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Der junge Jude · 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 98

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 98 (sequence 28)
Language
German
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sich an solcher Schule Kurse für besondere Gruppen oder Bünde einrichten, so daß auch die Gemeinsamkeit des Lernens, die wertvoll genug ist, dem Bunde oder der Gruppe erhalten bleibt. Diese Schule der Jugendbewegung darf unter keinen Umständen eine neue Art von Volkshochschule sein, wo in Kursen von ein paar Abenden ein Gebiet in endgültiger Form abgehandelt wird. Sondern sie muß in viel tieferer Weise Bildungsarbeit leisten. Sie soll ja nicht „allgemeine jüdische Bildung" liefern, sondern sie soll die verschiedenen Gebiete jüdischer Werte in eingehender Weise geben. Dieser Plan scheint mir eine Forderung der Jugend zu sein. Ich glaube auch, daß er sich wird realisieren lassen. Er wird sich realisieren lassen müssen. Denn alle Bildungsarbeit der Jugendbewegung ist Stückwerk, muß notwendig Stückwerk bleiben — ohne eine Systematisierung der Arbeit. Wir haben über Bildung gesprochen, und Bildung war uns kein absteckbarer, umgrenzbarer Begriff. Ausbildung, Abgeschlossenheit der Bildung schien uns ein Unbegriff zu sein, weil Kultur etwas lebendiges, fortschreitendes ist, und weil der Mensch ein lebendiger, fortschreitender ist. Jüdische Bildung hieß uns also nicht nur die Aneignung eines bestimmten Maßes an Wissen. Sondern es hieß uns: durch Verknüpfung mit jüdischen Werten sich verantwortlich fühlen für die jüdische Zukunft. Das ist auch das Ziel unserer Jugendbewegung. Und deshalb tut ihr Bildungsarbeit not. UMSCHAU EIN BRIEF WEIZMANNS Für die Exekutive der zionistischen Weltorganisation richtete Chaim Weizmann folgendes Begrüßungsschreiben in hebräischer Sprache an die Zentrale des Welthechaluz*. „Die Zehnjahresfeier der Chaluzbewegung ist die Feier der ganzen zionistischen Bewegung. Das Streben nach gesundem und schöpferischem ökonomischem Leben, das die Hauptursache der Entstehung der zionistischen Bewegung war und zu der bedeutsamen Aenderung im Denken des Volkes führte, steht auch weiterhin im Zentrum der zionistischen Bewegung. Das Streben, den Staub eines jahrzehntelangen Luftmenschen-Lebens abzuschütteln und zur Arbeit und einem in jeder Hinsicht schöpferischen Leben überzugehen, ist heute noch weit entfernt von seiner vollkommenen Verwirklichung; es ist, trotzdem im Verlaufe der letzten zwei Generationen erkennbare Schritte zu seiner Verwirklichung in unserem Leben gemacht worden, noch heute in der Phase des Problematischen geblieben. „Aber die zionistische Bewegung und mit ihr der beste Teil der Nation, fühlt über jeden Zweifel erhaben, daß dieses Streben, welches seine Lebenssäfte aus der Tiefe der Volksseele zieht, seine Vollendung früher oder später finden wird. Das zionistische Gewissen fühlt die Größe des Wertes der Revolution, die aus dem Geiste des Volkes geboren wurde. Diese Aenderung der Werte ist der wesentliche Zionismus. „Die Chaluzbewegung ist das Symbol 98

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