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Der junge Jude · 1930-05-01 · Heft 3 (Mai 1930) · page 29

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Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 3 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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Trennung der Oiawerion des Hapoel Ha&air, der Ghawerim aus Daganiah besonders schwer machte, war nicht mir, daß wir uns -als ihre Chawerim bei politischen Abstimmungen fühlten, 'vielmehr daß wir gemeinsam in denselben ethischen Werten unserer Bewegung lebten. Unsere gleiche Beziehung zur Arbeit, zur Natur, zur Kameradschaft und Liebe, zur Gleichheit und Familie, zur inneren Umwandlung des Menschen, die gemeinsame ethische Forderung, daß wir den Ansprüchen einer neuen Gemeinschaft im Lande gewachsen sein müssen, das hat den Grund für die Vereinigung vor 10 Jahren in OPetach Tikwah gelegt und soll bei der jetzigen Vereinigung den Ausschlag geben. Es ist wahr, daß die Forderungen der persönlichen Verwirklichung und der chaluzischen Ethik heute bei uns schwächer geworden sind, aber sie waren es, die über unsere Einigkeit gewacht haben, die uns das Recht gaben, Führer der jüdischen Jugend zu sein. Die innere Forderung, den arbeitenden gerechten Menschen zu schaffen, den Menschen der Natur, diese Forderung, die die Grundlage der Kwuzah ist, soll nach dem Ichud stärker werden. Das Gefühl, daß unsere Bewegung große ethische Werte hat, ist nebenbei nicht nur (bei uns vorhanden. Dieses Gefühl kennzeichnet jeden Aufstieg der Arbeiterbewegung. Als der Schöpfer der Massen-Arbeiterbewegung, Lassalle, die Arbeiterklasse dazu aufrief, die (bestehende Gesellschaft zu erobern, tat er es im Namen der ethischen Werte, und als Träger der Verantwortung für die Zukunft der ganzen Gesellschaft. Unser Schicksal ist es, zu .kolonisieren, und eine neue Wirtschaft in einer Zeit zu schaffen, in der die Kilassenerkenrutnis des Arbeiters im Aufsteigen begriffen ist. Darum ist unsere Aufgabe, und die Verantwortung unserer Klasse und Partei einzigartig. Darum hat unsere Schöpfung nicht nur für unser Volk, sondern auch für die allweltliche Arbeiterschaft einen einzigartigen Wert. Ich muß noch eine Besonderheit hervorheben: Das Wesen unseres Verhältnisses zur internationalen Bewegung. Die jüdische sozialistische Bewegung war von ihren Anfängen her international, sie stand an der Spitze der -kosmopolitischen Bewegung. Aber nicht so .war unser Internationalismus. Er ergab sich, aus der Erkenntnis, daß unsere Interessen die Interessen der gesamten Arbeiterschaft sind. Unser Internationalismus ist auf keinen altruistischen Impuls aufgebaut, er ist keine Verzichtleistung auf unsere Eigenart, und kein kurzsichtiger Utilitarismus, sondern er beruht auf der Identität der Interessen, auf unseren Klassenbeziehungen zur allweltlichen Arbeiterbewegung, die aus unseren Interessen und unserem Leben heraus entstanden sind. Wir gründen den Internationalismus nicht darauf, daß wir das Volk opf ern oder bestimmte Aufgaben zurückstellen. Auch bauen wir unser; Verhältnis zu den Arabern auf der Bejahung und dem Glauben an die gemeinsame objektive Stellung. Wir können uns keinen Internationalismus vorstellen, der fordert, daß der jüdische Arbeiter auf Boden und Arbeit verzichtet, der das Volk ohne Zukunft, ohne Basis, ohne Arbeiterklasse, und ohne Heimatland läßt. Ein derartiger Internationalismus ist in seinen Grundlagen verurteilt. Die Achduth Haawodah bringt einen Internationalismus mit sich, der auf gegenseitige Hilfe, auf gemeinsame Interessen der Arbeiter alie Völker basiert ist, und nicht auf Verzichtleistungen und Selbstgeringschätzung, auch nicht auf Verdrängung anderer. Diese Worte geben kein Gesamtbild, sie geben keine Wertung der Leistungen der Achduth Haawodah innerhalb der Histadruth, im Jischuw, im Zionismus, im Hechaluz» in der Jugend, in Erez Israel und in der Galuth; der Leistungen auf dem Gebiete des Selbstschutzes, des Gesundheitswesens, der Aneignung der Sprache, der Erziehung. Die Achduth Haawodah hat einen Klassencharakter auf allen Gelbieten des Lebens und Wirkens gebracht. Sie war überall, wo man dem Arbeiter zu einem Sieg verhelfen konnte. Ihr Wirken war von Erkenntnis bagleitet, die in den Worten Borochows ihren Ausdruck findet: »D er Zionismus wird durch den iK 1 a ss e n k a m p >f des Arbeiters verwirklicht.« 107

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