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Jüdische Korrespondenz · 1920-02-06 · 5 (6.2.1920) · page 5

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
6 (1920)
Issue
5 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 Jüdische Korrespondenz Seite 5 JUGENDGRUPPEN-BEIBLATT G--—--r----:-:-—---» |>te orthodore Iugendgruppe nimmt noch Anmeldungen für unterernährte, bedürftige Kinder iw Atter von 3 bis 13 Jahren bis zum 12. Jebruar täglich non halb 6 bis halb 7 Ahr abends entgegen. Are Milch gelangt durch das Joint Distribution Comitee aß 15: Ieöruar zur Ausgabe. Orthodoxe Mädchengruppe. Ueber Einladung der orthodoxen Mädchengruppe (Agudas Jisroel) fanden sich Dienstag abends eine größere Anzahl von Kindern zu einer Chamischo Osor-Feier im Lokal der Jugendgruppe ein, die glänzend verlief. Dank der bekannten Opferwilligkeit der Wiener Damen war es gelungen, für 50 geladene Kinder in so reichlichem Maße Kakao, Kuchen und Obst vorzubereiten, daß auch die später hinzu gekommenen Kinder ausgiebig bedacht werden konnten. . Es war rührend zu sehen, wie die Kleinen Früchte, die sie seit dem letzten Chamischo Osor nicht gegessen haben mochten, zur Gänze für ihre Angehörigen nach Hause nehmen wollten. ' Herr Oberrabbiner Fürst eröffnete die Feier mit einer herrlichen Ansprache, in dev er den Kindern den Sinn des Chamischo Osor-Festes klarlegte und in der er der Mädchengruppe auch ferneres gedeihliches Wirken wünschte. Frau Rabbiner Fürst stand den jungen Damen mit Rat und Tat zur Seite. In einer Pause wurde den Kindern von Frl. Freund eine heitere Erzählung vorgelesen. - * Wochenprogramm. Samstag, halb 11 Uhr vormittags, im Lokale der Jugendgruppe, II., Floßgasse 1, Vortrag: Professor David Kohn. Montag, halb 7 Uhr abends, Krankensektionssitzung. Mittwoch, 6 Uhr abends, Bortrag: Dr. Joel Pollak. Mitteilungen der Iugendgruppe. Boestandssitzung. Jeden Samstag, um 6 Uhr abends, wichtige Besprechung. Preffesektionsfitzung. Jeden Sonntag, 5 Uhr abends. Kraukeüfürsorgesektionsfitznug. Jeden Montag, um halb 6 Uhr abends. * Basel. In einem von der Agudas Jisroel-Jugendaruppe hier ' veranstalteten Vortragsabend hielt Herr B o t s ch k o ein sehr inhalts« reiches Referat über das Thema: „Israels Standhaftigkeit". Schon im Anfänge seines Entstehens, im ägyptischen Exil, ist daS jüdische Volk in einem Meer von Blut uno Tränen durchtränkt worden. Doch wenn auch im Blute geboren und erzogen, wenn auch ohne Schutz und Liebe, besaß es den unerschütterlichen Willen und die starke Kraft, alle Schrecknisse zu ertragen und im Vertrauen auf Gott auszuharren. In diesen finsteren Tagen der Geburt Israels führte Moses üüf Gottes Geheiß sein Volk aus dem fittenlosen Aegypten hinaus, aus. der Knechtschaft zur Freiheit hin, zum Sinai und zur Offenbarung. Die Bestimmung: „Selb heilig, denn heilig bin ich, euer Gott }" war von nun an die Richtschnur und der Wahlspruch des zukünftigen Lebens. Treffend bemerkte hier der Redner: Nur wir haben das Recht zu sagen, wir seien ein heiliges Volk, weil unser Gott heilig ist, wogegen die Götter anderer Völker nicht heilig, sondern nur verheiligt werden, verheuigt m der Phantasie ihrer Gläubigen. Die Thauro, die uns auf dem Sinai gegeben wurde, war die Quelle Israels, aus dem es seine Kraft schöpfte, und der Stein, auf der die Grund feste seines Bestehens gegründet war. Doch schon in dieser Verknüpfung der Thora mit Sinai negt gewissermaßen nach den Weisen eine Vorbedeutung der neuen Verfolgung und Bedrückung Israels, leiten sie doch das Wort „Sinai" Feindschaft) ab. Lebhaft führte uns der Referent die Kampfe, die von