Der junge Jude
- Journal
- Der junge Jude
- Volume
- 1 (1927-1928)
- Issue
- Heft 2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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einem Organismus einzufügen. Eine schwere Aufgabe für eine Schar von Chaluzim. — — Pioniere kolonisieren Palästina. Die Verwirklichung des Baseler Programms erfordert Pioniertum und die große Schar vorhandener Chaluzim, die bereit sind, ohne Rücksicht auf sonstige Möglichkeiten ihrer Entwicklung und gegen ihr unmittelbares wirtschaftliches Interesse unter schweren Bedingungen in Erez Israel zu arbeiten und auszuhalten. Für den zionistischen Jugendbund ist die Erziehung von ausgebildeten Arbeitern für Palästina ein so starker Inhalt, daß zu verstehen ist, wie dieser Chaiuzgedanke die gesamte Bundesvorstellung mit Ausschließlichkeit beherrscht. Gerade in einer Zeit, in der die Alijah fast unmöglich wird, und gleichzeitig eine große Zahl von Chaluzim auf ihre Alijah warten, werden Werturteile verständlich, die zusammen mit dem an sich schon isolierenden Bundesgedanken zu einer Trennung des Bundes von der zionistischen Gesamttätigkeit führen können. Als einzige Möglichkeit zionistischen Lebens erscheint das Chaluztum des Einzelnen. Je aussichtsloser die Verwirklichung der persönlichen Hoffnungen ist, um so mehr besteht die Neigung, diese äußeren Schwierigkeiten durch die Vorstellung zu kompensieren, daß die gesamte übrige zionistische Welt dem wahren Zionismus fremd ist und bestenfalls brauchbare, aber am Pioniertum gemessen geringwertige Hilfsarbeit verrichtet. — Der Jugendbund will in besonders ausgeprägter Form der unmittelbaren Verwirklichung des Zionismus dienen. Er muß also, wie immer er seinen eigenen Wert bemißt, klar darüber sein, wie es um diese Verwirklichung heute bestellt ist. Wer den Glauben hatte, daß die zionistische Bewegung das Instrument für einen auf kurze Zeit berechneten revolutionären Akt darstellt, den brauchen solche Ueberlegungen wenig zu berühren. In Revolutionen gingen Menschen verschiedener Schichten, verschieden an Bildung und auch verschieden in ihren Zukunftsvorstellungen, gemeinsam gegen einen gemeinsamen Feind vor. Wieviel Jahre auch die inneren und äußeren Vorbereitungen gedauert haben mochten, die Aktion war kurz und sehr bald erfolgte dann das Auseinanderleben der verschiedenen Elemente, die einmal gemeinsame Träger einer Kampfhandlung gewesen waren. In der zionistischen Welt täuscht sich niemand darüber, daß die Zionistische Organisation einem lange dauernden Prozeß zu dienen hat. Auch die optimitischsten politischen Jongleure in unseren Reihen, denen keine Zahl groß genug und keine Zeit kurz genug ist, rechnen mit 20 oder 30 Jahren. So verliert die Untersuchung, ob eine Generation oder mehrere Generationen erforderlich sind, für die Haltung der heute lebenden Bewegung an Gewicht, da auch 20 Jahre als Zeitraum für eine das Volk erneuernde einmalige Unternehmung nach allen geschichtlichen Erfahrungen eine unvorstellbar lange Zeit sind. Für einen Aufbau, der Jahrzehnte hindurch uns in Atem hält, ist ein System erforderlich, in dem alle diesem Werke dienenden Tätigkeiten ihren richtigen Platz erhalten, und für jeden Teil der Zionistischen 42