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Der junge Jude · 1929-06-01 · Heft 2 (Juni 1929) · page 6

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Journal
Der junge Jude
Volume
2 (1929-1930)
Issue
Heft 2 (Juni 1929)
Date
1929-06-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Stärkung des Jüdischen wollen und gegen die Beteiligung am Palästinawerk sein kann, dass die Möglichkeit, eine Neubelebung des Jüdischen zu versuchen, erst dadurch gegeben worden ist, daß Palästina gebaut wird, daß dadurch Geistiges neu entsteht, daß das Hebräische, daß die Bibel, auch die von Buber-Rosenzweig, erst dadurch auch der nichtzionischen Jugend geschenkt worden sind, daß es den Zionismus gibt. Das hat auch ähnlich Hermann Gerson in der Beilage „Von deutsch-jüdischer Jugend" der C.V.-Zeitung vom 14. April 1929 ausgeführt. Das, was der Zionismus an Kulturellem hervorgebracht hat, bildet heute teilweise die Grundlage der jüdischen Existenz der nichtzionischen Jugend. Einige Führer dieser Jugend wissen das bereits, manche sprechen es auch aus, in allen Gliedern dieser Bewegung aber ist ein Respekt vor dem Palästinawerk vorhanden, eine innere Verpflichtung. Mancher wehrt sich gegen sie—aber sie ist da—wie bei uns Zionisten. Und weil diese Verpflichtung da ist, hat die Entscheidung der älteren Generation eine so tiefe Bedeutung auch für die Jungen gehabt. Das auch so schon zwischen Ablehnung und Gefolgschaft schwankende Verhältnis der Jungen zu den Alten wäre in reine Ablehnung verwandelt worden, wenn die Entschließung der Aelteren gegen jenes innere Verpflichtungsgefühl gegenüber Palästina bei den Jüngeren ausgefallen wäre. Das Ergebnis der Abstimmung war dann ja bekanntlich dies, daß eine korporative Beteiligung des C. V. an der J. A. gegen eine starke Minderheit abgelehnt worden ist. Diese negative Fassung schließt aber keineswegs eine Beteiligung der einzelnen C. V.eran der Agency aus. Und weiter: Zur Minderheit gehörten zum größten Teil die Menschen, die in der Arbeit des C. V. den ersten Rang einnehmen. Das Verhältnis zwischen der älteren und der jüngeren nichtzionistischen Generation ist daher nicht erschüttert worden, im Gegenteil: Einige Aeltere haben sich neue Sympathien der Jüngeren erworben. Dabei darf keineswegs verschwiegen werden, daß die positive Stellung zum Palästina-Aufbau innerhalb der nichtzionistischen Jugend lokale Grenzen hat: Es gibt Teile Deutschlands, in denen auch die Jugend dem Palästina-Aufbau genau so verständnislos gegenübersteht wie die ältere Generation dort. Da ist trotz stärkster Assimilation Angst vorhanden, durch eine Sympathieerklärung für Palästina nicht genügend „deutsch" zu scheinen, da besteht noch die Mauer, durch die die Gefahr der Existenz verdeckt wird. Oder es herrscht jene Blasiertheit, die gegenüber dieser Gefahr sich gleichgültig verhält, die sich eingebettet weiß in die Sicherheit einer bürgerlichen Existenz, in die Verbindung mit ein paar „angesehenen1' Nichtjuden und in eine wohlwollende Ueberheblichkeit allem Jüdischen gegenüber. Der Diskussion weichen diese Menschen aus, teils weil deren Ergebnisse in jedem Falle als gleichgültig angesehen werden, teils weil schon das Heranbi ingen der Fragen 34

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