der Kirche gegen die Thora und den Talmud geführt wurden, vor Augen. Stets stellten die Feinde das letztere wußten sie doch, daß im ersteren ihr geistiger Tod liegen würde, Thora und Talmud ihnen aber das Höchste, welches wohl den Einsatz des Lebens wert war, geben würden. Die blutige Zeit des Mittelalters mit heute vergleichend, meint der Vortragende, daß heute die thoratreuen Juden einem viel schlimmeren Gegner als je gegenüberstünden, nämlich dem verräterischen Feinde, der ihnen aus den eigenen Reihen erwachsen ist und bestrebt ist, den eigentlichen Kern jüdischen Wesens zu vernichten und den zur Flamme auflodern wollenden jüdischen Funken auszulöschen. Dieser Gefahr müssen wir alle unsere Aufmerkreit widmen. Den Schluß des Referats bildeten einige herrliche Thoraworte, worauf der Vortragende die Jugend zu eifrigem Thoralernen ermahnte. Mit warmen Worten des Dankes schloß der Präsident, Herr Blum, die Versammlung. Orthodoxe Iugendgruppe. Wien, II., Obere Donaustraße 69. 24. Spendenliste. In der abgelaufenen Woche sind eingegangen: Orthodoxe Jugendgruppe: Adas Jisroel (Schiffschul) X 202'—, N. N. X 200'-, Adolf Grünwald & Bruder X100 —, Büchsensammlung X 120*—, Daniel Bonyhady, Salzburg X 10'—, durch I. K. X 100'—. Maschinenaktion für heimkehrende Palästinenser; Sammlung David Spitzer bei Verlobung Nasch-Apotowski X 400'—, Juda Großbard X 50'—. Krankenfürsorgesektion: Sammlung Leopold Grünhut X 300'—, M. N. X 10'—, Amalie Groß X 80'—, Anonym X 60'—, Anonym X 8'—, Johanna Moskowitsch X 50'—, N. N. X 150'—, N. N. X 22'50, Frau Johanna Schiff X 50'—, Selma Rosenberger X 100*—, Blanka Königsberg X 20—, Irene Spitzer X 14'—, Konzertkarle X 4'10, I. K. X 100'-, R. H. X 20'—, Rado Gyula X 100'—, N. N. X 100'40, S. F. X 100'—, Sandor Adler X 50'—, N. N. X 10'—. Weitere Geldsendungen sind, zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, auf Postsparkaffenkonto Nr. 172829 für „Jugendgruppe" und mit dem „Sektionsvermerk", oder an Herrn David Baumgarten, II., Herminengaffe 13. Iugendgruppe des Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums. BereinSlokal: N., Obere Donarrstraße 6S (Eingang Floßgasse). Geöffnet an Wochentagen von 4 bis 8 Uhr abends, an Samstagen und Sonntagen ab 9 Uhr vormittags. Reichhaltige Bibliothek u. Zeitschriften zur freien Benützung der Mitglieder. SlHirrrirn-KinteiLrrng vom 18. Sis 23. ScheScrtH 8680 (7.—12. Jebruar). Samstag, Vi-11 Uhr vormittags: Sidroh mit Kommentar, Sr. Ehrw. Herr Rabbiner S. Neuwirth. SamStag, Uhr nachmittags: Mögen Awrohom, Mitgliederlernen Herr David Baumgarten. Samstag, '/, 4 Uhr nachmittags: Vortrag. Sonntag, 5 Uhr abends: Gemoroh (Gitin). Herr Salomon S chr eib er. Sonntag, Uhr abends: Thillim, Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch. Montag, 6 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Salomon S chr eib er. Montag, V<7 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Se. Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß. DienStag, 5 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Salomon Schreiber. Dienstag, V*7 Uhr abends: Mischnoh (Megilloh), Herr Dr. L e mb e r g e r. Mittwoch, 5 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Salomon Schreiber. Mittwoch, V»7 Uhr abends: Sidroh mit Kommentar, Se. Ehrw. Herr Rabbmer A. W e i ß. Donnerstag, 5 Uhr abends: Gemoroh (Gitin), Herr Salomon Schreiber. Donnerstag, VJ Uhr abends: Hastauroh, Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch. Ankündigungen: Mincha-Gebet täglich um V*2 Uhr nachmittags im Beth-Haimdrasch der Schiffschul.

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