Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 6 (1920)
- Issue
- 4 (23.1.1920)
- Date
- 1920-01-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 4 Seite 5 Jüdische Korrespondenz « ——;— —— -» JUGENDGRUPPEN-BEIBLATT *;---; —:---* Zweite Mitgliederversammlung. (Schluß.) Samuel Stern dankt namens des Lokalausschusses allen denen, die ihn bei der Errichtung des Jugendheimes unterstützt haben und teilt mit, daß dieser Ausschuß seine Arbeit hiemit erledigt habe, um sich in einen Propagandaausschuß umzuwandeln, deren Notwendigkeit Redner hervorhob. Eine so große Organisation, wie die Jugendgruppe heute ist, muß auch entsprechend für die nötige Propaganda sorgen, um die zahlreichen Schwankenden zu gewinnen und zurückzuführen. Hiezu gehört eine Propaganda nach außen und nach innen. Von der Propaganda nach außen müssen wir vorläufig absehen, da uns weder die geeigneten Redner, noch die notwendigen finanziellen Mitteln zur Verfügung stehen. Auch ist es durch die gegenwärttgen Verkehrsschwierigkeiten unmöglich, Redner aus dem Auslande zu gewinnen. Hingegen können wir nach innen die Propaganda mit ganzer Kraft einsetzen lassen und bitten wir alle, uns dabei in der Weise zu unterstützen, indem sie alle für uns in Betracht kommenden Wahrnehmungen dem Vorstande bekanntgeben. Wir, werden alle uns zukommenden Mitteilungen prüfen und nach Tunlichkeit ausführen. Bezüglich der Bibliothek bemerkt Redner, daß der hohe Bücherpreis einen größeren Bücherankauf nicht ermöglicht. Unsere Bibliothek zählt gegenwärtig nahezu 250 Bände. Doch könne der Stand dadurch bedeutend erhöht werden, indem sich die Jugendgruppe an die jüdischen Vereine in Deutschland und der Schweiz wendet, die sicherlich in der Lage find, uns zahlreiche Werke leihweise oder kostenlos zu überlassen. (Beifall.) Max Adler berichtet über die Tättgkeit der Krankenfürsorgesektton, die ihrer ansangs gestellten Aufgabe auch weiter gerecht wurde, teilt mit, daß durch die neugegründete Mädchengruppe ermöglicht worden ist, den Krankenbesuch weiter auszubauen. In der Erkenntnis, daß Mädchen zum Krankenbesuch besser geeignet sind, wurde mit der Mädchengruppe die Vereinbarung getroffen, daß diese den gesamten Krankenbesuch übernimmt, wogegen die Jugendgruppe für alle Geld- und Lebensmittel aufzukommen hat. Es wurde ferner vereinbart, daß vorläufig das Allgemeine Krankenhaus wöchentlich, das Lainzer Versorgungshaus alle zwei Wochen und das Wiedener Spital zeitweise von der Mädchengruppe besucht wird. Wird es aber die wirtschaftliche Lage erlauben, werden auch die übrigen Spitäler in den Besuch einbezogen werden. Mit der Bitte, diese Aktion auch fernerhin mit besten Kräften zu unterstützen, schloß Redner seine Ausführungen. (Beifall.) Hiemit war die Berichterstattung beendet, worauf die Debatte eröffnet wurde. Als erster Redner meldete sich Herr Max Friedmann zum Wort. Er sagte, daß es der Wunsch vieler Mitglieder sei, Sport wie Turnen und Fußballspielen zu betreiben, weshalb er ersucht, eine Sportsektion zu gründen. Auch soll ein Schachturnier ausgeschrieben werden, daß sicherlich geeignet wäre, mehrere Außenstehende der Jugendgruppe zu gewinnen. Endlich verlangt er, daß die Jugendgruppe wenigstens zwei Vertreter der „B"-Gruppe in den Vorstand aufnimmt. Herrr Richard Hirschler führt Beschwerde bezüglich der Presse und betont, daß eine gute Presse für die Jugendgruppe geradezu eine Lebensnotwendigkeit ist. Er bittet daher, ihr größere Beachtung zu schenken und ist überzeugt, daß dadurch unser Organ die ihr gebührende Stellung einnehmen wird. Herrn Nathan Adler dankt dem Vorstand für seine bisherige selbstlose Tätigkeit im Interesse der Jugend, insbesondere den Herren Felsenburg, Pappenheim, Schreiber sowie den Herren Brody und Max Löwy und bittet um baldige Einberufung der Generalversammlung. Hierauf überbringt Herr Rosenthal die Grüße der Jugendgruppe „Innere Stadt", die nach der erfolgten Konstituierung