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Der junge Jude · 1930-05-01 · Heft 3 (Mai 1930) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 3 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Die Zahl der Mitglieder dieser Kommunen beläuft sich ungefähr auf 1200. Dem „Ohewer Hakwuzoth"*) sind meistens angesiedelte landwirtschaftliche Kommunen angeschlossen. Unter ihnen auch die ältesten Kommunen im Lande: Dagania und Kinereth. In den Kolonien ist ihm nur eine geringe Anzahl von kleinen Gruppen angegliedert. Obwohl ein Teil der Genossen dieser Eichtung zu den ältesten Kwuzaansiedlern gehört, haben sie sich organisatorisch am spätesten gefunden. (Die endgültige Gründung des „Chewer Hakwuzoth" erst Herbst 1929). In der zionistisch-sozialistischen Jugendbewegung der Diaspora besitzt diese Richtung vorläufig keinen organisierten Anhang, obwohl die Gordoniahverbände in den verschiedenen Ländern Osteuropas zu ihr tendieren. Die Betrachtung dieser Kwuzarichtung wollen wir in diesem erstem Aufsatz nicht berücksichtigen, und ihn vollends der Untersuchung der beiden ersten Strömungen, die eine entscheiden e Holle in der Alijah der letzten Zeit spielten, widmen. — Bei Betrachtung aller Unterschiede und Verschiedenheiten der beiden Eichtungen wollen wir doch eins nicht außer Acht lassen: Im Wichtigsten sind beide Gruppierungen einig. Beide wollen soweit wie möglich die Arbeiterschaft Palästinas in kommunistischen Siedlungen zusammenfassen. Beide wollen die einwandernde jüdische Jugend in den Dienst dieses Werkes stellen. Sowohl der „Kibbuz Hameuchad" als auch der „Kibbuz Arzi" wollen aus den verschiedenen Kommunen in Land und Stadt eine einheitliche, eng verbundene Gesellschaft schaffen, die für die kulturelle, wirtschaftliche und politische Vorbereitung der Arbeiterschaft zum sozialistischen Erlebnis und zur sozialistischen Tat von entscheidender Bedeutung sein soll. Die wichtigsten Verschiedenheiten in der Gesinnung und der Gestaltung der beiden Kibbuzim lassen sich auf folgende Punkte zurückführen: 1. Meinungsverschiedenheiten in der Bewertung des Nachwuchses der kollektiven Bewegung. Der Kibbuz Arzi sieht den wertvollen Nachwuchs für die Kibbuzbewegung nur in den Jugendbünden. Er betont insbesondere, daß die Genossen des „Haschomer Hazair" einen besonderen Menschentyp bilden und sich dem anderserzogenen, nicht aus den Bünden stammenden Menschen, nicht assimilieren 'Sollen. In der Tat kommen zum Kibbuz Arzi nur Jugendliche aus den Kreisen des Haschomer Hazair. Sie stammen im Allgemeinen aus etwas mehr Wohlhabenden und intellektuellen Schichten, als das Groß der Chaluzbewegung in Osteuropa. In der letzten Zeit richtet der Kibbuz Arzi seine Aufmerksamkeit auch auf gewisse Jugendkreise der höheren Schulen Palästinas. Der Kibbuz Hameuchad schätzt wohl die Jugendbünde als die Pioniere der kollektiven Bewegung. Er legt viel Wert darauf, die Erziehung zum Kollektivismus in der Diaspora von der Kindheit an anzufangen. In den verschiedenen Jugendbünden sieht er ein wichtiges Mittel dazu. Er will sich aber nicht auf diesen Kreis beschränken, und er sieht in der Abgrenzung der Menschen der Jugendbünde von anderen Kreisen der kollektiven Bewegung im Lande eine Gefahr für beide Teile. Für ihn ist der Drang zur kollektiven Gestaltung eine notwendige Entwicklungsform der modernen Arbeiterbewegung überhaupt und der jüdischen ganz besonders. Sie entspricht den ökono- *) Der jetzt bestehende „Chewer Hakwuzzoth" soll nicht verwechselt werden mit einer gleichnamigen; losen Vereinigung, die in den Jahren 1925—1927 sämtliche kollektive Gruppen im Lande verbunden hat. 102

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