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Der junge Jude · 1928-03-01 · Heft 3 (März 1928) · p. Seite 96

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 3 (März 1928)
Date
1928-03-01
Page
Seite 96 (sequence 26)
Language
German
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in „Schriften des A. T7\ Einleitung S. XX—XXXIL) Eventuell lassen sich Ausgrabungen, die musizierende oder singende Menschen darstellen, projizieren. (Material bei Greßmann, Altoriental. Bilder zum A,T, S. 150—152.) — Zur Lektüre in den übrigen Heimabenden läßt sich heranziehen, außer den Psalmen, die ja eo ipso hierhergehören (zum Psalter ist sehr zu verwenden der neue Kommentar von Gunkel und die Einleitung dazu, aber auch sehr nützlich zur Vertiefung des hebräischen Wortes der Kommentar von S. R. Hirsch), etwa folgende Auswahl: Hoheslied 3, 6—11; 7, 1—6; 5, 8—6, 3; 1, 5—7; Exodus 15, 1—7 (Meerlied); 1. Sam. ,1—10 (Dankliedj; Jesaja 5 (Weinberglied); Klagelieder 5 usw. Es lassen sich leicht mehr Lieder aufzählen. Ein Abend in diesem Cyklus müßte sich auch mit der Kunstform des althebräischen Liedes beschäftigen. — In der gleichen Art kann man historische, epische, prophetische Texte lesen und behandeln. Eine außerordentliche Rolle wird bei uns als Bildungsstoff immer die Geschichte spielen. Eine Religion, die so stark gemeinschaftsbetont ist wie das Judentum, muß notwendig mit der Geschichte dieser Gemeinschaft enger verknüpft sein, als eine Religion der Confessio, des persönlichen Bekenntnisses. Für uns ist unsere Geschichte kein bloßer Wissensstoff, sondern Wesenstoff, weil unser Wesen ohne unsere Geschichte nicht denkbar ist. Geschichte als Gegenstand unserer Bildungsarbeit kann nicht heißen das Kennenlernen und die Beherrschung der gesamten jüdischen Geschichte, sondern es kann sich bei der Geschichte als Bildungsstoff nur darum handeln, die jüdische Geschichte in ihren wesentlichen Epochen kennenzulernen und den Einfluß der historisch wesentlichen Persönlichkeiten aufzuzeigen. Im Ganzen aber wird es bei all diesen Dingen nicht darauf ankommen, in Einzelheiten stecken zu bleiben. Etwa ein Buch wie Simon Dubnows geschichtsphilosophischer Versuch wird die geschichtliche Erziehungsarbeit unserer Bünde auf das fruchtbarste anregen können. Zur Methode aber mochte ich bemerken, daß es nichts besseres gibt als die Lektüre der Quellen. Von den zu^ gänglichen Quellen möchte ich erwähnen die Höxtersche Sammlung, die ein sehr brauchbares Handbuch für die Lektüre von Quellen darstellt. Von der Emanzipationszeit gibt es ja direkte Quellen in sehr großer Zahl, angefangen etwa bei dem Dohmschen Buche über die Verbesserung der Juden bis zu Salomon Maimoris Lebensgeschichten, dem Sendschreiben an Teller usw., und dann weiter natürlich bis zur Geschichte der Gegenwart. Für die spanische Zeit kann man die Uebersetzung des Schewet Jehuda (von Wiener) in Auswahl lesen. Dazu gibt der zweite, eben erschienene Band von Höxter gute Ergänzungen. Für die Inquisitionsepoche ist zu empfehlen die Lektüre von Montanus, Praktiken der spanischen Inquisiton (Alf-Häger-Verlag 1925); für das 17. Jahrhundert außer Glückeis Memoiren etwa noch Da Costas, Beispiel eines menschlichen Lebens und seine Thesen gegen die jüdische Tradition (am besten in der Ausgabe von Gebhardt); Talmud-, Mischnah- und Kodexübersetzungen gibt es genügend. — Aber keine Vorträge und Referate, sondern Gespräche an Hand der Lektüre von direkten Quellen! Ein besonderes Kapitel bildet die hebräische Erziehung. Die Zahl derjenigen, die hebräisch können, wird außerordentlich überschätzt. Daß die 96

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