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Jüdische Korrespondenz · 1920-04-30 · 15 (30.4.1920) · page 7

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
15 (30.4.1920)
Date
1920-04-30
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 15 Jüdische Korrespondenz Seite 7 Agitdas Ijsroel - Iugendgruppe. Zcntralleitnng: II., Obere Donaustraße 69 (Eingang Floßgasse). Schiirrim-Mnteitung vom 15. vis 21. Jjcrr 5680 (1. vis 7. Wm 1020). Samstag, 11 Uhr vormittags: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. . Herr Rabbiner Schenk. Samstag, 4 Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Herr Simon Schreiber. Samstag, 5 Uhr nachmittags: Vortrag, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner I. Bauyigarten. Sonntag, 11 Uhr vormittags: Newiim Rischonim. Sonntag, 3/,8 Uhr abends: Dinim. Montage 748 Uhr abends: Sidroh mit Kommentär, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß. Dienstag, 7*8 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar. Sr. Ehrw. Herr Rabbiner A. W c i ß. Mittwoch, 3/;8 Uhr abends: Mischnoh (Schabbos), Herr Dr. Lomber g e r. Donnerstag, 7»8 Uhr abends: Mischnoh (Schabbos), Herr Dr. L emberger. _ Ferner sind et täglich um 7is Uhr abends ein Gemoroh (Gitin)- Dchinr des Herrn Salomon Schreiber statt. Sektion: XVII., Wetemangasfe. Samstag, 5—6 Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Herr Abraham Schreiber. Samstag, 6-7 Uhr abends: Pirkeh Omans. Sonntag, 8—9 Uhr abends: Dinim. Montag, 8—9 Uhr abends: Mischnoh (Bezoh). Dienstag, 8—9 Uhr abends: Mischnoh (Bezoh). Mittwoch, 8—9 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Herr Doktor I. P o l l a k. Donnerstag, 8—9 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Herr Dr. I. 'P o l l a k. Sektion: XX., Krarmfelsgasfe 3. Bezüglich der täglichen Schiurim verweisen ivir ans die Ankündigungen im obgenannten Bethause. Nener Gemoroh-Schinr für Mitglieder. Täglich von 7«7 bis 718 Uhr abends (kleiner Vortragssaal) Gemoroh (Bezoh), Herr David Baum garte n. AnSschußsttznng (Settionsleiter und Sektion des XVII. Bezirkes): Sonntag. 10 Uhr vormittags. In keinem orthodoxen Kaufe fehle die „Indische Korrespondenz". (Fortsetzung von Seite 4.) Freude (sie!) ob jeder antijüdischen Erscheinung im Staate, die als eine Begründung für die Notwendigkeit jüdischer Abgeordneter ins Treffen geführt werden, deswegen die geradezu wahnsinnige Agitation — aber all das konnte den Mißerfolg nicht verhüten. Die 400.000 Inden in der Tschechoslowakei lverden in der wichtigsten Periode des Staatsaufbaues in der Nationalversammlung ohne Vertreter bleiben. Keine Partei wird mit ihnen rechnen, da sie sich selbst isoliert haben. Die Politik, die unsere Nationalisten betrieben haben, war heller Wahnwitz. Vielleicht ist es gut, daß die Wahlen keinem einzigen ihrer Kandidaten den Sieg brachten. Wer so wenig Verantwortungsgefühl besitzt, wer die Interessen breiter Bolkskreise einer selbstsüchtigen Mandatspolitik unterordnei, der kann kein guter Volksvertreter sein. Lieber gar keiner! Die Mandats- Politik hat Schiffbrnch erlitten. Die Demagogie führt nicht zum Ziele. — Gam su letauwo! H a mabi t. 5u den Wahlen in die Delegiertenversammlung in Palästina. Der palästinensische Korrespondent der „Jüdischen Preßzcntrale Zürich" berichtet: Bei den Vorbereitungen zu den Wahlen zur bevorstehenden Delegiertenversammlung geht es sehr rege zu. In allen Städten, Kolonien und Siedlungspunkten Palästinas wird von den verschiedenen jüdischen Parteien eine starke Wahlagitation betrieben. In Jerusalem selbst waren für den ersten Pessachtag 14 Wahlversammlungen der verschiedenen Parteien angekündigt. Außer den bestehenden Parteien, wie Misrachi, Esrach, Hapoel Hazair, Achduth usw., hat sich jetzt