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Der junge Jude · 1929-06-01 · Heft 2 (Juni 1929) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 2 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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mit der entfernten Möglichkeit der Erschütterung als „aufdringlich" und „deplaziert" empfunden wird. Das sind dann auch diejenigen, die gegen Zusammenarbeit der Jugend, ganz gleich auf welchem Gebiete sind. Im Gespräch mit ihnen verzweifelt der Empfindliche an soviel auf Beschränktheit gegründeter „Sicherheit". Kommt es doch schließlich zu einer systematischen Auseinandersetzung dessen klare Durchführung uns als „Sieger" hervorgehen lassen würde, so wird dieser der Boden durch das Geständnis entzogen, daß die ganze Frage „im übrigen nicht interessiere" Durch dieses — sehr häufig der Wahrheit entsprechende — üeständstchen wir dann mit einem Male am Ende unserer Bemühungen. Wir sind dann die Versagenden. Der Gegner hat sich unangreifbar gemacht — hinter der aufrichtigen Erklärung, daß ihn die Frage nichts anginge. Da liegt der Unterschied zwischen den Generationen: heute können jüdische junge Menschen für sich subjektiv wahr, den Zusammenhang mit dem jüdischen Schicksal leugnen. Als einzelne erleiden sie es auch nicht mehr. Auf die Frage: „Spricht nichts in dir?" können sie unangreifbar mit „nein" antworten. Das konnte die ältere Generation kaum. Wenn dort ein Einzelner den Zusammenhang mit dem Jüdischen leugnete, so war das subjektiv unwahr, so mußte er etwas unterdrücken, so blieb er reizbar und empfindlich, wenn Jüdisches an ihn wieder herantrat. Wir dürfen nicht tibersehen, daß das heute in Deutschland anders ist. Anders besonders bei der Jugend, die überhaupt nicht erfaßt ist. Unerfaßt von einer Organisation, einem Gedanken und einem Schicksal. Trotz der Rejudaisierung der jüdischen Jugendbewegung wächst die Zahl dieser Unerfaßten und Unerfaßbaren. Diesen gegenüber steht heute die jüdische, zionistische und nichtzionistische Jugend, die für den Palästina-Aufbau eintritt, in einer Reihe. Die menschliche und gedankliche Verbindung untereinander wächst dauernd, das geht soweit, daß manchmal der Unterschied zwischen ihnen aufgehoben scheint. Beide bejahen äußerlich gesehen das Basler Programm, indem beide eintreten für die Schaffung der öffentlich -rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina. Wo liegt da noch der Unterschied? Die Grenze ist diesmal zuerst von unseren nichtzionistischen Freunden gezogen worden, das ergibt sich aus der Art, wie der Unterschied formuliert wird. Die Zionisten sind Galuthverneiner, die Nichtzionisten sind Galuthbejaher. Max Mayer hat in der vorigen Nummer des „J.J." gezeigt, wie alle Theoretiker des Zionismus auf die Gallith Wert legen, wie für alle die Sorge um die Galuth eine bedeutungsvolle, zionistische Aufgabe ist. Stärker noch als die zionistische Theorie spricht hierfür die Praxis des Zionismus Die nationale Autonomie in den Ländern der jüdischen Massensiedlung, die Sorge um das materielle Wohl und den kulturellen Bestand durch ein nationales Schulwerk sind Gegenstände aktivster zionistischer Ga*uthpolitik. Der Zionismus 35

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