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Jüdische Korrespondenz · 1919-10-24 · 39 (24.10.1919) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
39 (24.10.1919)
Date
1919-10-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 39 Jüdische Korrespondenz Seite 11 40 Müller, 40 Kutscher, 200 Tischler, 40 Schmiede, 30 Uhrmacher, 225 Goldschmiede, 30 Kesselflicker, 40 Bäcker, 90 Weber und Spinner, 20 Glaser und 300 Kaufleute. Ungefähr 1300 Knaben und Mädchen arbeiten als Lehrlinge'in verschiedenen Werkstätten. Insgesamt gibt es ungefähr 4000 jüdische Familien in Jerusalem, die sich selbst durch Arbeit erhalten. (Die Lage der Juden in Damaskus.) Es gibt ungefähr 3000 jüdische Familien in Damaskus. Die Zahl der jüdischen Kinder, die der Erziehung bedürfen, ist zirka 3800. Von ihnen besuchen 1800 verschiedene Schulen, 1300 hebräische, 500 die Schulen der Alliance. Die übrigen treiben sich in den Straßen herum und sind gänzlich verkommen. Was noch! schlimmer ist, viele der jüdischen Waisenkinder werden in nichtjüdischen Waisenhäusern erzogen. Ungefähr die Hälfte der jüdischen Einwohner von Damaskus sind Handelsleute; ein großer Teil der Einwohner sind in verschiedenen Handwerken tätig, besonders in der Weberei und als Kupferschmiede. Im allgemeinen haben die Juden ein schweres Leben, 300 von ihnen sind Bettler, die von Haus zu Haus gehen. Auch leiden die Juden sehr unter dem Mangel an häuslicher Bequemlichkeit und leben in überfüllten Räumen, wodurch die Schwindsucht sehr verbreitet ist, besonders unter den Kindern. Die große Armut hat zu einer Zunahme der Unsittlichkeit geführt. Im ganzen ist die Lebenshaltung der Juden, sowohl die moralische wie die materielle, sehr schlecht im Vergleich zu der ihrer christlichen und mohammedanischen Nachbarn. Der Hebräische Klub in Damaskus hat beschlossen, eine besondere hebräische Klasse sür jüdische Mädchen zu eröffnen, welche die Allianceschulen besuchen. (Die Juden in Korea.) Mr. Kwanyong Lee, Mitglied , der Koreanischen Friedensdelegation in Paris, hatte die j? Freundlichkeit, dem Vertreter der „Jüdischen Preßzentrale ^Zürich", über die Juden in Korea folgende Einzelheiten zu Ugeben: In Korea selbst leben nicht sehr viele Juden. Immerhin Mesteht in der Hauptstadt Seoul seit langem eine jüdische Kolonie, deren Mitglieder jedoch sowohl in Sprache als auch der Kleidung nach völlig den Koreanern assimiliert sind. Sie haben sogar den koreanischen Typus angenommen, so daß man auf der Straße einen Juden von einem Koreaner gar nicht unterscheiden kann. DaS einzige Erkennungszeichen für die Juden bildet ihr Namen. Im koreanischen oder im chinesischen gibt es nur einsilbige Namen. Wenn nun einer Sumon (— Simon) heißt, so weiß man, daß er ein Jude ist. Man hat den Grund der völligen Assimilation der koreanischen Juden damit zu erklären gesucht, daß die koreanisch-chinesische Kultur der jüdischen durch ihren Rationalismus sehr nahe stehe. Die Juden Koreas beschäftigen sich ausschließlich mit dem Handel und werden als äußerst tüchtige Geschäftsleute