Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 6 (1920)
- Issue
- 21 (11.6.1920)
- Date
- 1920-06-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 21 Jüdische Korrespondenz Seite 3 JUGENDGRUPPEN-BEIBLATT Jene «Herren, welche sich vor der Wahl n«d am Wahltage an der Agitation nnd an den anderen Worarbeiteu beteiligen wollen, melden sich im ZenIratwaHlkokak der „bereinigten glaub enstreuen Juden sch aft", II., Atosigasse 1. Zu den Lultusrvahlen. Samstag nachmittag fand im Bethause „Chassidin" eine zionistische Wählerversammlung statt, bei der Herr Gärtner, Herr Abgeordneter Stricker und Herr Vortrefflich das . Wort ergriffen. So sehr wir die Leistungen des Abgeordneten Stricker im Nationalrat und in der Nationalversammlung anerkennen, so sehr wir uns freuen, als jüdischen Vertreter einen Mann zu haben, dem auch Nichtjuden mit Achtung begegnen, so müssen wir uns doch fragen, ob es genügend ist, charaktervoll und guter Redner zu sein und ein warmfühlendes Herz zu haben, um Orthodore in der Kultusgemeinde vertreten zu können. Das Proportionalwahlrecht hat den großen Vorteil, daß jede Richtung in der Repräsentanz vertteten sein kann und wir können uns nur freuen, wenn Zionisten den Abgeordneten Stricker in die Kultusgemeinde entsenden, und nicht etwa jemand, der außer einer guten Sümme nnd etwas Temperament keine' besondere Fähigkeiten besitzt. Herr Abgeordneter Stricker ist uns auch bedeutend lieber, als etwa jene zionistischen Führer, deren Gattinen nicht dem Judentum angehören. Wir können es aber durchaus nicht verstehen, wenn religiös fühlende Juden als ihren Vertreter einen Mann entsenden wollen, der nicht auf dem Boden des gesetzestreuen Judentums steht. Ebenso unverständlich ist es uns, wenn man eine Klaus, die bis jetzt immer nur dazu gedient hat, Thora zu lernen, gottesdienstliche Uebungen zu pflegen, zu politischen Vorträgen mißbraucht wird. Denn darin liegt der Unterschied zwischen der Aufstellung einer orthodoxen Liste und allen anderen Listen. Jede Liste, mag sie für das religiöse Leben gut oder weniger gut sein, mag sie Namen religiöser Männer enthalten oder nicht, ist eine politische Aktton. Die Aufftellung der rein orthodoxen Liste ist eine religiöse Aktton. Wenn wir die Wahl haben zwischen der Liste der Jüdischnationalen und der Liste der Nichtjüdischnattonälen, so werden wir offiziell zu keiner derselben Stellung nehmen, denn wir werden uns sagen, daß keine dieser beiden die Berechtigung hat, die Orthodoxie in der Kultusgemeinde zu vertreten. Wenn aber eine orthodoxe Liste ausgestellt ist, so ist es die Pflicht jedes religiösen Juden, diese Liste zu unterstützen. Jene religiöse Juden, die sich nicht in der orthodoxen Liste vertreten glauben, an die wohl der Ruf ergangen ist, dem Wahlkomitee der „Vereinigten glaubenstreüen Judenschaft" Veizütreten, die aber, einerseits aus dem Grunde, weil ihren politischen Gesinnungsgenossen, die wohl keine besonderen Fähigkeiten besitzen und aus keine große jüdische Tätigkeit zürückblicken können, denen nur das eine zustatten kommt, daß sie eben die Repräsentanz einer kleinen Gruppe innerhalb der Orthodoxie sind oder andere wie die Machsike-Hadath, die von verschiedenen innen- und außenstehenden Elementen absichtlich irregeführt wird, indem verbreitet