Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 6 (1920)
- Issue
- 29 (8.10.1920)
- Date
- 1920-10-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Seite 9 Jüdische Korrespondenz JUGENDGRUPPEN - BEIBLATT Agudas IjsroeL-Iugendgruppe. Wien, U., Obere Donaustraße 69. 46. Spendenliste. In der abgelaufenen Woche sind der Jugendgruppe nachstehende Spenden zugegangen: Paläftinafonbs: Durch Alfred Stroh K 200.—. Jeschivo-Sektion: F. N. 2000.—, anläßlich Chol- Hamoed K 410.—, N. N., VI. Bezirk, K 500.— (durch Sam. Stern), Osias Wagschal K 500.—. Flüchtlingsfürsorge: Lippe Türkel K 1000.—, Will). Schreiber K 1000.—, Jul. Leitner, Zürich K 500.—. Salomon Schreiber K 1000.—, David Schreiber K 1000—, Adolf Fischer K 500.—, Reinisch K 10.—, Lang K 10.—, Josef Wosner K 100.—, David Breuer K 100.—. Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, auf Postsparkassenkonto dir. 172829 für „Jugendgruppe" unb mit dem „Sektionsvermerk", oder an Herrn David Baumgarten II., Hermmeugaffe 13. Mitteilungen der Agudas Aftoel-Jugendgruppe. Berufung des Herrn Dr. Ben-Zion Feßler nach London. Herr Dr. Ben-Zion Feßler, der in das Zentralbüreau der Aguda in London berufen wurde, konnte zu seinem Bedauern an der Mitgliederzusammenkunft der Jugendgruppe am Chol-Hamoed infolge dringender unaufschiebbarer Arbeit nicht teilnehmen und empfiehlt sich daher auf diesem Wege bestens von allen Freunden und Gesinnungsgenossen. Winterlehrplan. Der Unterrichtsausschuß ist gegenwärtig mit der Ausarbeitung eines Winterlehrplanes beschäftigt, welcher für alle Altersklassen bedacht ist und werden wir denselben in der nächsten Nummer dieses Blattes veröffentlichen. Dringender Hilferuf! Für die ans Polen hierher geflüchteten Emigranten sind dringend große Mittel notwendig. Juden! Helfet euern vertriebenen und verzweifelten Brüdern, die nach mehrmonatiger Reise bei uns das erste Obdach gefunden haben. Spenden sind zu richten an die „Soziale Fürsorge" der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, H., Obere Donaustraße 69. Die Leitung der Sozialen Fürsorge der A g u d a s I i s r oe l -I u g end g r n p p e. Agudas Ijsroel-Jugendgruppe. Zentralleitung: II., Obere Donaustraße 6S (Eingang Floßgasse. Schirtrrm-Kirrteil'rrrrg x>otn 27. Tikcbri bis 3. MttrcbefcHwnn 5681 (9. bis 14. HKtober). Samstag, 1 -_.il Uhr vormittags: Sidroh mit Kommentar. Sr- Ehrw. Herr Rabbiner S- Neuwirth. SamStag, 3 Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Herr Abraham Schreiber. Samstag, '/.» Uhr nachmittags: V o r t r a g. Sonntag, liJ Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Sr- Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß. Montag, - 7 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Sr- Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß. Dienstag, 7-7 Uhr abends: Dinim, Herr T eich ner. Mittwoch, 7J Uhr abends: Hastauroh, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner M. F l e s ch Donnerstag, '/.J Uhr abends: Mischnoh, Herr Dr. Lemberge r. Ferner findet täglich um 7--8 Uhr abends ein Gemoroh Schiur statt. An keinem orthodoxen Kaufe fehle die „Indische Korrespondenz". Nach Schluß des Blattes. Stricker und Horthl> In der letzten Zeit veröffentlicht die Wiener „Arbeiter- Zeitung" eine Reihe von Dokumenten aus der ungarischen Gesandtschaft, die Beweise für die Verbindung großer österreichischer Parteien und Blätter