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Jüdische Korrespondenz · 1920-06-18 · 22 (18.6.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
22 (18.6.1920)
Date
1920-06-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Jüdische Korrespondenz Nr. 23 religiöse Judenschast wünsche nicht Palästina, so ist es sehr bedauerlich. Daß die ursprüngliche Verleumdung wirklich in der zionistischen Leitung zu sehen ist, erhellt schon daraus, daß die zionistische Leitung in London bis heute auf die in der Presse öffentlich erhobene Beschuldigung nicht erwidern konnte." Wir bedauern diese selbst unter Nichtjuden verpönte Kampfesweise, wie sie unter einem Am Kodesch wirklich nicht vor- I kommen dürfte. Wir können es aber verstehen, .weil angeblich mit dieser Messirah der zionistischen Partei große. Dienste geleistet worden wären. Obwohl solche oder ähnliche Vorgänge, wie sie sich leider in letzter Zeit ereignen, unserer Partei nur nützen können, ist auf anderer Seite der moralische Schaden, den das Judentum dadurch erleidet, zu groß, so daß wir es nicht unterlassen können, von dieser unjüdischen Kampfesweise abzuraten. Denn uns ist Judentum mehr als Partei. Ankündigung der palästinazentmle der Aguda in Wien. Eine bevorsteheude großzügige Palästina-Aktion. Bei der Montag, den 7. Juni, stattgefundenen Sitzung der Palästinasektion wurde beschlossen, eine großzügige Palästinaaktton zu beginnen. Die Leser werden aus dem an einer anderen Stelle abgedruckten Aufrufe die großen Umrisse der beabsichtigten Aktion ersehen. Zu bemerken wäre, daß die Vorarbeiten für den Palästinamonat Juli, in Wien, demnächst beginnen. In festlichen Veranstaltungen, Versammlungen und in sämtlichen Bethäusern und Tempeln wird für unseren Palästinafonds gesammelt und geschnödert werden. Ferner wird die Gründung einer gesetzestreuen Kolonie in Palästina „Giwath-Binjamin", auf den Namen unseres greisen verehrten Führers Wolf Pappenheim, geplant. Orthodoxe Jugendgruppe. Wien, II., Obere Donaustraße 69. 40. Spendenliste. In der abgelaufenen Woche sind der Jugendgruppe nachstehende Spenden zugegangen: Jugendgruppe: Durch Franz Fischmann K 100 — (für notleidende Familien), Jakob Eckert X 300—, Richard Grünwald X 200'—, Salomon Link, Velke-Topolcany X 20'—, Sammlung Ottilia Mamber X 150'—. Krankensürforgefektion: Sandor Adler X 50'—. Jeder jugendliche gesetzestreue Jude tritt der orthodoxen Jugend gruppe als Mitglied Sei. — Mitgliederaufuahme täglich von 8 Ahr früh vis 2 Ahr nachmittags und von 5 bis 8 Uhr abends im Wureau der orthodoreu Jugendgruppe, LI-, Obere AonaUstraße 69. Agudas Irsroel -Iugendgruppe. Zentralleitung: II., Obere Donaustraße 69 (Eingang Floßgasse). Schiurirn-KirrteiLurrg vom 3. bis 8. Hhcrmuz 5680 (19. bis 25. Juni). SamStag, 11 Uhr vormittags: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner S. N e u w i r t h. Samstag, 4 Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Herr Snnon Schreiber, ' Samstag, 5 Uhr nachmittags: Vortrag. Sonntag, 8 Uhr abends: Hastauroh, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch. Montag, 8 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß. Dienstag, 8 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. W e i ß. . Mittwoch, 8 Uhr abends: Mischnoh (Pesachim), Herr Dr. Lemberg e r. Donnerstag, 8 Uhr abends: Dinim, Herr Manuel. Ferner findet täglich um 8 Uhr abends ein Gemoroh (Gitin)- Schiur des Herrn Salomon Schreiber statt. Sektion: XVII., tzHelemangasse- Samstag, 7 Uhr abends: Pirkeh Owaus, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß. Sonntag, 8—9 Uhr abends: Dinim. - - Montag, 8—9 Uhr abends: Mischnoh (Bezoh). Dienstag, 8—9 Uhr abends: Mischnoh (Bezoh). Mittwoch, 6—9 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar. - Donnerstag, 8—9 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar. Sektion: XX., Jraunfelsgafse 3. Samstag, 6 Uhr abends: Pirkeh Omans.; Dienstag, 7»8 Uhr abends: Sidroh. Mittwoch, \lß Uhr abends: Sidroh'. Donnerstag, 7a8 Uhr abends: Sidroh. Vortragender: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner G o t 1 e s m a n n. Ju Keinem orthodoxen Kaufe fehle die „Jüdische Korrespondenz". , Die Wahlbewegung. Auch in der letzten Woche hat die Orthodoxie einige stark besuchte Wählerversammlungen abgehalten, darunter im 20., 4., 5., 17. Bezirk. Das Interesse der Glaubenstreuen für die orthodoxe Liste ist sehr rege und die Zahl der sich täglich zur Mitarbeit meldenden ist sehr groß. Daß es sich die Nationalisten nicht nehmen ließen, wieder einmal die Komödie einer „orthodoxen Wählerversammlung" aufzuführen, die größtenteils von Nichtwählern und Nichtorthodoxen besucht war und wobei, wie üblich, weidlich auf die Orthodoxie zu schimpfen, ändert nichts an der Tatsache, daß die orthodoxe Liste auf die Stimmen aller wahrhaft Glaubenstreuen rechnen kann. Das wird der Wahltag beweisen. Ltho-Zionismus. (Gedanken üb.er das Erlösungsproblem.) (Schluß.) , ' Da es uns dazu einladet, wollen wir von der Tatsache, daß der Weltkrieg unser Ahnenland in die Hände einer toleranten, ,den Juden wohlmeinenden Weltmacht gebracht hat, ausgehend, uns in das Reich der Träume begeben und, wie es selbstverständlich, zuvor die Versicherung und den festen Willen derselben, Palästina dem jüdischen Volkezu eigen zu machen, als in der realen Welt festgeankert, ungeschmälert gelten lassen. Wir sehen nun darin einen blühenden Judenstaat, der den vierten Teil der Bekenner der Mosaischen Religion der ganzen Welt birgt. Juden halten beim heiligen Grabe, bei der Omar- Moschee, in Bethlehem, Nazareth und in Chebern Wache und die römische und griechische, anglikanische, protestantische, armenische und koptische Kirche hat nichts dagegen und Papst und Kalif geben dazu den Segen: es herrscht eine Uebereinstimmung, dieden Scherif von Mekka nicht weniger entzückt, als den Chacham-Baschi von Jerusalem. Wie das bei überraschend erfreulichen Träumen geht, alsbald wach geworden, fragen wir die gesunde Vernunft: Wie wärs, wenn das wirklich so wäre? Würden dann die in den Kulturländern lebenden Juden, die sich bisher vermöge ihrer Sprachen, Bildüngsweisen, weltlichen Lebensarten und patriotischen Gesinnungen als Deutsche, Franzosen, Engländer, Italiener," Holländer, Tschechen usw. gefühlt und noch Weiler fühlen und sich nach wie vor den heimatlichen Nationen beizählen, weil ein Teil ihrer Stammesgenoffen in Palästina unter englischem Schutze eine Nationalität geworden, derselben politisch zugehörig sein? Gewiß nicht. Nun hat es aber mit der gesicherten Heimstätte,

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