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Jüdische Korrespondenz · 1920-05-20 · 17 (20.5.1920) · page 7

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
17 (20.5.1920)
Date
1920-05-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Jüdische Korrespondenz Seite 7 Nr. 17 Die Versammlung ist der Ansicht, daß jetzt nicht die richtige Zeit für die Abhaltung einer Welthilfskonferenz in Europa sei. Das Joint Distribution Committee wird, wenn die Zeit dafür gekommen sein wird, eine Hilfskonferenz einberufen. Ueber die einzuladenden Personen wird später Beschluß gefaßt werden. (Aus Palästina.) Am Üh April haben von englischen. Offizieren geleitete Soldateuabteilnngen in verschiedenen jüdischen Institutionen in Jerusalem Hausdurchsuchungen nach Waffen vorgenommen. In allererster Reihe wurden die Räume des Waad Hazirim, und zwar schon um 6 Uhr morgens, also noch bevor die Beamten in das Büro gekommen waren, durchsucht. Alle Pulte wurden aufgerissen, ohne daß man irgendwelche Waffen fand. Auch in der Privatwohnung von Dr. Weizmann, im Heim des Makkabi, im jüdischen Soldatenheim usw. wurden resultatlose Durchsuchungen vorgenommen. Die Offiziere wollten auch im Hadassah-Spital nach Waffen suchen, wurden jedoch durch den amerikanischen Konsul (bekanntlich untersteht dieses Spital der amerikanischen zionistischen Orgauisation) daran verhindert. Selbst die alten Kanonen, die dem Bezalel-Museum von Oberst Patterson und dem jüdischen Offizier Margolin seinerzeit geschenkt worden waren, mußten entfernt werden. Auch mehrere arabische Institutionen, tute der arabische Nationalklub und andere und die Redaktion der „Suria-al-Ganubia" wurden durchsucht. — Das Erscheinen der arabischen Zeitungen „Suria-al-Ganubia" und „Marathal-Schrak" wurde bis auf weiteres verboten. — Die palästinensischen Zeitungen unterliegen seit dem 14. April einer strengen Präventivzensnr. Damit das Publikum nicht merke, wie viel von der Zensur gestrichen wird, wurde den Zeitungen verboten, mit weißen Zensurlücken zu erscheinen. Die jüdischen Zeitungen griffen nun zu den Ausweg, daß sie au die Stelle der zensurierten Sätze Annonzen einfügen, so daß ein jeder merkt, wie oft der Zensurstift gewütet hat. So enthält ein einziger einspaltiger Artikel des „Doar Hayom" vom 18. April nicht weniger als 5, zwischen die einzelnen Sätze eingeschobene Annoncen. (Englische Ausgrabungen in Palästina.) Die neue, britische archäologische Schule in Jerusalem wird, sobald sich die politischen Verhältnisse in Palästina gefestigt haben, an einer bereits ausgesuchten, aber noch geheimgehaltenen Stätte Ausgrabungen beginnen. Professor F. Gurstang von der Universität Liverpool ist im Begriff, jetzt schon nach Palästina zu reisen, um die vollständige Organisation der Schule zu betreiben. (Fahrpreise nach Palästina.) Das Londoner „Zionist Bulletin" veröffentlicht die Fahrpreise für Reisen nach Palästina. Diese betragen von London nach Aegypten I. Klasse je nach der Linie 23 Pfund 10 Schilling bis 32 Pfund, II. Klasse 10 Pfund. Der Preis eines Schiffsplatzes von Triest nach Alexandrien beträgt I. Klasse Pfund 36,16,2, II. Klasse Pfund 26,0,2, III. Klasse Pfund 14,0,2. Dies bezieht sich auf den Dampfer „Heluan", der jeden zweiten Donnerstag von Triest abfährt und bis Alexandrien fünf Tage braucht. Eine zweite, langsamere Linie kostet von Triest bis Jaffa I. Klaffe Pfund 38,0,2, II. Klaffe Pfund 27,0,2, III. Klaffe Pfund 9,0,2. Von Aegypten nach Palästina kann mau per Bahn oder zu Schiff reisen. Die Reise kostet in beiden Fällen je nach der Klasse 1 bis 3 Pfund. (Emir Faisul gibt keine Antwort.) Der Oberste Rat hat bisher schon zweimal Einladungen an den Emir Faisul ergehen lassen, über die bekannten Beschlüsse des Kongresses in Damaskus Aufklärungen zu geben. Da Faisul bis heute auf keine dieser Aufforderungen reagiert hat, wird er noch einmal zur nächsten Sitzung des Obersten Rates vorgeladen werden. Sollte der Emir auch dieser Einladung nicht Folge leisten, so wird der Oberste Rat über die Faisulfrage entscheidende Beschlüsse fassen. (Jüdische Ausstellung in Zürich.) Am 2. Mai wurde im „Zürcher Hof", in den Ateliers von Rheingold und Schwarzkopf, die erste Ausstellung der Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler „Haruach" eröffnet. Sie repräsentiert sich den