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Jüdische Korrespondenz · 1920-04-30 · 15 (30.4.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
15 (30.4.1920)
Date
1920-04-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 Jüdische Korrespondenz Seite 5 JU GENDGRUPPEN - BEIBLATT Die erste LauptmiLgliederversarnrnlung der Agudas Iiftoel-Iugendgruppe Wien. iFonietzung ) Der Obmann Herr David Bau in garten eröffnet die Versammlung mit einer herzlichen Begrüßung. Insbesonders begrüßt er die Vertreter der verschiedenen Korporationen, an ihrer Spitze Herrn Rabbiner Horowitz aus Palästina, der als Vertreter der Agudazentrale unserer Einladung gefolgt ist. Herr Baumgarten schildert in kurzen Umrissen die segensreiche Tätigkeit der verschiedenen Sektionen, insbesondere die Arbeiten der Palästina-,- der Jeschivo- und der Krankenfürsorgesektion. Er schildert unter welch großen Schwierigkeiten sich die 'Jugendgruppe zu solcher Höhe emporgeschwungen hat; ohne Uebertreibung konnte er feststellen, daß die Jugendgruppe Weltruf genießt und der Agudas Jisroel wertvolle Dienste geleistet hat. (Beifall.) Hierauf ergriff Herr Rabbiner Horowitz aus Jerusalem das Wort zu nachstehenden Ausführungen: „Es freut mich, daß ich Gelegenheit habe, die jungen Freunde der Agudas Jisroel in ihrem ersten Gründungsjahr namens der provisorischen Zentralleitung der Agudas Jisroel aufs herzlichste zu begrüßen. Es freut mich, daß ich hier die Gelegenheit habe, von der regen Tätigkeit der Jugendgruppe gar manches zu hören und kann ich sie insbesonders zu ihren ganz hervorragenden Leistungen in Erez Jifroel-Arbeit aufs herzlichste beglückwünschen. Mit Freude kann ich konstatieren, daß sie in Erez Jisroel durch positive Arbeit auf den Plan getreten sind." Er führte unter anderem aus, daß der Agudas Jisroel vom Beginn ihrer Tätigkeit an stets der Gedanke vorschwebt, alle jüdischen Angelegenheiten nur im Geiste der Tauroh hakedauscho zu lösen, wovon jeder Gesetzestreue durchdrungen sein muß. Nur auf diesem Pfade der Tauroh dürfen wir jede Aktion des Einzelnen und der Gesamtheit durchführen. Erez Jisroel soll der Mittelpunkt aller Juden werden und das Beth Hamikdosch der Mittelpunkt von Jeruscholaim. «Langanhaltender Beifall und Händeklatschen. Redner wird beglückwünscht.) , Herr Simon Schreiber berichtete über den Unterricht und konnte mit besonderer Freude feststellen, daß die Jugendgruppe auf diesem Gebiete sehr rührig gearbeitet hat. Täglich versammelt sich eine große Anzahl junger Leute, um aus dem Munde bewährter Männer Taurohworte zu hören. Auch ist dem Unterrichtsausschusse die Gründung der verschiedenen Bezirkssektionen zuzuschreiben, in welchen ebenfalls das G'tteswort gelehrt wird. Auch unsere Bibliothek, welche biblische und talmudische Schriften, sowohl im Urtext als auch in deutscher Uebersetzung, ferner hebräische und deutsche Werke jüdisch-religiösen Inhalts enthält, hat unseren Mitgliedern und dem Chisuk Hadath wertvolle Dienste geleistet. (Beifall.) , Herr Moses Blech referierte namens der Sektion „Machsike Loimde Thoiro" der Jugendgruppe, deren Tätigkeit ja vielen bekannt ist. Thoragelehrten, die berufen sind, die geistigen Führer zu sein, die schwere Lebensmöglichkeit zu erleichtern, ist die Hauptaufgabe dieser Sektion. Aber auch durch die Errichtung von Talmud Thoras in den verschiedenen Bezirken und Jugendsektionen hat diese Sektion segensreiches geleistet. Mit gleicher Arbeitsfreude, wie zu Beginn, will diese Sektion auch im neuen Jahre mit erhöhter Kraft ihrem heiligen Ziele dienen. (Lebhafter Beifall.) Hexr Max Adler berichtet über die erfolgreiche Tätigkeit der Krankenfürsorgesektion, die gemeinsam mit den aufopfernd arbeitenden Mitgliedern der Mädchengruppe einen Permanenzdienst in den Spitälern und Altersversorgungshänsern Wiens eingerichtet hat. Das hohe Budget spricht am besten für die Leistungen dieser so