Mannheim
Compact Memory

Jüdische Korrespondenz · 1920-05-20 · 17 (20.5.1920) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
17 (20.5.1920)
Date
1920-05-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3495278-3495461-3495477--1339-3497238
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 17 Jüdische Korrespondenz Seite 5 Diesen Sieg der Gerechtigkeit und Menschlichkeit muß das Volk, das sich Generation um Generation für die höchste Idee geopfert, noch erleben und vor- oder nachher auch die Genugtuung erhalten, daß Schößlinge seines Stammes zu einer Nation vereinigt auf dem Boden, den das alte Israel nahezu 1500 Jahre besessen, sich selbständig und unangefochten kräftig entfalten und einen Musterstaat in jeder Hinsicht schaffen. Was der Prophet über Wiederstellung des alten Zion gesagt hat, gilt für das noch zu entstehende neue noch weit mehr. „Zion wird durch Gerechtigkeit erlöst werden und die Wiederkehrenden durch Tugend" (Jesaia I. 27). Sittliche Erleuchtung und Gottesfrieden auf Erden herbeiführen zu helfen ist die unserem Stamme noch im Dienste der Menschheit obliegende Mission, nach der Hnr Gregorovius so vergeblich gesucht hat. . (Fortsetzung folgt.) - L. Mandl. Die Kullusrvahlen in Wien. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde versendet die folgende Kundmachung: Auf Grund der laut Erlasses des Staatsamtes für Inneres und Unterricht vom 2. April 1920, Z. 21543/III ex 1919, genehmigten Bestimmungen des Statutes und der Wahlordnung der israelitischen Kultusgemeinde in Wien wird am Sonntag den 27. Juni 1920 die Neuwahl von 36 Vorstandsmitgliedern der israelitischen Kultusgemeinde Wien und von 120 Vertrauensmännern stattfinden. Das Verzeichnis der wahlberechtigten Personen liegt ab 16. Mai durch 14 Tage von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 2 bis 6 Uhr nachmittags (mit Ausnahme der Samstage) zur Einsichtnahme für die Kultusgemeindeangehörigen an folgenden Stellen auf: Für die Wahlberechtigten des 1. Bezirkes, I., Seitellstettengasse 4; für die Wahlberechtigten des 2. Bezirkes (rechts von der Taborstraße) II., Tempelgasse 3; für die Wahlberechtigten des 2. Bezirkes (links von der Taborftraße) II., Malzgasse 16; für die Wahlberechtigten des 3. bis 11. Bezirkes III., Untere Viaduktgasse 13; für die Wahlberechtigten des 4., 5. und IO. Bezirkes V., Siebenbrunnengasse 1; für die Wahlberechtigten des 6. und 7. Bezirkes VL, Schmalzhofgasse 3; für die Wahlberechtigten des 8. und 9. Bezirkes IX., Seegasse 9; für die Wahlberechtigten des 12. bis 15. Bezirkes XV., Turnergasse 22; für die Wahlberechtigten des 16. und 17. Bezirkes XVI., Hubergasse 8; für die Wahlberechtigten des 18. und 19. Bezirkes XVlll., Schopenhauerstraße 39; für die Wahlberechtigten des 20. Bezirkes XX., Kluckygasse 11; für die Wahlberechtigten des 21. Bezirkes XXI., Holzmeistergasse 12. Reklamationen wegen Auslassung wahlberechtigter oder Aufnahme von nichtwahlberechtigten Personen sind bis spätestens Sonntag den 30. Mai in der Kanzlei der Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 4, schriftlich einzubringen. Die Wahl erfolgt nach dem System der Verhältniswahl (Proportionalwahlrecht) auf Grund von Wahlvorschlägen, welche von jenen Wahlgruppen (Parteien), die sich an der Wahlbewegung beteiligen, in der Zeit vom 19. bis 28. Mai bei dem Präsidenten der Kultusgemeinde einzureichen sind. Die einschlägigen Bestimmungen der Wahlordnung sind an den Kundmachungstafeln der Kultusgemeinde und in den Bethäusern ersichtlich. _ von der Agudas Jisroel. Aus Zürich wird berichtet: Am 25. April fand im Lokale des Talmud Thora-Vereines eine Plenarsitzung des Schweizerischen Landeskomitees der Agudas Jisroel statt. Es waren anwesend sämtliche Komiteemitglieder von Zürich und außerdem die Vertreter aus