Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 39 (24.10.1919)
- Date
- 1919-10-24
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Jüdische Korrespondenz Nr. 39 Berge Sinai vor Augen zu führen. Der erläuternde Text ist hebräisch, deutsch, französisch und holländisch. „Schief Leviuche mit seiner Kalle" oder „Polnische Wirtschaft". Ein komischer Roman von Hermann Schiff. Mit einer empfehlenden Erklärung von Heinrich Heine. Zweite Auflage (die erste erschien 1648), Hamburg-Berlin, Hoffmann & Campe. Verlag. (Broschiert Mk. 6-—, gebunden Mk. T—) Eine hochinteressante literarische Ausgrabung. Eine Entdeckung und eine Merkwürdigkeit. Ein komischer Roman, spannend geschrieben, von überwältigendem Humor, von Heinrich Heine als „Meisterwerk voll sprudelnden Witzes" empfohlen — und doch seit 70 Jahren so gut wie vergessen — verschollen! Der Inhalt ist mit wenigen Worten erzählt: Die schöne Rabbinerstochter im Ghetto einer östlichen Stadt wird von einem Maler ohne ihr Wissen als „Heilige" gemalt. Ihr Bild hängt am Altar der katholischen Kirche derselben Stadt. Das bringt Christen und Juden in Harnisch. Aus der Sensation hierüber entwickeln sich all die tragischkomischen Konflikte unter der christlichen wie unter der jüdischen Bevölkerung. Besonders aber bei der Familie der schönen Marianne, der Braut des schiefen Levinche. Die Situationen, die sich ergeben, kann man nicht schildern, man muß sie lesen. Hingewicsen sei noch auf das literarhistorisch bemerkenswerte Borwort mit einem Brief von Heine an den Verfasser und vom Verfasser an Heine und auf das kulturellliterarisch interessante Nachwort des Verfassers. Der „Schlemiel" hielt, was er versprochen hat. Die bisher vorliegenden acht Nummern dieser einzigen jüdisch-deutschen humoristischen Zettschrift zeichnen sich durch besonders guten Inhalt und gelungene Karrikaturen aus. Verlag: Berlin NW 7, Dorotheenstraße 35. „Die politische Entwicklung in Kougreßpoleu währeud der deutschen Okkupation." Unter Mitwirkung von Wilhelm Stein von Dr. Paul Roth. Leipzig, Verlag von K. F. Köhler, 1919. — Eine überaus intereffante Darstellung, die reiches Material enthält. Besonders verdient das Kapitel Interesse, das die politische Entwicklung im polnischen Judentum während der Zeit der deutschen Okkupation schildert. „Die Wahlen für die konstituierende Nationalversammlung." 1. Vorläufige stattstische Ergebnisse. Preis K 3 —. Wien, 1919. Druck und Verlag der deutschösterreichischen Staatsdruckerei. — Diese Publikation bildet das erste Heft der „Beiträge zur Statistik Deutschösterreichs", herausgegeben von der statistischen Zentralkommission. Es enthält neben einigen sachlichen Schilderungen eine Reihe Tabellen, die das Ergebnis der Wahlen zur deutschösterreichischrn Nationalversammlung allseitig darstellen. Bei der großen politischen Bedeutung, die diese Wahlen hatten, kommt der ziffermäßigen Darstellung des Ergebnisses ein erhöhter Wert zu. „Der Geldwert." Grundsätze für die Beurteilung der Geldentwertung. Von Dr. Josef Grüntzel. Verlag von Ferdinand Enke in Stuttgart. 1919. Preis Mk. 3-80. — Das Valutaproblem ist heute eines der brennendsten und kompliziertesten. Umso willkommener ist die vorliegende Schrift, in welcher der Verfaffer, Hofrat und ordentlicher Professor an der Exportakademie in Wien, den Geldwert und die Geldentwertung mit großer Sach- und Fachkenntnis behandelt. „Auf poluifcher Erde." Der Sommer 1917 im Osten. Von Adolf Gelber. Wien, 1919. Verlag von Moritz Perles (I., Seilergaffe 4). — Der Verfaffer schildert seine Reisen in Polen im Kriegsjahre 1917 in schwungvoller Form, beschreibt Land und Leute und erzählt ihre Sagen und Anekdoten mit Liebe und Wärme. Ein Kapitel. „Der neunte Ab", ist besonders für den jüdischen Leser interessant. Das ganze Buch liest sich mit spannendem Interesse. „Nation, Staat und Wirtschaft." Beiträge zur Politik und Geschichte der Zeit. Von Ludwig Mises. Wien und Leipzig, Manzsche Verlagsbuchhandlung, 1919. Preis X 15 —, zuzüglich 20 Prozent Teuerungsaufschlag. — Ein aktuelles Buch, das mit großer Sachkenntnis die Richtlinien der zukünftigen deutschen Politik fesfftellt. Die im Titel angegebenen Probleme werden eingehend behandelt und klargelegt. „Wilson