geschätzt. Ein wesentlicher Teil der kaufmännischen Mittelklasse in Korea besteht aus Juden, die völlige Gleichberechtigung genießen. Die Juden nehmen auch den ihnen gebührenden Anteil am Staatsdienst, es gibt jüdische Soldaten und Offiziere, Richter, Aerzte, Lehrer und Staatsbeamte. Es' wird überhaupt kein Unterschied zwischen Koreanern und Juden gemacht und der Antisemitismus ist den Koreanern vollständig fremd. (Oftjuden, die nicht jiddisch kennen.) Einen interessanten jüdischen Typus schildert der Herausgeber.'eines Kriegstagebuches, das demnächst an die Oeffentlichkeit treten wird. Jehuda Jizchak Meilen, so der Name des Betreffenden, lernte in einem russischen Gefangenenlager einen Juden kennen, der seine besondere Aufmerksamkeit erregte. „Ich fragte ihn," erzählt Meilen, „von welcher Gegend er in Rußland sei. Er sagte mir, er sei ein grusinischer Jude von jenseits der kaukasischen Gebirge. Ich sprach versuchsweise zu ihm einige hebräische Worte und erstlhr zu meiner Ueberraschung, daß er, trotzdem er ein ganz einfacher, ungebildeter Mensch war, nicht wenig hebräisch sprechen konnte, fast mehr als ein „Halbintelligenzler" bei uns. Ich ließ mich mit ihm in ein Gespräch ein, um etwas Näheres über die Art der dortigen Juden, ihrer Sitten und Gebräuche zu erfahren. Er ließ mich wissen, daß die Juden seiner Heimat die jiddische Sprache gar nicht kennen; sie sprechen russisch oder hebräisch. Sie sind noch recht konservativ und orthodox und unterscheiden sich damit von den Juden des übrigen Rußlands. Am Sabbat ist bei ihnen noch die „Droschoh" des Rabbiners usuell. Der Lehrplan für ihre Kinder ist — nach seinem Aussagen — etwa folgender: Zuerst Danach, dann Mischnajot und die sogenannten Moral¬ und * Sittenlehrbücher, hauptsächlich den Kaw Hajoschor. Nur diejenigen Kinder, die sich dann weiter dem Studium widmen, beginnen hernach Talmud zu lernen." (Für die Jude» von Aidrn.) Der in Smyrna erscheinende „Nouvellista" schreibt, daß der Gemeindepräsident von Smyrna, Boaz Effendi Menache, sich bei dem hohen griechischen Kommissär zu Gunsten der Juden von Aidin verwendet hat, die sich infolge der letzten Ereignisse in einer beklagenswerten Lage befinden. Mit Rücksicht hierauf hat der hohe griechische Kommissär EfteriadiS sofort Weisung gegeben, um die Uebersiedelung dieser Juden, sofern sie dies wünschen, auf Staatskosten nach Smyrna vorzunehmen. Er hat ihnen ebenfalls Hilfsgelder in Aussicht gestellt. Notiz. Wien. Herr Philipp Wasservogel, Inhaber der Firma Fritz Wasservogel, Wien, I., Sulzgries 18. spendete der füuMassigen israelitischen Knabenvolksschule mit Oeffentlichkeitsrecht lTalmüd'.Thsra- Bolksschule), Wien. II., Malzgasse 16, den Betrag von K 50—. — Jejascher koach. Jüdische Kriegsgefangene in Sibirien juche» ihre Angehörigen. Die New 'Jorker jiddische Tageszeitung „Der Tag" veröffentlicht eine Liste jüdischer Kriegsgefangener in Sibirien, welche durch Bermittlungdes New 'Jorker „Roten Magen Dawid" ihre Angehörigen suchen. Wir entnehmen der Liste jene Namen, die Adressen in Men anführen: Ernst Weizn'er sucht Alfred Weizner, IX.. Türkenstraße 29. — Ernst Amtmann sucht Frau P. Amtmann, IX., Glasergasse 20. — Artur Groß sucht Frau Sophie Groß, Stockerau. — Dr. Ritter sucht Dr. Emanuel Ritter, Oberhollabrunn bei Wien. — I. Spjelmann sucht Dr. Leopold Spielmann, XVI., Koppstraße 2..