Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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der Abgrund — ein Abgrund, der unüberbrückbar zwischen ihm und denen klafft, zu welchen er sprach. Es lag etwas Tragisches darin, daß diesem Menschen, der uns allen lieb und teuer ist — eine Saite verborgen blieb, jene Qrundsaite, die dem Herzen des jungen Juden soviel sagt, die ihm von einem anderen Leben, einer anderen Zukunft spricht____ Und nach ihm — die Worte Tabenkins, die wie Feuerzungen heraufbrachen und in den Herzen das Bewußtsein entzündeten: es gibt keinen Zionismus außer dem Zionismus der Arbeit. Und nach jenen Stunden, die den großen Ernst und die Fruchtbarkeit dieses Lebensweges an den Tag brachten, kamen Stunden, die voller Innigkeit und Freundschaft waren. Diese Stunden erhöhten jeden Menschen. Man saß die ganze Nacht bis zum anderen Morgen. Alle lebten in der Sache. Mit jenem Abend war das Band noch nicht zerrissen. Der Abschied zog sich einige Tage hin. Man lebte noch in dem Haus, enger zusammengedrängt in der Wohnung, die den Chawerim noch zur Verfügung stand. Tag um Tag begleitete man einige Chawerim, die sich auf den Weg machten und die Uebrigen blieben weiter zusammen. Nacht um Nacht saß man und besprach sich bis in später Stunde und zuweilen bis zum anderen Morgen. Es war eine ernste Atmosphäre und echte Kameradschaftlichkeit untereinander wie bei Menschen, die durch eine große Sache verbunden sind und sie umfaßte alle die Chawerim aus Erez-Israel, die hier ihre Arbeit taten und die Chawerim aus der Qolah. Der Schwerpunkt lag auf Erez-Israel, daß das Herz entzündete. Man hatte das Gefühl, als ob hier eine Menschengruppe entstanden war, die mit Blutsbanden dem Wesentlichen verbunden war. Man empfand, daß viele Chawerim die wunderbarsten Stunden ihres Lebens erlebten, daß in ihnen das Gefühl von großem Reichtum war, der ihnen aus diesem Lebensweg kam. Das Andenken dieser Stunden wird lange bleiben. ZUM 11. JAHRESTAGE VON TEL-CHAI Worte Josef Trumpeldors. Vergiß nicht, daß du nach Erez-Israel gehst, nicht um Heldentaten auszuführen, sondern um zu arbeiten. * Ganz so, wie ich mir nicht vorstellen kann, daß ein Tag kommen wird, an dem ich mich mit der bestehenden kapitalistischen Ordnung aussöhnen könnte, — ebenso wenig kann ich mich je mit der augenblicklichen Lage des jüdischen Volkes, der Lage von Knechten, die von ihren Herren abhängig sind, abfinden. * Nicht ein Schwert, sondern Frieden bringen wir* nach Palästina. Nur eine außergewöhnliche Situation könnte uns zwingen, unsere Spaten in Schwerter umzuschmieden. 28