Basel, St. Gallen und Luzern. Der Vorsitzende, Herr Mannes, eröffnete die Sitzung und begrüßte besonders herzlich den als Gast der Sitzung beiwohnenden Aguda-Führer Herrn Jakob Rosenheim. An den von Sekretär Braun erstatteten Bericht über die Resultate der Aguda-Arbeit in der Schweiz im Rahmen der Gesamtorganisation knüpfte sich eine rege Debatte, an der fast alle Anwesenden teilnahmen. Als Ergebnis der Beratung stellte der Vorsitzende fest, daß die Aguda wohl auch in der Schweiz während der letzten Monate manch wertvolle Erfolge aufzuweisen habe, daß es aber immer noch weite Kreise in der Schweizer Judenheit gebe, die über die Ziele und die Bestrebungen der Agudas Jisroel ungenügend unterrichtet sind. Die von der Landesorganisation während des im Juni ablanfenden Geschäftsjahres veranstalteten Sammlungen hatten zum Teil sehr guten Erfolg. Die Agudaleitung, der die gesammelten Beträge zur Verfügung gestellt wurden, konnte dadurch trotz der Ungunst der Zeilen, der Gesamtheit wertvolle Dienste leisten. Diese Sammlungen sollen in Zukunft mit größerer Intensität fortgesetzt werden. Es wurde beschlossen, den diesjährigen Delegiertentag im Juni in Zürich abzuhalten. Der Jahresbeitrag wurde auf mindestens Frcs. 6'— pro Mitglied festgesetzt. Nach der Sitzung versammelten sich die Mitglieder des Landeskomitees und ein weiterer Kreis von Anhängern des Agudo im Saale Thalegg, „Zur Kaufleuten", wo Herr Jakob Rosenheim einen wirkungsvollen Vortrag hielt. Aus Czernowitz wird der „I. P. Z." berichtet: Die unter Leitung von Oberrabiner Dr. I. Rosenfeld und Rabbinatsassessor Chodrow stehende „Agudas Schomre Hadas w'jischuw Erez Jisroel der Bukowina" hat in ihrer Plenarsitzung des Verbandsausschusses vom 6. April den Anschluß an die Agudas Jisroel beschlossen. werden die P. T. Abonnenten ** ersucht, die Erneuerung des Abonnements vorznnesimen. Die Abonnenten in der Tschecho-Slowakei werden ersucht, das Abonnement an Kerrn Isidor Wappenüeiin, Uresivnrg, Sonanstraße 26, einznfenden. Die Abonnenten und Werschteihstellen in Polen und Galizien belieben die Wezugsgevühr an die „Lndowa Kafa Zaticzkow a", Kr all an, Gertrud« 9, für die „Jüdische Korrespondenz" einznsenden. Abonnements in Ungarn wollen an Kerrn Simon Schi sch a in Sopron, Wapred 10, erneuert werden. Ser Hrdnung wegen ersuchen wir, die Administration von der Kntrichtnng des Abonnements zu verständigen. Rundschau. (Das neue Präsidium der Wiener Knltusgemeinde.) Im Zusammenhänge mit der Ausschreibung der Neuwahlen zur Kultusgemeinde und der Regelung der Beamtengehalte ist im Wege eines „technischen Kompromisses" (wie der offizielle Ausdruck lautet) eine neue Leitung der Gemeinde gewählt worden, deren Aufgabe die Durchführung der Wahlen und her finanziellen Maßnahmen, die mit der Gehaltsregulierung im Zusammenhänge stehen, ftin soll. Zum Präsidenten ist der bisherige Vizepräsident Hofrat Dr. B. Rappaport gewählt worden, zum ersten Vizepräsidenten Dr. Jakob Engel, zum zweiten Vizepräsidenten Abg. Robert Stricker. (Rabbiner Treistmann g. A.) Aus Lodz kommt die Trauerbotschaft vom Ableben des dortigen Rabbiners Elieser Treistmann, der nach langer Krankheit im Alter von 58 Jahren verschieden ist. Rabbiner Treistmann war einer der hervorragendsten zeitgenössischen Rabbiner. An seinem Leichenbegängnis nahmen über 100.000 Menschen teil. Sein Ableben bedeutet einen unersetzbaren Verlust für das Gesamtjudentum. Secher Zaddik liwrocho! (Einstellung einet antisemitischen Zeitung in München.) In München wurde die antisemitische Zeitung „Der völkische Beobachter" verboten wegen seiner seit Monaten betriebenen, die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdenden Judenhetze, wobei unverkennbar zu Gewalttätigkeiten aufgefordert wurde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.