Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 4 (1931)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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sahen wir näher zu- und bemerkten kleine Strohstückehen. Nun war es klar: die Mäuse hatten unsere Saat aufgefressen. Die Kleinen regen sich sehr auf und fangen an, fürchterlich zu schimpfen: „Verdammte Mäuse! Taugenichtse! Na, wenn ich jetzt eine von ihnen gefangen hätte, dann würde ich es ihr schon geben." Nun haben sie verstanden, wie groß die Gefahr der Feldmäuse ist. Es entwickelt sich ein Gespräch über die Mäuse. — Am selben Tag hat man beschlossen, den Klee zu bewässern, um die Mäuse zu ersäufen. Ich wollte die Aufmerksamkeit der Kinder auf diesen Vorgang lenken. Sie kamen aber selbst dazu. Sie versuchten, Mittel gegen die Mäuseplage zu finden. Dani schlug zuerst vor, auf dem ganzen Felde Mäusefallen aufzustellen und die gefangenen Mäuse in den Bach zu werfen. Aber die Kinder erwiderten — ganz ernsthaft —, daß es auf diese Weise wohl nicht gelingen würde, alle Mäuse zu fangen. Jonathan schlug vor, alle Löcher im Felde zu verstopfen. Usi springt ihm entgegen: „Du bist ein großer Schlaukopf! Die Mäuse werden wieder neue Löcher graben. Glaubst du, es sei schwer für eine Maus, ein neues Loch zu graben?" Die Diskussion wird sehr erregt geführt. Ich stehe bei Seite und mische mich nicht ein. Die Kleinen diskutieren mit Hingabe und Eifer. Ganz wie die Großen. Arjeh sagt: „Man muß in die Felder gehen, Blechbüchsen mitnehmen und ganz laut an die Büchsen schlagen. So wie wir es bei den Heuschrecken taten. Dann werden die Mäuse einen Schrecken bekommen und weglaufen." Die Kinder brachen in Lachen aus und schreien einstimmig: „Ach, du Kluger. Mäuse sind doch keine Heuschrecken. Sie werden sich in ihren Löchern verstecken." Es wird still. Man denkt angestrengt weiter nach. Erela schlägt vor: „Man muß die Mäuse ersticken." Ich frage: „Wie denn?" Erela: „Ja, es gibt doch so eine Maschine." Ich erzähle ihnen, daß man mit der Maschine nicht viel erreichen kann. Plötzlich schreien Usi und Arjeh zusammen: „Ach, wir wissen es schon. Man muß in der Mitte des Feldes einen Herd bauen. Dann werden die Mäuse in ihren Löchern vom Rauch erstickt." Uri hat noch einen besseren Vorschlag: „Man soll die große Küche in die Mitte des Feldes bringen, die hat genug Rauch. Davon werden sicher alle Mäuse sterben." Die Kleinen sind aber mit dem Vorschlag unzufrieden. Die zwei Usis raten, man solle doch die Mäuse ertränken. Ich freute mich über diesen Vorschlag und fragte: „Wie den?" Usi: „Man muß einen Graben inmitten des Feldes ziehen." Und ein anderer: „Besser bringen wir die Regenanlage aus dem Garten zu den Mäusen". Allmählich kamen die Kinder auf alle Bewässerungsarten zu sprechen. Wie kann man in die Felder Wasser gegen die Dürre und zugleich gegen die Mäuse leiten? Nach vielem Hin und Her faßt Usi zusammen: „Am besten durch Gräben." Jetzt erzähle ich den Kindern, daß man heute wirklich auf die Kleefelder hinausgeht, um sie zu bewässern. 19