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Der junge Jude · 1931-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1931) · page 5

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Journal
Der junge Jude
Volume
4 (1931)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Weltorganisation zu untergraben. Manche Revisionisten schlagen sogar vor, man solle die „vermoderte" zionistische Organisation verlassen. Man ist entrüstet über die Parteiwirtschaft, die die einheitliche praktische Arbeit hemmt und versucht, die einheitliche Organisation der palästinensischen Arbeiterschaft durch parteiische revisionistische Gruppen zu stören. (Daß dies kläglich mißlingt, ändert nichts an der Absicht.) Und all dies ist verständlich. Der Revisionismus hat kein Interesse daran, daß die nationalen Institutionen im Zionismus und im Jischuw moralisch stark und sachlich erfolgreich sind. Seine Existenzberechtigung sucht er gerade in ihrem Zusammenbruch, in ihrer angeblichen Unfähigkeit. Außer seinen außenpolitischen Manifestationen hat der Revisionismus kein beachtenswertes Programm. Er hat aber ein politisches Ziel: Die Macht im Zionismus an sich zu reißen. Und weil er kein Programm hat, kann er auf verschiedene Volksschichten nur dann werbend wirken, wenn sie in den heutigen Methoden der zionistischen Bewegung keinen Ausweg sehen und von den heutigen Führern enttäuscht sind. Darum auch die Hetze gegen Weizmann. In der revisionistischen Konferenz in Tel-Awiw stand überhaupt außerhalb jeder Diskussion, daß Weizmann -ein Verräter ist. Die Frage war nur, ob er den Verrat bewußt oder unbewußt begangen habe. Der Führer der palästinensischen Revisionisten, von Weisl, versicherte sogar, daß er einen Finanzplan hätte, der die gesamte wirtschaftliche Lage im Lande ändern würde, daß er diesen aber nicht veröffentlichen wolle, weil er von Weizmann, wenn er ihm zu Ohren gelangte, vereitelt würde. Der Revisionismus hat zweifellos in Palästina verhältnismäßig große Kreise erfaßt. Sein Angriff gegen die Arbeiterschaft zwar ist kläglich zusammengebrochen. Die palästinensischen Revisionisten haben nicht die Lächerlichkeit ihres Versuchs empfunden, jüdische Arbeiter in Palästina durch Aufhetzung gegen die Führer oder durch Versprechen „jedem ein Haus und jedem eigenen Boden44 zu werben. Bei den Wahlen zur Assefath Niwcharim wurde keine Arbeiterstimme für die Revisionisten abgegeben. Noch nie war die sozialistische Arbeiterschaft moralisch und zahlenmäßig so stark (52% aller Stimmen), wie bei diesen Wahlen. Aber das Wachsen des Revisionismus in den bürgerlichen Kreisen, insbesondere in Palästina, ist nicht zu leugnen. Es wird zu -einer Gefahr. Es ist nicht nur Klassensache der Arbeiter, sondern allgemein Sache des gesamten Zionismus, sie zu überwinden. Auch bei anderen Völkern ist es gefahrbringend, die Massen von tatsächlichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch außenpolitische Hetze abzulenken. Bei uns aber, wo der wirtschaftliche Aufbau des Landes den eigentlichen Sinn des Zionismus bedeutet, ist diese Ablenkung eine innere Untergrabung jeder zionistischen Arbeit. Es ist wohl kein Zufall, daß manche besonders gesinnungseifrige palästinensische Revisionisten vorgeschlagen haben, die Versendung der zionistischen Gelder nach Palästina einzustellen, um durch eine Krise im Lande England zur Busse zu zwingen. Diese 3

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