Besuchern in der vorteilhaftesten Weise. Hingewiesen sei auf den sehr schön ausgestatteten Katalog, der eine Reproduktion eines Selbstbildnisses von Professor Glicenstein zu seinem 50. Geburtstag enthält. Er bringt ferner das Verzeichnis der ausgestellten etwa 100 Stücke, die biographischen Daten der Künstler, einen Auszug aus den Satzungen des Vereines, ein Verzeichnis der über 50 Mitglieder, eine Liste der von diesen veröffentlichten jüdischen Arbeiten und Bücher usw. (Jakob H. Schiff — Ehrendoktor der jüdischen Rechtswissenschaften.) „Jewish World" in Philadelphia bringt aus Cincinnati die Meldung, daß der Senat des Hebrew Union College beschlossen habe, Jakob H. Schiff und Louis Marshall mit der Verleihung des Ehrendoktorats der jüdischen Rechtswissenschaften auszuzeichnen. Das Hebrew Union College ist die von den amerikanischen Reformjuden ins Leben gerufene Hochschule für die Wissenschaften des Judentums und dient auch zur Heranbildung von Rabbinern für die jüdischen Reformgemeinden in den Vereinigten Staaten. An dieser Hochschule wirken als Professoren unter anderen auch der aus Galizien stammende Geschichtsphilosoph Dr. David Neumark und der vor vielen Jahren aus Mähreit berufene Professor Dr. Gotthard Deutsch. Veremsrrachrichten. Die P. T. Vorstände der orthodoxen Bethäuser und Vereine iverden ersucht, regelmäßig Berichte über ihre Sitzungen und Aktionen zwecks Veröffentlichung einzusenden. Der Wiener Dienstmann. Kürzlich feierte der humanitäre Israelitische Kranken-Unterstützungsverein „Der Wiener Dienstmann", U., Kleine Schisfgasse 8, das Jubiläum seines 25 jährigen Bestandes. Aus diesem Anlässe fand im festlich geschmückten Vereinsbethanse „Mikdosch meat" ein feierlicher Festgottesdienst statt, bei dem Herr Rabbiner Prof. Dr. Jul. Max Bach die Festrede hielt und mit Begeisterung die edlen, humanitären, brüderlichen und jüdischen Zwecke des Vereines hcrvorhob. Oberkantor Kaufmann verrichtete mit Chor das Minchagebet und als er nachher das Gedächnrsgebet für die verstorbenen Mitglieder (el mole rachinitn) mit tiefer Ergriffenheit begann, blieb kein Auge der Anwesenden trocken. Gerührt durch den niächtigen Eindruck der pietätvollen Seelenandacht, konstituierte sich in den nächsten Tagen, angeregt durch die hochherzige Tätigkeit der altbewährten Vereinsmttglieder, der Herren Simon Frost, Pinkas Last und Oskar Rubin, der Verein „Chesed schel Emes", dessen edle Zwecke, wie Bestellutlg vott io Mann zu einem Begräbnisse und 10 Manrl zum Miniam zur Ermöglichung von Kadischgebeten, danit die Abhaltung von Fahrzeiten und zur Verrichtung von Gedächtnisgebeten nicht nur den Mitgliedern, sondern auch der breiten jüdischen Oesfentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Und welcher Jude hat nicht das Bedürfnis nach Einhaltung von Jahrzeiten? Viele neue Mitglieder haben ihren Beitritt angemeldet und es werden auch weiterhin Anmeldungen entgegengenommen. D.ie Vereinsleitung, insbesondere die Tatkraft des Obmannes Pinkas Last bürgt dafür, daß selber seinen edlen, Humanitären Zwecken voll und ganz erfüllen wird. Aus dem Rechenschaftsberichte wäre hervorzuhebeu, daß der Verein bisher an Krankenunterstützungen K 125.000, Witwen und Waisen K 98.000, außerordentliche Unterstützungen K 45.000, weiters zahlreiche Kurbeträge, Entbindungsbeiträge, Schiwagelder, wie auch Beiträge an Juden außerhalb des Vereines geleistet hat. Um semen Mitgliedern, Freunden und Gönnern außerhalb deS Vereines, vor Beginn ihrer Geschäftstätigkeit die Verrichtung des Morgengebetes zu ermöglichen, hat der Verein an Wochen- und Samstagen einen Frühmorgensgottesdienst eingerichtet. Beth Hamidrasch Talmud-Thora. Sonntag, den 13. Juni 1920 (27. Siwan 5880), 10 Uhr vormittags. im Turnsaale. U., Malzgasse Nr. 16, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Trauerkundgebung für die verstorbenen Mitglieder', 2. 'Bericht der Vereinsleitung; 3.' Bericht der Rechnungsprüfer 4. Aenderung der Statuten; 5. Neuwahl des Gesamtvorstandes; 6. Anträge und Anfragen. Für den Vorstand: Leopold Hirsch, Obmann. David Protter, Schriftführer. Samilrerrnachrjchten. Gerta, geborene Steiner und Josef Wiudholz. Bella, geborene Löwy und Josef Knnstadt. Hermine, geborene Schlesinger und Dr. Joel Pollak. Vermählte.

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