Mannheim
Compact Memory

Der junge Jude · 1930-05-01 · Heft 3 (Mai 1930) · page 23

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der junge Jude
Volume
3 (1930)
Issue
Heft 3 (Mai 1930)
Date
1930-05-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3497353-3497367-3497370--572-3497618
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Notwendigkeit, zur Chaluziuth zu erziehen, die wir im ersten Teil unseres Referates darstellen, trifft in diesen Tagen mit dem Ruf Palästinas nach neuen Mensehen zusammen. So hat die deutsehe zionistische Jugend über ihre eigenen Bedürfnisse hinaus in dieser Stunde die historische Aufgabe, zu einer mächtigen Erweiterung der Chaluzfront zu schreiten. Man machte zu bestimmten Zeiten Kreisen im Deutschen Zionismus eine gewisse Volksfremdheit zum Vorwurf. Für die zionistische Jugend in Deutschland besteht die Gefahr einer Entfremdung vom jüdischen Volke in einem besonders akuten Sinne. Sie wird dieser Gefahr nur dann entgehen, wenn sie sich klar darüber ist, daß ihr Weg zum Volk über die Chaluziuth führt. So ist die Chaluziuth heute mehr als eine erzieherische oder politische Forderung an die zionistische Jugend Deutschlands, sie ist ihre Schicksalsfrage. Wolfgang Orbach. STRÖMUNGEN IN DER KOLLEKTIVISTISCHEN BEWEGUNG PALÄSTINAS. Die palästinensische Kibbuzbewegung zeigt heute sowohl ideologisch als auch organisatorisch 3 verschiedene Strömungen. Andeutungen dieser Strömungen existieren im Lande bereits seit den ersten Anfängen der Bewegung. Nach dem Kriege sind sie mehr oder weniger zum Vorschein gekommen und in den letzten Jahren haben sie sich auch organisatorisch kristallisiert. Der zahlenmäßig relativ größte Teil der Kibbuzbewegung ist in dem „Kibbuz Hameuchad" zusammengeschlossen. Der „Kibbuz Hameuchad" zählt heute etwa 1700 Genossen in 17 Siedlungen und Gruppen. Er besitzt 6 landwirtschaftliche Siedlungen, 6 Gruppen (Plugoth) in den Kolonien, 4 städtische Gruppen und eine beim Jordanwerk. Der Kibbuz vereinigt Genossen von allen Einwanderungswellen. Er schließt sowohl M'enschen aus dem Kreis um Trumpeldor, (der seinerzeit den Versuch einer kommunistischen Ansiedlung plante), und dem der Mitgründer der ersten Kommunen, als auch Genossen von den letzten Alijoth zusammen. Mit dem Kibbuz Hameuchad sind ideologisch große Teile des Hechaluz und der Jugendbewegung in fast sämtlichen Ländern Europas verbunden.*) Das geistige Zentrum dieser Vereinigung ist in den letzten Jahren die größte kollektive Siedlung im Lande — Ejn Charod. Die zweite Vereinigung ist der „Kibbuz Arzi" des Haschomer Hazair. In ihm sind fast 1000 Genossen zusammengefaßt. Er hat 3 landwirtschaftliche Siedlungen und besitzt 13 Gruppen in 6 Kolonien und eine in Haifa. Der Kibbuz Arzi wurde nach vielen Versuchen im Jahre 1926 von Gruppen des Haschomer Hazair gegründet. Seine Genossen kommen sämtlich von den Landesverbänden des Haschomer Hazair aus den verschiedenen Ländern der Diaspora.**) Die 3. Strömung innerhalb der kollektiven Bewegung ist in der Arbeitsgemeinschaft der Kwuzoth („Chewer Hakwuzoth") vereinigt. *) Genossen vom „Haschomer Hazair" in Rußland, Lettland, Oesterreich und teilweise in Litauen und Rumänien, vom „Hechaluz Hazaii" und „Freiheit" in Polen, J. J. W. B. in Deutschland, „Techeleth-Lawan"- in S. R. usw. **) Aus Polen, Galizien, Rumänien, C. S. R., Belgien, Litauen und anderen kleineren Landesverbänden. 101

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.