vor den Wählen eine neue Gruppe der Parteilosen gebildet, die ihre eigene Kandidatenliste aufftellt. Diese Organisation, an deren Spitze in Jerusalem Dr. Klausner, Dr. Slousch, ,Dr. Neffach und andere stehen und deren Führer in Jaffa, wo sich diese Organisation „Mithkadmim" nennt, Dr. Mossinsohn, Schenkin, Dr. Mibaschan sind und die erst im Werden begriffen ist, scheint ihren Platz zwischen der bürgerlichen Partei Esrach und derjenigen der Arbeiterparteien einnehmen zu wollen. Auch der jüdische. Beamtenverband Palästinas, der sich im Laufe des letzten Winters konstituierte :md der durch den kollektiven Beitritt der Beamten des Waad Hazirim und der Anglo-Palestine-Bank zu einem starken Beamtenverband angewachsen ist, hat eine besondere Kandidatenliste aufgestellt. Nur die rechtsstehenden Orthodoxen Palästinas wollen sich auch diesmal nicht an den Wahlen beteiligen. Gerade vor Pessach ist ein Aufruf von orthodoxer Seite, der von den Rabbinern Sonnenfeld und Diskin unterschrieben ist, erschienen, in dem die gesetzestreuen Juden ermahnt werden, sich nicht an den Wahlen zu beteiligen, da nach dem Gesetz der Thora die Teilnahme der Frauen au den Wählen nicht statthaft ist. Die genannten Rabbiner haben Rabbiner Kook eingeladen, den erwähnten Aufruf initzuunterzeichnen. Obgleich Rabbiner Kook in letzter Zeit eine Broschüre über Frauenwahlrecht veröffentlicht hat, in der er sich gegen das Wahlrecht der Frau ausspricht, hat er die Unterzeichnung abgelehnt. Er begründet die Ablehnung damit, daß er nicht die Kompetenz besitze, die Wahlen zu verbieten. Um ein diesbezügliches Verbot zu erlassen, müsse eine Rabbinerkonferenz einberufen werden, auf der alle Rabbiner Palästinas vertreten sein müßten. Wie verlautet, soll auf einer bei Rabbiner Kvok am 1. April stattgefundenen Versammlung beschlossen worden sein, eine Rabbinerkonferenz auf den 13. April nach Jerusalem einzuberufen. Zu welchen Resultaten diese Rabbinerkonferenz führen wird, wird die nächste Zeit zeigen. Die Zentralkommission für die Wahlen zur Delegiertenversammlung gibt im „Haaretz" bekannt, daß die Kommission beschlossen habe, in den Statuten der Wahlen keine Aenderungen vorzunehmen. Auch wurde beschlossen, daß Ortschaften, in denen weniger als 25 Stimmberechtigte wohnen, keinen besonderen Abgeordneten zur Delegiertenversammlung schicken können. Um die Wahlarbeiten zu erleichtern, wurde Palästina in 13 Wahlkreise eingeteilt. (Wir glauben, daß die Vornahme der Wahlen unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht angebracht sei: keineswegs könnten sie als vollwertiges Volksvotum beurteilt werden. D. R.) Echo-Zionismus. (Gedanken über das Erlösungsproblem.) «Joni'ctzung., Von diesen Gesichtspunkten aus, ist die gegenwärtige Lage Israels zu betrachten und über seine Zukunft zu denken. So arg es mit unseren Vorfahren nach der Vernichtung ihrer Staatsgebilde und ihrer Gefangennahme und Zerstreuung durch die finstern Gewalten Assurs und Babels bestellt gewesen, ist das Unglück undUnheil, das sich damals-über das Hebräervolk ergossen, mit dem politischen, sozialen und moralischen Elend, das Titus und Hadrian darüber gebracht, damit nur in seinen Anfängen zu vergleichen. Die, nachdem sie bereits achtzehnhundert Jahre durchgemessen, noch immer unabsehbare Leidenskette, welche daran geknüpft, geht über alle Henkerqualen, von denen die Völkergeschichte zu erzählen weiß 'und ihnen entspricht die mehr oder weniger von Geschlecht auf Geschlecht übergangene, Physisch, intellektuell und moralisch drückende Misere, des gegen Schuldige und Unschuldige gekehrten Widerwillens, die verächtliche Verachtung, mit der uns die sittenfaulen und die betörten Elemente der Völker begegnen.

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