Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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sie auch von ihnen bewundert, gefeiert — jetzt mißverstanden. Die zionistisch-sozialistische Jugend- und Chaluzbewegung befindet sich trotz der „Krise" im fortwährenden Aufstieg. — Unsere Generation wird das Schicksal des Zionismus entscheiden. Jedes Jahr, das uns verloren geht, erschwert unsere Aufgabe, entreißt uns Möglichkeiten im Lande. Wir befinden uns gegenwärtig in einer Zeit des Stillstandes, und Stillstehen bedeutet für uns Rückwärtsgehen. Was kann uns aus diesem Zustande herausführen? Es gibt keine andere Kraft im jüdischen Volke, die diesem Zustand ein Ende bereiten könnte, als der Zionismus. Der bestehende Zustand kann nur geändert werden, wenn die zionistische Bewegung erneuert wird, wenn sie mit neuem Glauben, neuen Ideen, neuem Leben erfüllt wird, wenn sie wieder zur revolutionären Bewegung wird, die das gesamte Volksleben, auch das soziale, auf neuer Grundlage aufbauen will. — Gibt es eine andere Kraft im Zionismus, die geistig und organisatorisch stark genug wäre, diese Erneuerung durchzuführen, als die palästinensische Arbeiterbewegung und die Gruppen der Galuth, die mit ihr verbunden sind? Erneuerung bedeutet geistige Eroberung des Zionismus, bedeutet Intensivierung all seiner Arbeitszweige. Die Aufgabe wartet auf uns, einzig und allein auf uns. Doch sind die Voraussetzungen für die Erfüllung dieser Aufgabe bei uns gegeben? Nein, noch nicht. — Im „linken Flügel" des Zionismus herrscht Uneinigkeit und Zersplitterung. Ideologische Gegensätze verhindern ein Zusammengehen selbst bei Gelegenheiten, wo man derselben Meinung ist. Der Gruppenegoismus feiert seine Triumphe, und manche Teile der Jugendbewegung folgern aus ihrer gesonderten Existenz schon auf die Notwendigkeit einer besonderen politischen Ideologie. Die Zersplitterung ist in den letzten Jahren nur gewachsen. — Die palästinensische Arbeiterschaft hat uns durch die Schaffung der Histradruth Haowdim ein Beispiel für die Kraft, die der Einigkeit entspringt, gegeben. Doch auch dort ist das Werk unvollständig geblieben, und der Bruderzwist der zionistisch-sozialistischen Gruppierungen hat viele und wertvolle Kräfte der konstruktiven Arbeit entzogen. Die Vereinigung der zionistisch-sozialistischen Kräfte im Lande und in der Galuth ist die erste Voraussetzung für unseren Kampf im Zionismus, der im wahren Sinne zu einem Kampf um den Zionismus wird. Der Jugend, die unbeschwert von Vergangenheit und Tradition ist, fällt die entscheidende Rolle bei der Bildung dieses „Linken Blockes" zu. Der Kampf wird ein schwerer sein und jahrelang dauern. Für diesen Kampf gilt es, sich geistig zu rüsten. Diese geistige Rüstung, die heute noch mangelhaft ist, ist ebenso Voraussetzung des Gelingens wie die organisatorische. Welche Rolle fällt der zionistisch-sozialistischen Jugendbewegung in diesem Kampfe zu? Ihre erste und wichtigste Aufgabe ist und bleibt, Menschen für die Hachscharah und Alijah zu erziehen. Diese Aufgabe 58