— Karl Meier sucht Siegfried Meier, IV., Paulinergaffe 7. — Ernst Kalman sucht Heinrich Kalman, U., Blumauergasse 12. — Hans Spira sucht Ludwig Spira, 11, Ausstellungsstraße 25. — Norbert Silbiger sucht Charlotte Silbiger, II., Praterstraße 26. — Dr. Ignaz Lerner sucht Frau M. Lerner, V., Kriehubergaffe 10. — Emil Meißner sucht Frau Rosa Meißner, Wien, IX. — Karl Zelnik sucht Kar! Zelnik, I., Ruppertplatz 1. — Samuel Blumenthal sucht Herinann Blumenthal, Oefterreichische Hypothekenbank. I., Wallnerstraße 2. — Heinrich Grünberg sucht Pepi Lessing, IX., Franz Josess-Bahnhofstraße. — HanS Arenstein sucht Dr. Siegfried Arenstein, I., Kärntnerring 2. — Herbert Stein sucht Le»pold Stein, VII.. Kaiserstraße 65. — Andor Samek sucht Emanuel Samek, IX., Servitengasse 13. — Leopold George sucht M- Wölf George, II., Zirkusgaffe 21. — Leopold Kaiser sucht Familie Schloßberg, XVI., Ottakringerstraße 149. — Dr. Robert Politzer sucht Henrietta Politzer, IX., Dreihakengasse 10. — Albin Goldschmied sucht Alex. Goldschmied, IV., Favoritenstraße 72. — Leo Landau sucht Johann Korngut, XIX., Weinzingergaffe 3. — Friedrich Braun sucht Josef Braun, III., Esthrgasse 5. — Karl Frank sucht E. Knöpfelmacher, IX., Löblichgasse 4. — Ernst Grundmann sucht N. Grundmann, IX, Fuchsthalergasse 13. — Paul Pfeilbogen sucht Samuel Pfeilbegen, VlI., Mariahilferstraße 112. — Leopold Eichhorn sucht A. G. I. Birkner. VII., Kenyongaffe 2. — Max Diamant sucht Samuel Diamant, X., Quellenstraße 38. — Paul Adler sucht Markus Adler, I., Wippliugerstraße 23. — Leo Feiner sucht I. Feiner, 1., Werderthorgaffe 12. — Arpad Großmann sucht A. Großmann, Ul., Löwenaasse 34. — Wilhelm Wechsler sucht Elias Wechsler, IX., Türkenstraße 25. — Heinrich Guttmann sucht Hermann Weißkopf, 11., Untere Augartenstraße 37. — Adolf Schönthal sucht Olga Schönthal. Ul., Dießlergasse 4. — Michael Jmber sucht Jakob Grünberg, II., Sternechilatz 13. — Paul Willig sucht Adolf Wistig. V., Brandmayergaffe 6. — Schaje Ringel sucht Dr. Mela Bloch, I., Klinik Prof. Finger. — Jakob Fleischmann sucht Sandor Brunner, II., Obere Donaustraße 64. — HanS Bettelheim sucht N. Bettelheim, VU., Lindengasse 25. — Friedrich Karamas sucht Adolf Karamas, IX., Währingerstraße 64. — Dr. Richard Daniel sucht Dr. Siegfried Brüll, Wien lll. Neue Bücher. »»JeziaS Migrain." iEin Hindernisspiel. Entworfen von Bella Rosenbaum in Frankfurt a. M. und erdacht von David Ochs- Köln a. Rh. Herausgegeben von der Bundesvereinicsung „Esra", Frankfurt a. M. — Ein lithographisch sehr schön ausgeführteS, interessantes Spiel, daden Vorzug hat, den spielenden Kindern gleichzeitig den Auszug der Juden aus Aegypten und ihre Wanderung bis zum

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