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Der junge Jude · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · page 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 41)
Language
German
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Das Hauptgewicht wird natürlich auf Hebräisch gelegt, wir sind darin schon so weit, daß alk Chawerim (mit einigen Ausnahmen der neuen Aliiah) geläufig sprechen und unsere Sichoth hebräisch stattfinden. Es hat sich auch ein Kurs für arabische Sprache gebildet Unsere Bibliothek ist ziemlich reichhaltig, es fehlen nur einige grundlegende Werke über Sozialismus, die aber langsam gekauft werden* Auch Zeitungen und Zeitschriften erhalten wir teils durch unsere Organisation und teils durch Einzelne. In einigen Wochen wird die Arbeit beendet; welches unser nächster Arbeitsplatz sein wird, ist noch fraglich; Aussichten sind für Arbeit während der Orangenernte in den Kolonien. iMescha B. Moazah und Seminar des Hechaluz in Deutschland- Im Dezember fanden in und bei Berlin die Moazah und das Seminar des deutschen Hechaluz, statt. — Die Moa" zah, die 2 Tage (mit ausgiebiger Benutzung der Nächte) andauerte, beschäftigte sich vor allem mit zwei; Fragenkomplexen: mit der Hachscharah und kulturellen Arbeit und der Frage ^Jugendbewegung und Hechaluz", welch letztere in der Diskussion auf die Frage des Haschomer Hazair in Deutschland verengt wurde- Im ersten Teil der Moazah wurde die Tätigkeit des verflossenen Jahres, was Ausbildung und kulturelle Arbeit angeht, scharf unter die Lupe genommen. Als ein wesentliches Ergebnis der Aussprache kann die allgemeine Forderung nach Schaffung von Bauernzentren als Ausbildungsstätten vermerkt werden. — Die psychologischen und gesellschaftlichen Schwierigkeiten des Zusammenlebens in der kleinen Hacfoscharahgruppe wurden aufgezeigt, ohne daß man eine reale Antwort auf diese so sehr aktuelle Frage hätte geben können. Die einzig angemessene Lösung — Vergrößerung der Zentren — bietet nur wenig Aussicht — bei der schwierigen Lage auf dem Arbeitsmarkt und dem anwachsenden Antisemitismus — realisiert zu werden. Als Ergebnis des zweiten Teiles der Moazah kann ein Beschluß betrachtet werden, in dem die Moazah in ihrer Mehrheit sich gegen die Absicht des Haschomer Hazair wendet, in Deutschland eine Organisation zu schaffen und in diesem Versuch eine Schwächung der einheitlichen Kraft der chaluzischen Jugendbewegung erblickt. Anschließend an die Moazah fand das Seminar des Hechaluz statt, an dem sich über 100 Chawerim aus fast allen zionistischen Jugendbünden Deutschlands beteiligten. Das achttägige Programm umfaßte eine große Reihe wesentlicher Referate. Von ihnen seien nur genannt: Das deutsche Judentum (Kanowitz); Nichtzionistische Lösungen der Judenfrage (Blumenfeld); Verwirklichungswege des Sozialismus (Fritz Lewy); Die Weltwirtschaftskrise (Sternberg); Messianismus in der Bibel (Soloweitschik); Die Frau in der modernenG esellschaft (Mathilde Wurm); Jiddische Dichtung (Tscharny)- Das Seminar litt ohne Zweifel unter der allzu großen Teilnehmerzahl, die es erschwerte, das in den Referaten Gegebene in Aussprachen fruchtbar zu verarbeiten. Man griff so einige Male zu dem Ausweg, die Teilnehmer in kleinere Kreise zu teilen- In dieser Form wurde die Aussprache über die Referate „Verwirklichungswege des Sozial/smus" und „die Frau in der Gesellschaft" geführt. Von Bedeutung waren auch die Sichoth über .,die Kwuzah", wenn sie sich auch leider von dem in dem einleitenden Referat Liebensteins gewiesenen allgemeinen WTeg entfernten und sich wesentlich auf die ideologischen Probleme und Streitfragen der Kibuzbewegung konzentrierten. Am Frettag Abend wurde das zehnjährige Bestehen der Histadruth gefeiert- Min gab der unlöslichen Verbindung zwischen Arbeiterschaft und Chaluzbewegung Ausdruck und hörte Worte von Gordon und Brenner. Die Horra, die sich beim Klang der Geige bis zum frühen Morgen hinzog, bildete den Schluß des Abends W. 39

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