mit der Horthy-Regierung bringen mtb auch vielfach die Summe angeben, die hiebei ungarischerseits gezahlt werden. In der Nummer vom 6. Oktober wird ein Bericht des Pressechefs bei der ungarischen Gesandtschaft in Wien, Oberst Reich, über die Wiener Presse und sein Verhältnis zu derselben veröffentlicht, in dem es bezüglich des Wiener Zionistenorgans heißt: . „Wiener Morgenzeitung. Zionistische Zeitung. Besitzer ist die Jüdische Zeitungs- und Verlagsgesellschaft. Verfolgte bisher eine stark antiungarische Tendenz, doch ist es mir gelungen, mit Chefredakteur Stricker gewisse Beziehungen anznöahnen, die mit der Zeit erfolgreich sein könnten." Der Führer der Wiener Zionisten, der „einzige Vertreter" des österreichischen Judentums, unterhält „Beziehungen" mit der Horthy-Bande — das wäre etwas Ungeheuerliches! Wir wollen abwarten, wie sich Stricker zu dieser Skandalaffäre stellen wird. _-_ Jakob D. Zchiff ges. A. In New Aork ist der bekannte Bankier und Philanthrop Jakob H. schiff im Alter von 65 Jahren gestorben. Schiff war ein deutscher Jude von Geburt und war in jungen Jahren nach Amerika eingewandert. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Finanziers der Vereinigten Staaten — das Bankhaus Kuhn, Loeb & Co. rangierte in seiner Bedeutung vor dem Kriege hinter der Firma Morgan - sondern daneben eine Persönlichkeit, die auch aus anderen Gebieten nicht ohne Bedeutung war. Als Politiker war Schiff Republikaner, der bei verschiedenen Wahlkampfes aktiven Anteil nahm. Nach Beendigung des Krieges war seine Firmn eine der ersten, welche die finanziellen Beziehungen zu Deutschland wieder aufnahm. Auf dem Gebiete der-Philanthropie hat 'ich Schiff oie größten Verdienste erworben und er zeigte bei seinem großen Vermögen einen starken sozialen Sinn. In der Frage der Hilfeleistung für die jüdischen Einwanderer hat er sich sehr segensreich betätigt, und zwar hat er die Einwanderung nicht bloß mit reicherr Mitteln unterstützt, sondern auch der politischen Seite der Angelegenheit sein Augenmerk zugewendet. Seinen großen Einfluß verwendete er, um gegen die Verfolgung der Juden in Rußland und Rumänien aufzutreten. Eine starke 'polnische Bedeutung erwarb er. indem er den Krieg der Japaner gegen Rttßland finanzierte und ein Durchhalten des kapilalsschwachen Japans wäre damals ohne die tatkräftige finanzielle Hilfeleistung von Schiff kaum möglich gewesen. Die zaristischen Unterhändler, denen diese Tätigkeit Schiffs lehr unbequem wurde, holten sich bei ihnl eine kräftige Abfuhr. Auch eine Anzahl von kulturellen Institutionen verdankt Schiff ihre Entstehung. So errichtete er eine Universität im Staate New Pork lind subventionierte reichlich verschiedene jüdische Lehranstalten, namentlich dankt ihm das amerikanische Institut zur Ausbildung von Rabbinern vieles. Auch die neugegründete Universität feiner Hennatstadt Frankfurt a. Main, die dortige Stadtbibliothek und das Mische Waisenhaus hat Schiff reich bedacht. In ihm verliert das Judentum einen seiner letzten Philanthropen großen Stils, der während des Krieges Großes geleistet hat. um die jüdische Maffennot lindern zu helfen. Das Leichenbegängnis Schiffs fand unter Beteiligung einer ungeheuren Menschenmenge statt. Während des Leichenzuyes haben alle Gerichte ihre Tätigkeit eingestellt. Präsident Wilson richtete an die Hinterbliebenen des Verschiedenen ein Kondelenztelegramm