die freundschaftlichsten Beziehungen zur Jugendgruppe II. Bezirk aufnehmen wird. Herr Ignatz Brody verurteilt den Standpunkt einiger Mitglieder, die, obzwar sie sich von dem Schiurim und den übrigen Arbeiten stets fernhalten, ausschließlich zu den Mitgliederversammlungen kommen, um den Vorstand für jede kleine Unzukömmlichkeit zur Verantwortung zu ziehen. Er fragt an, was der Vorstand eigentlich zu tun unterlassen hat. Zuerst hieß es, daß das Lokal zu klein sei. Als es dem Vorstand sodann gelungen war, ein so schönes Lokal zu erwerben, sind die Schiurim doch nicht besser besucht, obzwar sich der Unterrichtsausschuß die erdenklichst größte Mühe nimmt, trotz der geringen Auswahl der Lehrkräfte einen guten Lehrplan zusammenzustellen. (Allgemeiner Beifall.) Herr Alfred Stroh findet es für notwendig, daß die neugegründete Jugendgruppe „Innere Stadt" in der großen „Gruppe" aufgeht, wobei sie ihre eigene Schiurim abhalten kann, jedoch in sozialen Angelegenheiten gemeinsam mit der „Jugendgruppe II. Bezirk" arbeiten muß. Bezüglich der Versorgung der Privatbanken mit Lebensmittel usw. verweist Redner auf die „Joint Distribution Comitee", die zu diesem Zwecke die Krankenfürsorge sehr unterstützen kann. t Herr Ardel regt zur Förderung der Propaganda an, daß die Jugendgruppe periodisch „Merkblätter" ausgeben soll, die in kurzen Worten mitteilen, was die Jugendgruppe geleistet hat, was sie leisten will und was sie von dem Einzelnen verlangt. Der Obmannstellvertreter Nathan Herzka erwiderte auf die gestellten Anträge, daß nach Eintritt der schöneren Jahreszeit dem Sport, wie Turnen usw., Rechnung getragen wird, das Ausschreiben eines Schachturniers natürlich gleich erfolgen kann, während die Aufnahme von zwei Vertretern der „B"- Gruppe in den Vorstand der Generalversammlung überlassen werden muß. Was die Beschwerde über die Presse betrifft, so wird diese in der nächsten Zeit eine Umgestaltung erfahren. Die Anregung des Herrn Ardel, bezüglich der Merkblätter, wird bei der nächsten Sitzung in Erwägung gezogen. Bezüglich der Arbeitsteilung mit der Jugendgruppe Innere Stadt bemerkt Redner, daß er natürlich voraussetzt, daß die Jugendgruppe Innere Stadt mit unserer Gruppe in sozialen Angelegenheiten gemeinsam gehen wird. Auf die Anregung des Herrn Stroh, sich bezüglich der Versorgung der Privatkranken mit Lebensmittel mit der Joint Distributton Comitee ins Einvernehmen zu setzen, teilt Herr Adler mit, daß die Mädchengruppe auch tatsächlich schon mit dem Joint in Verbindung steht, die Verhandlungen jedoch noch nicht zum Abschluß gelangt sind. Mit der Bitte, um recht zahlreichen Besuch der Schiurim und um weitere Unterstützung der Jugendgruppe in der Durchführung ihrer sozialen Aufgabe, schließt der Obmannstellvertreter die mit großem Beifall aufgenommene Versammlung. Vereinigung Jüdischer Akademiker, (v. X A.) Die thoratreuen jüdischen Akademiker treffen sich jeden Mittwoch, um 7 Uhr abends, im Kluozimmer des Cafe Jägerhof, IX., Porzellangaffe 22. Wochenbericht. Mittwoch, den 14. Jänner, hielt Herr Dr. Samuel Lemberger anläßlich der Zusammenkunft der Mitglieder der D. I. A. ein wohldurchdachtes Referat über den Einfluß nichtjüdischer Gelehrter aus das Bibelstudium. Mensa academioa ritnalis. Die Vereinigung Jüdischer Akademiker hat sich seit ihrer Gründung zur Aufgabe gemacht, dem Uebel abzuhelfen; daß in Wien die rituell lebenden Akademiker sich zurzeit nirgends ihrer Bildung und akademischer Würde entsprechend verköfkgen können. ' Seit Gründung der Einheit bestand wohl in Verbindung mit bicfetr* Volksspeisehalle eine mensa academica ritualis. Sie wurde aber, nachdem der „jüdische" Hochschulausschuß sich schriftlich verpflichtet hat, eine ausschließlich für Akademiker bestimmte rituelle Mensa zu errichten, aufgelaffen. 3« tzeimm orthodoxen ßaultfeWe „KMrV^Wrrekxstt<ke»r^ Werbet Mitglied für die %nda$ Jitreel, den UJelteerband der traditionell-öeretmtfenen!