichawerim und einigen Handwerkern verteilt, Die Zertifikate entfielen auf die folgenden Berufe: Landwirte Schmiede Landwirtschaft). Bauarbeiter Geflügel u. Säuglingspflege Maschinensohloss spez. Beton Bienenzucht 29 1 1 2 1 1 45