Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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gebaut wird. Einstweilen aber werden die Häuser, die auf der Anhöhe jenseits des Jordans gebaut werden und zukünftig als landwirtschaftlicher Punkt dienen sollen, keineswegs nach dem Plane der Gebäude einer Kwuzah gebaut, wie zuerst verlautete- Die Kwuzah steht mit der Pika jahrelang im Kampfe um ihre „Kwuziuth". Sie hat auch deshalb und unvermittelt, mit einem Federstrich, ihr Budget eingebüßt, ohne daß man mit den Genossen der Kwuzah, die durch Einsetzung ihres Körpers und ihrer Seele an diesem grausamen Ort der durchaus kwuzistischen Jordanssenke sich ihr Recht erworben haben, die nötigen Beratungen gepflogen hätte. Liebe Provinz! Hier in der Kwuzah kommt es noch vor, daß man eine neue Aufzeichnung in der Presse, ein neues Buch gemeinsam liest. Man saugt das Geschriebene bis aufs Letzte aus und genießt die Welt des Erhabenen. Noch gibt es auch so etwas. Nach Mitternacht pflegt der Wächter viele der Chawerim mit einem Glas Tee zu laben, er reicht das Teeglas an die im Schöße der Nacht verstreuten Lager. Als gute Tat. Bei seinem Rundgang grübelt er über Schofmann und das Geheimnis der ihm geoffenbarten Selbstbeschränkung. Aus d. Kuntress übers, v. Dr. Max Meyer. MARDUK SCHATTNER: RANDBEMERKUNGEN ZUR FRAGE DER „DRITTEN GENERATION' Wie ist die Lage der zionistischen Bewegung in der Galüth, als Ganzes gesehen? — Es ist mit Recht gesagt worden: die psychologischen Auswirkungen der „Krise", sind in der Galuth viel größer als im Lande. Die Menschen im Lande, und nicht nur die Arbeiterschaft, haben mehr Mut und Vertrauen in das Gelingen des Werkes, trotzdem sie tagtäglich mit der harten Realität zusammenstoßen. Im Laufe weniger Jahre entstand der merkwürdige Zustand, in dem sich heute die zionistische Bewegung in fast allen Ländern befindet: Große Teile der „Massen" verließen die Bewegung, die Schicht der Führer, Vorstandsmitglieder, Redakteure usw. wurden immer mehr isoliert — von der Bewegung blieb nur noch das Skelett. Selbst dieser Führer- und Beamtenschicht fehlt es an Nachwuchs. Der Rückschlag im Verhältnis zu der Revolutionszeit ist nicht allein durch die allgemeine Reaktion und Ideenfeindlichkeit zu erklären. Es gibt eine viel tiefere Ursache. — Die „dritte Generation" des Zionismus hat nicht den Weg der zweiten fortgesetzt, sie ist nicht eine junge Auflage der zweiten. Sie ist die Generation des sich realisierenden Zionismus, der Chaluziuth. Revolution und Sozialismus bestimmten ihr Weltbild. Die palästinensische Arbeiterschaft und ihre Neuschöpfungen wurden ihre Gemeinschaft. Nur für diejenigen Teile der 2. Generation, die diese Wandlung mitmachten, gab es eine Brücke zur Jugend. Allen andern blieb sie fremd, zuerst wurde 57