Humanitären Sektion. In der nächsten Periode will sich diese Sektion insbesonders der in Privatpflege befindlichen Kranken annehmen, die in äußerst bedürftigen Verhältnissen leben. Er bittet um tatkräftigste Unterstützung, um diese Aktion in vergrößertem Umfange fortzusetzen. (Beifall.) Hierauf ergreift Herr Emanuel F e l s e n b u r g das Wort zum Bericht über die Tätigkeit der Palüstinasektion, indem er ausführt: Meine Herren! Wenn ich ihnen über die Palästinaarbeit der Agudas Jisroel-Jugendgruppe berichte, so ist dies zugleich der Bericht über die Ansätze zu orthodoxer Palästinaarbeit. Unsere bisherige Heimbeförderungsaktion ist zu gleichen Teilen soziale und Palästinaarbeit. Wir haben einerseits unter den denkbar größten Schwierigkeiten fern ihrer Heimat lebende Leute aus ihrem Exil nach Palästina gebracht, andererseits aber haben wir durch unsere Maschinenaktion sür heimkehrende Palästinenser die Ansätze zur Besiedlung unseres Admas Kaudefch mit gesetzestreuen, produktiven Ständen gemacht. Wenn die laufenden Arbeiten für die Heimbeförderung der Palästinenser erledigt sein werden, so beginnt dann die großzügige Palästinaarbeit, welche im Programm der Agudas Jisroel auch einen wichtigen Platz einnimmt. Die Arbeiten der Heimbeförderung dürfen uns aber nicht hindern, mit der großzügigen Palästinaarbeit schon jetzt energisch zu beginnen. Wir haben durch die bisherigen Arbeiten die nicht unbedeutende Summe von 5 Millionen Kronen erspart. Es ist dies um so erfreulicher, als die Spesen sicher nur zu Lasten der stets opferfreudigen Orthodoxie ge* kommen wären, die durch diese Entlastung nicht verschont wurde, sondern ihre Kräfte auf andere Gebiete erstrecken konnte. In kurzem der Bericht über die Heimbeförderung der Palästinenser: Es war vor acht Monaten, als die Möglichkeit geboten war, die Palästinenser Flüchtlinge, welche während des Krieges nach Wien und den anderen Teilen der Monarchie geflüchtet waren, heimzubefvrdern. Da ergriff die Agudas Jisroel-Jugendgruppe die Initiative, um diese Flüchtlinge, welche in so großem Elend lebten, ihre Heimreise nach Palästina zu ermöglichen. Es war damals die Sorge, die Leute auf dem Weg zu verköstigen und mit Kleidern zu versehen, viel großer, als die Mittel für die Reise aufzubringen. Die Jugendgruppe hat den schwierigeren Teil dieser Arbeit auf sich genommen. Wie sich viele Mitglieder überzeugt haben, war es die Jugendgruppe, welche, nachdem sie bereits einige Kfften Lebensmittel zur Bahn befördert hat, noch im letzten Moment Naturalien und Getränke herbeischaffte. Nml war es klar, daß, nachdem wir schon begonnen hatten, uns mit der Heimbeförderung der Palästinenser zu befassen, wir auch für die Armen, die getrennt von ihren Familien in Not und Elend schmachteten und denen die Gefahr drohte, ausgewiesen oder interniert zu werden, auch weiter tätig sein müssen. Dies war eine so schwierige Aufgabe, daß sich keine andere Organisation an dieselbe auch nur heranwagte. Denn das fortwährende Sinken unserer Krone hatte die Heimreise fast unmöglich gemacht. Noch aussichtsloser war die Heimreise durch die kolossalen Paßschwierigkeiten geworden, mit denen wir rechnen mußten. Ins Unüberwindliche sind fast die Schwierigkeiten gestiegen, welche sich der technischen Durchführung entgegenstellten. Uns hinderte dies aber alles nicht, an die Arbeit zu schreiten. Es war auch klar, daß dies kolossale Arbeitsenergie erfordern wird. Die erste Sorge war, von wo wir die Spesen für die Heimreise der noch zurückgebliebenen 500 Flüchtlinge, die sich schon damals pro Person auf K 6000'— stellten, beschaffen sollen. An eine Sammelaktion konnten wir natürlich nicht denken, da wir doch die 3 Millionen Kronen, welche nur die.reinen Spesen kosten, nicht eingerechnet die Spesen für den BaDrtransport und die Kosten der Lebensmittel, die sich auch.Hff

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