Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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Hachscharaherlebnisse des jungen Kibuz alle Träume zu verwirklichen schienen, die die Leute um den Kibuz webten. Trotz der Mannigfaltigkeit des kultureLlen Niveaus wurde ein gesellschaftlich vorbildliches Leben geschaffen. Die intensive Kulturarbeit gab Grund zu hoffen, daß die oft großen Unterschiede in der allgemeinen Bildung sich im Laufe der Zeit verwickelten Stufe zurücklassend. Nach große Krise und vernichtete vieles von dem kaum Geschaffenen. Nur ein kleiner Teil des Kibuz blieb zusammen, während die Mehrzahl im Laufe der langen Hacfrscharahzeit abfiel. Nur ein Häuflein von Menschen blieb seinen Zielen treu und ging nach Eerez, die Bewegung auf einer unentwickelten Stufe zurücklassen. Nach kurzem Verweilen im Lande kamen sie zu der Ueberzeugung, daß der einzige Weg für sie der Kibuz Arzi ist und ordneten sich im Kibuz Herzliah in Haifa ein. Die zweite Gruppe kam ein halbes Jahr nach der ersten ins Land. Der Großteil dieser Leute kam aus der Jugendbewegung „Techeleth-Lawan". Diese Gruppe konzentrierte sich auf einem Hachscharahort und1 nachdem sie sich der Haschomer-Hazairbewegung anschloß, schuf sie eine Arbeitsgemeinschaft, deren Ziel es war, die Anhänger des Kibuz Arzi zusammenzufassen. Während der Anwesenheit M. Jaaris in der CS.R. gelang es, den Kibuz zu reorganisieren und mit der Arbeitsgemeinschaft zu vereinigen. So entstand der Kibuz Hasch. Hazair aus der Tschechoslowakei. Gleich nach der Neuschaffung des Kibbuz gingen die ersten Leute nach Erez, um sich mit den dort befindlichen Chawerim zu vereinigen, jedoch, trotz des guten Willens beider Teile, scheiterte dieser Plan aus verschiedenen Gründen (verschiedene Mentalität und Erziehung)- Das Verhältnis beider Gruppen entwickelte sich im ungünstigen Sinne und nach Ablauf eines halben Jahres kam es zu einer Teilung. Die slovakische Gruppe blieb im Kibuz Herzliah, welcher inzwischen in Merchawiah zur Änsiedlung kam, während der tschechische Teit in den Kibutz Bethi des Haschomer Hazair nach Mischmar Haemek übersiedelte. Jedoch unter dem Drucke der palästinensischen Wirklichkeit und mit Rücksicht auf die Lage den Bewegung in der Diaspora erkannten beide Teile die Notwendigkeit einer Vereinigung, welche auch nach längeren Besprechungen zustande kam» Mitte September übersiedelten beide Teile nach Kfar Tabor (Meschah) und von dieser Zeit an begannen wir mit der Schaffung eines selbständigen Kibuz im Lande. Der Kibuz zählt jetzt 30 Menschen, davon kamen 10 mit der neuen Alijafr, doch ist sie nicht abgeschlossen, wir erwarten in Kürze noch Olim. Wir ordneten uns durch den Merkas-Awodah bei einem Kwisch (Straßen)-Bau, der von Meschah nach Afuleh führen wird, ein. Dlie Arbeitsbedingungen sind nicht besonders günstige, die Arbeit ist in Akkord übernommen, der Verdienst ist durchschnittlich 23 Grusch (4r60 M.) pro Tag, was bei den hiesigen Verhältnissen keine große Summe ist. Ein Teil der Leute sind noch Neulinge in der Arbeit, was den Verdienst auch beeinträchtigt. — Wir wohnen in einer Baracke des Merkas-Awodah und in einigen Zelten. Wegen Platzmangel mußten wir uns eine Wohnung im Dorfe mieten. Die Küche und Wäschekommune werden von den Mädchen geführt. Bei Vergrößerung der Mädchenzahl werden die Mädchen auch zur Kwischarbeit herangezogen» — Außer dem Kibuz sind noch: ca. 25 Arbeiter beim Kwisch beschäftigt; wir haben einen Arbeiterrat geschaffen, welcher unsere gemeinsamen Interessen zu vertreten hat. Auch mit der Tarbutharbeit haben wir begonnen, das Kulturprogramm umfaßt Sozialismus, jüd. Arbeiterbewegung in der Galuth und Erez, Kibuz Arzi; außerdem werden Referate über atuelle Themen gehalten. In der Tarbutharbeit werden wir auch vom Waad-Poel des Kibbuz Arzi durch entsenden von Referenten unterstützt. Unsere Aussprachen sind offen und es beteiligen sich an ihnen die übrigen Arbeiter und die Meschaer Dorfjugend, die uns öfters besucht. 38