Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 6 (1920)
- Issue
- 11-12 (1.4.1920)
- Date
- 1920-04-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 11/12 Jüdische Korrespondenz Seite 9 »-----ft JUGENDGRUPPEN-BEIBLATT ft-ft oliv Rekonstituierung der Agudas Iisroel. Endlich, endlich haben sich -unsere Führer entschlossen, die Agudas Iisroel in Wien ins Leben zu rusen. Die Jugend, welche vor einem Jahre das Bedürfnis fühlte, einen Verband zu bilden, aber keinen selbständigen Verein gründen, sondern sich an eine große Bereinigung anschließen wollte, schon um durch diese Formsache zu bekunden, daß sie in allem und jedem von ihren Führern abhängig sein will, konnte keine Agudas- Jugendgruppe gründen, weil die Aguda selbst noch nicht als die große Organisation bestand. Damals hieß es, daß der Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums seinen Namen in Agudas Iisroel umündern werde und so lehnte sich die Jngendgruppe provisorisch an den Verein zur Wahrung an. Als die Generalversammlung der „Freien Vereinigung" beschloß, daß der Verein weiter bestehen soll, wohl im Prinzip an die Aguda angeschlossen, sonst jedoch unabhängig, wurde die gesetzliche Konstituierung der Jugendgruppe aus die Zeit verschoben, bis die Agudas Iisroel mit der großen Arbeit beginnen wird. Nunmehr ist dies geschehen, die Agudas Iisroel hat Sonntag ihre Generalversammlung abgehalten und will dieselbe nunmehr mit aller Kraft an die Arbeit schreiten. Die Jugendgruppe hat demgemäß ihren Anschluß an den großen Verband erklärt und besteht diese weiterhin als Unterabteilung der Aguda.- Die diesbezügliche Statutenänderung wird bei der nächsten Generalversammlung der Aguda genehmigt werden. Die Jugendgruppe begrüßt es mit aufrichtiger Freude, daß unsere Führer nun endlich energisch an die Arbeit schreiten wollen. Gewiß hat die Orthodoxie bisher auch nicht geruht, ja viel mehr für die Judenschast geleistet als die diicht- Orthodoxie, welcher Schattierung immer. Man kann die Arbeit der Orthodoxie auch nicht Kleinarbeit nennen. Denn Betätigung in Thora, Awoda und Gemilas Chesed sind gewiß nicht Kleinarbeit. Was uns gefehlt hat, war das systematische Arbeiten der Gesamtheit. Uns fehlte eine Organisation, welche alle Kräfte sammelte und so gleichmäßig auf verschiedene Arbeitsgebiete verteilte. Diesen Uebelstande soll die Aguda abhelsen. Aufgabe der Aguda wird es aber auch sein, die Interessen der Orthodoxie dort zu wahren, wo es nichtorthodoxen Persönlichkeiten gelungen ist, sich den Einfluß zu sichern. Daß dies dringend notwendig ist, haben speziell die Vorgänge der letzten Zeit (ausländische Hilfsaktionen) bewiesen. Die Aguda ist aber auch eine dringende Notwendigkeit, um jenen religiösen Juden, welche in der Ausübung der jüdischen Gesetze, im Thorastudium und in der Ausübung der Wohltätigkeit ihre Befriedigung nicht finden, sondern auch die Judenschaft politisch betätigt sehen wünschen und wollen, daß eine jüdische Organisation auch allgemeinen Zeitfragen und Zukunftsaufgaben sich widmen soll, Gelegenheit zu geben, diesen Wunsch innerhalb einer orthodoxen Organisation erfüllt zu sehen. Große Aufgaben hat die Agudas Iisroel. Große Kräfte schlummern in der Orthodoxie. Sie zu wecken und der Agudas Iisroel dienstbar zu machen, möge der Wiener Aguda beschieden sein. An den Weffach-Ieierlagen finden in der Angendgruppe, II., Höere Aonaustraße 69, av 3 Ahr nachmittags größere Wortrage statt. In keinem ortstodoren Kaufe fefile die ,Züdifche