und Clemeneeau." Von vr. jvr. Josef L. Kunz. Wien und Leipzig, Manzsche Verlagsbuchhandlung, 1919. Preis K6-—, zuzüglich 20 Prozent Teuerungsausschlag. — Die Stellung und die Haltung der zwei Männer, die bei der Beendigung deS Weltkrieges die erste Rolle spielten und die dessen Resultat sowie das des Friedensvertrages von Versailles am stärksten beeinflußten, sind in dem vorliegenden Buche geschildert und beleuchtet. Bei aller Objektivität fällt der Verfaffer ein hartes Urteil über Wilson, der sich selbst untreu wurde und vor Clemeneeau zurückwich, wodurch der Gewaltfriede entstand. „Der TodeSgaug des armenische« Volkes." Bericht über daS Schicksal des armenischen Volkes in der Türkei während deS Weltkrieges. Von Dr. Johannes Lepsius. 1319. Tempelverlag, Potsdam. Preis Mk. 4-40. — Von der ersten Auflage dieses Werkes konnte während des Krieges der Presse keine Besprechung ermöglicht werden, da die Zensur dies verbot. Dennoch ist dieser Bericht bekannt geworden und hat durch die neuesten Veröffentlichungen deS Verfassers in seiner Sammlung der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes feine volle Bestätigung gefunden. Da es nun freigegeben ist, erregt das Schicksal des Volkes erschütternde Teilnahme. „Die Demokratie deS Auslandes." 1. Die Demokratie in England. Don Prof. Dr. Paul L e n f ch. 2. Die Demokratie in Frankreicp. Von Prof. Dr. L. B e r g st r a ß e r. 3. Der demokratische Gedanke in Amerika. Von Dr. Ernst Schnitze. 4. Die demokratischen Rechte und Pflichten in der Schweiz. Von Prof. Dr. Paul R ü h l m a n n. 5. Die Versuche der Demokratisierung im alten Rußland. Von Professor Dr. Ott» Hoetzsch. Preis jedes Heftes Mk. 1°70, zuzüglich 10 Prozent Teuerungszuschlag. Oldenburg t. O. 1919. Verlag von Gerhard S t o l l i n z. — Eine Vortragsreihe, veranstaltet vom Verein „Auslandskunde" in Berlin. Die Namen der Prelegenten bürgen für die fachkundige Behandlung der Themata, die zurzeit überaus aktuell sind. „Die Weltliteratur." Jahrgang 1916. Zwei Bände. Verlag der Weltliteratur, München. — Der abgelaufene Jahrgang der Weltliteratur liegt nun in zivei gut gebundenen Bänden vor. In einer Zeit der Abstumpfung. Kinopoesie, Verflachung und Papiernot für alle nicht mit dem Krieg zusammenhängenden Zwecke ist ein reiches künstlerisches und technisches Jahreswerk getan worden, das den Deutschen die Möglichkeit bietet, sich ihre neuesten Dichter in Wochenheften ^u billigen Preisen anzuschaffen. In de» Bänden sind Beiträge von Meyrink, Karl Hauptmann, Zola, Tolstoi, Schäfers Anekdoten und andere wertvolle Erzähler enthalten. DaS vierte Heft des „Neuen Merkur" (Verlag „Der Neue Merkur", München, Preis Mk. 2-75) zeichnet sich durch mit besonderer Sorgfalt gewählte Beiträge aus. Inhalt: Karl Gareis: Zur Mechanik der Revolution. Robert Müller: Aus Deutschösterreich. M. Saltykow- Stschedrin: Aus vergangenen Tagen. Harald Landry: Freistudententum und neue Zeit. Efraim Frisch. Anmerkung Wilhelm Hausenstein: Wir und daS Barock Menschen. Ereignisse. Stimmen: Galeriepolitik, von Julius von Meier-Graefe. Zivilisationspolitit und Sozialismus, von R. M. DaS Rathaus, von Walter H. Dammann. Bet-Hamidrasch-Thora Ez-Ghajim (SchifFschui), Wien, II., Große Sehiffgasse 8, sucht einen Baal «Teflloh und Baal-Kaureh Zuschriften sind an obigen Verein zu richten. ::: Wöfterbticli sss Hebräisch-polnisch-deutsch K 40-— Deutsch-hebräisch . . . K 30*— Hebräisch-deutsch . . . K 30-— i4-o> Ghaldäisch-deutsch . . . K 15*— Ojzer Haschoruschirn, 5 Teile K 65*— Alles gebunden! Buchhändler Rahait! "MU Gei O. WSSf, Lemberg, Sonnengasse Nr. 23. Tallis- und Tefflllimbeutel sowie sämtliche Synagogenstickereien in bester Ausführung. Brautausstattungen. Fernruf 44.609 BEI-/I-/Ä. LOWY Fernruf 44.609 Wien, II. Bezirk, Krumbaümgasse Nr. 16. c£3»att3fiB^u!B£a£E&BisaaaEQfifiauaDda2£cgi&BOfiHBMEiiasnHas£a2Euaisasraua3CB&CEix6aei!&Ec SACCHARIN - mrm -nyb bi 0-3) , ,«p ,tkw rf?pn unta» ,BN"e in d’S-dd .tun O’öpDDnB .tun D^apeons MATUSAN & KAPLANSKI Chemische Fabrik „Speranza“ — Zürich 6 (Schweiz) Eigentum einer Societat. —Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppe!. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, Vlfl., Hernalser Gürtel 20.