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Jüdische Korrespondenz · 1920-03-12 · 9 (12.3.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
9 (12.3.1920)
Date
1920-03-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 9 Jüdische Korrespondenz Seite 5 JUGENDGRUPPEN-BEIBLATT Gründung einer orthodoxen Jugendgruppe in preßbnrg. Unser Berichterstatter in Preßbnrg telegraphiert uns: Auf Anregung der orthodoxen Jugendgruppe Wien und auf eifrige Propaganda einiger Preßburger Bachurim hat sich hier die orthodoxe Jugendgruppe Preßburg gebildet. Die konstituierende Versammlung fand Mittwoch, den 10. März, statt. * Soweit das Telegramm. Wir begrüßen unsere Schwesterorganisation zu ihrer Entstehung aufs herzlichste und wünschen ihr vollen Erfolg. Wer die Verhältnisse in Preßburg kennt, wird es zu würdigen wissen, wie schwer und wie notwendig es ist, unter den dort sich immer mehr fühlbar machenden Gegenströmungen eine auf streng gesetzestreuer Basis stehende Jugendorganisation zu schaffen- Wie man uns noch berichtet, arbeiten die Führer dieser Jugendbewegung in vollem Einvernehmen mit den dortigen Führern der Orthodoxie. Unserer weitestgehendsten Unterstützung kann sie gewiß sein. Mitteilungen der orthodoxen Iugendgruppe. Errichtung eines Parallelschiur. Für die jüngere Altersklaffe wird ab 14. März ein Parallelschiur eingerichtet. Borstaudsfitzung. Jeden Samstag, 7 Uhr abends, Besprechung. Preffesektionssitzuug. Jeden Sonntag, 5 Uhr abends. Krankeufürforgefektiousfitznug. Jeden Montag, 7/> Uhr abends. Orthodoxe Iugendgruppe. Wien, II., Obere Donaustraße 69. 29. Spendenliste. In der abgelaufenen Woche sind der Jugendgruppe nachstehende Spenden zugegegangen: Orthodoxe Iugendgruppe: Purim-Sammlung bei Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner Josef Baumgarten K 450 —. Maschinenaktion für heimkehrende Palästinenser: Dr. Ben-Zion Feßler K100 —; Amalie Groß, 1 Nähmaschine. Krankenfürsorgesektion: Anonym K 100'—, Sandor Adler K 50 —, N. N. K 50 -, N. N. K 100 -, F. M. K 20 —, I. K. K 60 -. Palästinasektion: Sammlung durch Seiner Ehrwürden Herrn Rabbiner S. Fürst K 2000'—. Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, aus Postsparkassenkonto Nr. 172829 für „Iugendgruppe" und mit dem „Sektionsvermerk", oder an Herrn David Baumgarten, II., Herminengasse 13. Jeder jugendliche gefetzestreue Jude tritt der orthodoxen Iugendgruppe als Mitglied bei. — Mitgtiederaufnayine täglich von 8 Ahr früh vis 2 Ahr nachmittags und von 5 vis 8 Ahr aveuds im Aureau der orthodoxen Iugendgruppe, II., Hvere Konaustraße 69. Iugendgruppe des Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums. BereinSlokal: II., Obere Donaustraße SS (Eingang Floßgasse). Geöffnet an Wochentagen von 4 bis 3 Uhr abends, au SainStaaen und Sonntagen ab 3 Uhr vornnttagS. Reichhaltige Bibliothek u. Zeitschriften zur freien Benützung der Mitglieder. Schiurirn-Kinteilung vorn 23. bis 28. Aöcrr 5680 (13. bis 18. Marz). Samstag, Veil Uhr vormittags: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner S. Neuwirth. Samstag, 3 Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Mitgliederlernen. Samstag, 4 Uhr nachmittags: Vortrag. Sonntag, 6 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Sal.Schreiber. Sonntag, 7a7 Uhr abends: Thillim, Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch. Montag, 6 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Sal. Schreiber. Montag, Uhr abends: Freies Lernen in geschlossenen Zirkeln. Dienstag, 6 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Salomon Schreiber. Dienstag, 7 Uhr abends: Mischnoh (Peffochim), Herr Dr. Lemberg e r. Mittwoch, 6 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Salomon Schreiber. Mittwoch, 7^7 Uhr abends: Freies Lernen in geschlossenen Zirkeln. Donnerstag, 6 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Salomon S ch r e l b e r. Donnerstag, 7^7 Uhr abends: Haftauroh, Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch. Ju keinem orthodoxen Kaufe fehle die „Jüdische Korrespondenz". (Fortsetzung von Seite 4.) (Eine Million für eine landwirtschaftliche Siedlung in Erez Jisrol.) Die Palästinazentrale der Agudas Jisroel für Deutschland teilt uns mit: Bei Beginn der soeben stattgefundenen Erez Jisroel-Woche hat ein Ungenannter der Palästinazentrale eine Million Mark zwecks Gründung einer landwirtschaftlichen Siedlung gemeinsam mit industriellen Unternehmen zur Verfügung gestellt. Ein Spezialprospekt wird in Bälde veröffentlicht werden und dadurch Interessenten Gelegenheit zur Information geben. (Ein Wahlsieg der Agudas Jisroel in Palästina.) Ein Telegramm aus Jaffa meldet: Die Wahlen für den „Waad Hakhillah" hielten das Interesse der jüdischen Bevölkerung in höchster Spannung. Die Zionisten entwickelten eine ungeheure Propaganda, die Wahlen brachten aber einen vollen Sieg der orthodoxen Liste. Mit 90 Proz. ist die Wahlliste der Agudas Jisroel durchgegangen. Der Sieg erhält noch dadurch seine erhöhte Bedeutung, daß Jaffa bis dahin als Hochburg des Zionismus radikalster Art galt. (Der Perband der deutschen Juden.) Der „Verband der deutschen Juden" gibt sein Programm für seine Hauptversammlung am 2. Mai bekannt. An erster Stelle steht ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Nobel über: „Die Idee der Völkerversöhnung im Judentum." Auf der Tagesordnung steht ferner die Beratung der Satzungsänderungen; möglicherweise kommt auch die Frage der Gesamtorganisation zur Verhandlung. In letzterer Sache arbeitet der Verband Hand in Hand mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund. (Ein jüdischer Student erschossen.) In Baden-Baden hat sich am 7. März ein Drama abgespielt, das als eine Folge antisemitischer Verhetzung anzusehen ist. Es fand eine Versammlung statt, in der antisemitische Ausfälle vorkamen. Unmittelbar nach der Versammlung schoß ein Student, der der Versammlung beigewohnt hatte, den Studenten Cahn, den Sohn eines bekannten Badener Bankiers, auf der Straße nieder. Der junge Mann war sofort tot. (Judenhetze in München.) Am 7. März fanden in München aus dem Lembachplatz und vor der Feldherrnhalle

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