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Der junge Jude · 1928-01-01 · Heft 2 (Januar 1928) · p. Seite 43

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Journal
Der junge Jude
Volume
1 (1927-1928)
Issue
Heft 2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 43 (sequence 5)
Language
German
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Organisation, der Träger einer bestimmten Funktion ist, ergibt sich daraus die doppelte Verpflichtung, seiner Spezialaufgabe zu genügen und gleichzeitig seine Stelle innerhalb der Gesamtorganisation zu erkennen. Gäbe es eine autoritative Leitung, die allgemeines Vertrauen genießt und in deren Händen nach der Ansicht aller Gruppen der Gesamtbewegung das Schicksal des Zionismus wohl aufgehoben ist, so könnte den Gruppen und der Gesamtbewegung manch ein Konflikt erspart bleiben. Aber bei dem Kräftedurcheinander, bei dem ewigen Kampf gegen die Geographie, bei der immer stärker werdenden menschlichen Differenzierung und angesichts der Tatsache, daß die Ausübung aller zionistischen Funktionen ausschließlich auf Freiwilligkeit beruht, ist bei jeder Gruppe ein ungeheures Maß von Selbstzucht, Selbsterkenntnis und freiwilliger Einordnung erforderlich, damit die Gesamtaktion erfolgreich weiter geht,-- Hinter uns liegt nur die erste Phase zionistischer Entwicklung. Der Zionismus kann nur bestehen, wenn in den nächsten Jahrzehnten eine wesentliche Vermehrung seines Besitzstandes erfolgt. Diese Expansion, die wir während der augenblicklichen, hoffentlich nur kurzen Atempause vorzubereiten haben, erfordert das Bestehen einer starken und wachsenden Zionistischen Organisation. Alle noch so geschickten Versuche, unsere Peripherie zu erweitern, und mit Nichtzionisten gemeinsam zu arbeiten, können nur dann den erwarteten materiellen Erfolg bringen, wenn eine große Schar geschulter, aufeinander abgestimmter, disziplinierter Zionisten vorhanden ist. Solche Zionisten können nur arbeiten, wenn sie ihren Platz in einer nicht nur dem Namen nach bestehenden organisatorisch durchgebildeten Gesamtorganisation finden. Wenn wir Fortschritte machen werden, dann werden in der zionistischen Welt neue Arbeitsgebiete entstehen, die richtig verwaltet werden müssen, und in dem heute komplizierten Mechanismus sollte keine Tätigkeit gering eingeschätzt werden, die für die Verwirklichung des Baseler Programms unerläßlich ist. Wir dürfen den echten Pionier als den schönsten Kraftbeweis der starken zionistischen Idee betrachten. Der Chaluz, aber noch mehr der Bund, der ihn erzieht, muß wissen, daß er andere zionistische Tätigkeiten, die für das Gelingen unseres Werkes unerläßlich sind, nicht verachten darf. Ein Mensch mit Persönlichkeitsgefühl hat es nicht nötig, seinen Wert sich selbst durch Verkleinerung seiner Umgebung vor Augen zu führen, die er doch nicht missen kann. Zu diesen Erkenntnissen kann jeder zionistische Jugendbund gelangen, wenn er nur seine eigene Entwicklung richtig zu deuten versucht. Die Blütezeit von Jugendbünden ist kurz, weil die Vereinigung der beiden Bestrebungen, menschliche Geschlossenheit des Bundes aufrecht zu erhalten und propagandistisch neue Menschen hineinzuführen, nur selten gelingt. Man will die Neuen, aber man fürchtet die Zerstörung der Sonderart durch das Eindringen fremder Elemente. Zum wesentlichsten Inhalt der Bundesarbeit wird daher die in natürlicher Isolierung erfolgende Abstimmung der Mitglieder aufeinander. Solch ein Bund kann es dann riskieren, mit der Gesamtheit seiner Mitglieder geschlossen die Alijah zu probieren und seine Sonderart in Erez Israel weiter zu entwickeln. Bleibt 43

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