Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 3 (März 1928)
- Date
- 1928-03-01
- Page
- Seite 99 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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der Revolution, die in dem jüdischen Leben vor sich ging: um sie herum haben sich die meisten Probleme des Zionismus konzentriert und sie wird auch in den künftigen Tagen das Zentrum sein. Die zionistische Bewegung steht noch jetzt am Anfange ihrer Eroberungen und auf den „Hechaluz" wartet auch in Zukunft die Aufgabe: „Für den Dienst am Volke bereit zu sein, den klaren Weg in der Epoche des Aufschwunges zu weisen, die Armee mit nationalem Heldenmut und Ausdauer zu bewaffnen, den am Beginn jeder abflauenden Epoche entstehenden Geist der Verzweiflung zu töten und übertriebene Zweifel an der Ueberwindung solcher Epochen nicht aufkommen zu lassen. Der reine nationale Wille, der sich seinen Weg durch das Volksinnere bahnt, kann sich nie der Chaluzbewegung entfremden, die seine Mission erfüllt. „Die zionistische Bewegung kann sich daher nie dein Hechaluz entfremden. Im gegenwärtigen Augenblick durchleben wir eine Epoche des Abflauens, aber wir haben den festen Glauben, daß die Tage des Aufschwunges in unseren Reihen zurückkommen werden. Und dann wird der Hechaluz seine Kräfte für die Verwirklichung des nationalen Willens erneuern und in den ersten Reihen der Aufbauenden stehen. Auf jene Stunde warten wir alle!" DIE 6. LANDESKONFERENZ DES DEUTSCHEN HECHALUZ Die diesjährige Landeskonferenz des Deutschen Hechaluz fand vom 3. bis 6. März im Jugendland Zossen bei Berlin statt und trug den Charakter eines Bundestages durch die Anwesenheit vieler Chawerim, durch die hebräischen Feiern und durch das Leben der „Chewrah" im gemeinsamen Konferenzheim. — Ausgehend von der Hachscharah als umfassende Erziehung des Hechaluz für die soziale und kulturelle Wirklichkeit eines Arbeiterlebens in Erez Israel, wurden die einzelnen Teilfragen fachlicher und kultureller Natur in der Generaldebatte ausführlich besprochen. Hervorzuheben wäre aus dieser Aussprache: die fast allgemeine Anerkennung des landwirtschaftlichen Kibbuz Hachschärah als Erziehungsfaktor, die Tatsache der übermäßigen Abwanderung der Mädchen aus den landwirtschaftlichen Berufen in die pflegerischen und die schwierige Lage in den städtischen Ortsgruppen des Hechaluz. Neben der Aktivierung der städtischen Ortsgruppen ist die Schaffung einer eigenen Lehrsiedlung von vielen Teilnehmern als die zentrale Aufgabe des nächsten Jahres hingestellt worden. Die Aussprache bestätigte auch die Feststellung des Merkasberichtes, daß die Schwierigkeiten des Jahres 1927 (Alijahsperre, psychische Auswirkungen der Situation auf die Galuth, usw.) weder zahlenmäßig noch stimmungsmäßig der Bewegung Abbruch getan haben, ja, daß sogar ein kleines Anwachsen der Mitgliederzahl zu verzeichnen ist. Wer die Schwierigkeiten der Situation kennt, in der sich die Hechaluzbewegung als der exponierteste Teil des Zionismus befindet, wird diese Tatsache zu werten wissen. In der Aussprache über die Lage im Lande wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß auf die vollständige Liquidierung der Arbeitslosigkeit eine Periode neuer kolonisatorischer Expansion, neuer Alijah folgen wird. Sehr ausführlich beschäftigte man sich mit gewissen Tendenzen im zionistischen Lager: die Arbeiterkolonisation bei der zukünftigen kolonisatorischen Tätigkeit in den Hintergrund zu drängen. Diese Tendenz, die auch in Deutschland zu finden ist, wurde als ein Angriff gegen den nationalen Aufbau und gegen die Chaluzbewegung bezeichnet und die Chaluzbewegung zum schärfsten Widerstand aufgerufen. — Interessant und wichtig in diesem Zusammenhang waren auch die Erklärungen von Dr. Rosenblüth namens der Z.V.f.D., der die Wichtigkeit der Chaluziuth für unsere Gesamtarbeit betonte und die Hilfe der 99