wurde, daß sich jener Teil der Orthodoxie, der sich um das Wahlkomitee der „Vereinigten glaubenstreuen Judenschast" schart, mit den Nichtjüdischnattonälen gemeinsame Sache macht und dadurch sich bemüßigt glaubte, mit der Gegenpartei der Nichtjirdisctmattotiafett, mit faett gxoTtififett jufammeiunaAen- Offen 2>iefcxt fei gefacjjfy «nä t^or^itrcuett ^fubcn SieitS fe^It rnt WIN W |i»ll« MW MW Es wäre von ungeheurem Vorteil gewesen, wenn sich alle unsere glaubenstreuen Brüder gelegentlich der Kultuswahlen zusammengefunden und einmal gemeinsame Arbeit gemacht hätten. Auf sie fällt die Schuld, daß die Einheitsfront der Orthodoxie durchbrochen wurde. Ob dies für die gesamte Orthodoxie nicht von großem Nachteile sein wird, können wir heute nicht seststellen. Wir hoffen und wünschen, ohne damit sehr optimistisch sein zu müffen, daß sich unsere Brüder vielleicht doch noch eines Besserenbesinnen werden und vielleicht späterhin doch zu einer gemeinsamen Arbeit Zusammengehen werden. Wenn nicht, so fällt die Schuld einzig und allein auf diese Separatisten, die es verpönen, wenn Orthodoxe sich von den Neologen separieren wollen, weil die Einheit des Judentums nicht gestört werden darf und sie sich selbst von den orthodoxen separieren und eine Spaltung herausbeschwören. Dies sei ein für allemal sestgestellt. Anzeigen. Die glückliche Geburt eines prächtigen Töchterchens — Ilse Ruth — zeigen hocherfreut an Rabbiner S. Neuwirth und Frau Irma geo. Stern. Wien, II., Zwerggasse 5/14, 16. Siwan 5680. Dem verdienstvollen Ex-Kassier der „Machsike Loimde Thoire", Herrn MarknS Heller, zu seiner Verlobung mit Fräulein Mina Kluger unsere herzlichste Gratulation. „Machsike Loimde Thoiro." Herr Israel Rubin, Vorstandsmitglied der „Seudas Schaboth", hat sich mit Fräulein Jda Mandelbanm verlobt. Herzlichst gratuliert M. B. Zur Vermählung unseres verdienstvollen Vorstandsmitgliedes Serrn MoseS Blech mit Fräulein MeifelS unsere herzlichste »ratulation! Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Machsike Loimde Thora. Leib Oberbach, Chaczent (Asien), befindet sich wohl. Nähere Auskunft bei Reinis ch, Wien, II., Kleine Schiffgasse 18, 11. * Orthodoxe Iugendgruppe. Wien, II., Obere Donaustraße 69. 39. Spendenliste. In der abgelaufenen Woche sind der Jugendgruppe nachstehende Spenden zugegegangen: Jugendgruppe: N. N. K 500—. Machsike Loimde Thoiro: Sammlung Türkl K 550 —; Sammlung, Seidmann-Mermelstein aus Hochzeit Rabbiner Drohobycz K1200 —; „Ohel Jakob" durch Biegeleisen L 200—. Krattkenfürsorgesektionr B. F. Naturalien; Sandor Adler K 50 —; Statt Telegramme Hochzeit Färber K 20 —; Anonymus L 30—; Hochzeit Kunstadt-Löwy (Nachtrag) K10 —; N. N. K 5'—; Bernfeld und Zuckermann Telegrammablösung anläßlich Hochzeit Mändelbetg K 100'—; N. N. K 10'-; Sammlung Hochzeit Felsenburg-Schreiber K 306'—. Sektion Theleinarrgasse: Äethausspende K 300 —. Palastinasektiön: Sammlung Hochzeit Felsenburg- Schreiber für „Jaöne"-Palästtnä-Schulfonds K 1000 —. Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Wiener Bankverein- Filiale Stephanieftraße, auf Postsparkaffenkonto Nr. 112829 für „Suaenbcvnipfce" utib mit bem ..Sektions» Bankverein- Filiale Stephanieftraße, auf Postsparkasse Nr. 112829 für „JnaenbarnpPe" mtb mit bem ,.S« — —-r — —- -«s-—— ^cniTOsartea TU,