Korrespondenz". Delegiertensitzung der Lektionen der Agudas Jisroel- Iugendgruppe. Samstag, den 27., abends um 8 Uhr, fand eine von zahlreichen Vertretern besuchte Sitzung der „Orthodoxen Jugendgruppe" statt, unter Teilnahme der Herren Wolf Pappenheim Dr. Ben-Zion Feßler, Delegierte des I.; XVII. und XX. Bezirkes' Unter Vorsitz des Herrn Ernst Stern wurde über den Zusammenschluß 6er neugebildeten Ortsgruppen beraten und die wichtigsten Ausgaben des Gruppenverbandes für die nächste Zeit besprochen. Herr Max Adler berichtete über die Tätigkeit im XVII. Bezirk, wo es dank eifriger Bemühung gelungen ist, tägliche Lehrkurse einzurichten, für die sich reges Interesse zeigt. Herr eanci. zur. Serebrenik vorn XVIl. Bezirk siihrte die Notwendigkeit eines einheitlichen Aktionsprogammes an, wodurch reale Arbeit geleistet werden soll, im Gegensatz zu einer Tätigkeit, die bloß konservierende Wirkung erstrebt und fragt, welche Ziele sich in dieser Hinsicht die Aguda gestellt hat. Herr Wolf Pappenheim gab hieraus einen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Aguda im allgemeinen und entwickelte ein spezielles Arbeitsprogramm für uns zur Erhaltung, beziehungsweise Errichtung von Jeschiwos, Überwachung des Unterrichts, organisatorische Arbeit und Erez Jsroel-Aktion, auf welchem Gebiete von der JugendgrnPpe, insbesonders von Herrn Menachem Felsenburg bereits segensreiches geschaffen wurde. Herr Gottesmann sprach über die Verhältnisse im XX. Bezirk, wo sich die orthodoxe Jugend bereits zusammengeschlossen hat und eine gemeinsame Arbeit mit dem II. Bezirk befürwortet. Die Gegenpartei macht Anstrengung, die dortige Jugend für sich zu gewinnen und hielt am Freitag Herr Dr. Plaschkes eine Propagandarede. In' der hierauf erfolgten Diskussion wies jedoch Herr Tr. Ben-Zion Feßler die innere Haltlosigkeit seiner Theorie glänzend nach und gewann dadurch für uns eine große Schar Anhänger. Hierauf machte Herr Dr. Feßler ausklärende Bemerkungen, gab Richtlinien für ein gemeinsames Arbeits- Programm und unterbreitete dem Vorstande einige Anträge. Es sprachen noch Herr Salinen Schreiber zur Anschlußsrage, Herr Simon Schreiber zur Stellungnahme des II. Bezirkes, Herr Bobrka, Herr Bandler, Herr Steiner, Herr Otto Stern. Zum Schluß erstattete Herr Samuel Stern Bericht über die Tätigkeit der Jugendgruppe. Resümierend sprach Herr Ernst Stern den Zusammenschluß aus, jeder Bezirk ernannte Delegierte, worauf die sehr anregend und lebhaft verlaufene -Sitzung um 12 Uhr geschlossen wurde. Orthodoxe Iugendgruppe in Preßburg. Aus Preßburg wird uns geschrieben: Einem schon seit langem in Preßburg und der Slowakei empfundenen Bedürfnisse entsprechend, konstituierte sich in dieser Woche in Bratislava eine orthodoxe Jugendgruppe. Parallel der Aguda-Jugendgruppen der Welt, will und wird die hiesige Jugendgruppe an der Lösung der Zeitfragen im Geiste der Tauroh, soweit es der Jugend im eigenen Wirkungskreise zukommt, Mitwirken. Von der richtigen Erwägung ausgehend, daß die Heranbildung einer im Geiste unserer Tauroh hakedauscho erzogenen Jugend hiezu eine unerläßliche Notwendigkeit ist, will die Jugend ein Heim schaffen, in dem sie sich durch Einrichtung von Schiurim'und Vorträgen den reichen Born unserer heiligen Schrift erschließen und aus dem Munde bewährter Männer die echten unverfälschten jüdischen Ideale kennen und für sie begeistern lernen. Dementsprechend wollen die jungen Arbeiter im Dienste unserer Emuno an der Linderung der sozialen Not