Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 39 (24.10.1919)
- Date
- 1919-10-24
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 39 Jüdische Korrespondenz Seite 7 Wiener Kinder in die Ieschiwo l Durch die Teuerung in den verschiedenen in Betracht kommenden Orten der Tschecho-Slowakei und Ungarn ist es vielen Eltern, die sonst ihrer Pflicht ,-welimadetem aussom es benechem“ sicher nachgekommen wären, unmöglich geworden, ihre Kinder in die Jeschiwo zu schicken. Damit trotzdem die fähigen und lernbeflissenen der weiteren Ausbildung nicht verlustig werden, hat die orthodoxe Jugendgruppe in Da. Szerdahely und Tyrnau durch einen Delegierten um Freiplätze in Privathäusern angesucht. Unsere Aktion hatte vollen Erfolg! In Da. Szerdahely wurden uns für 6, in Tyrnau für 4 Bachurim Freiplätze in durchwegs gutbemittelten Häusern bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Für die noch wenigen freien Plätze werden Anmeldungen bei Herrn D. Baumgarten, II., Herminengasse 13, entgegengenommen. Auskünfte dortselbst. Der Arbeitsausschuß. Are Hrlhodore Jugend gruppe nimmt Abonnements für die „Jüdische Korrespondenz" «nd den „Kaderech" entgegen. Beiträge und Mitteilungen für das „Beiblatt der Jugendgruppe" sind an die „Pressesektion der orthodoxen Jugendgruppe", II., Große Schiffgaffe 16, zu richten. Redaktionsschluß Montag abends. Orthodoxe Iugendgruppe. Wien, II., Große Schiffgasse 16. Worte an jüdische Herzen: Jede Bereinigung ans reinen Beweggründen z« reinen Zwecke« gelangt endlich zn Bestand! (Mischueh Owaus.) 12. Spendenliste. Der orthodoxen „Jugendgruppe" sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: L. K. K 1000'—. Für die Lainzer Aktton sind uns zugegangen: je K100 —: Ladislaus Deutsch, Artur Sputz; je L 50'—: Wilhelm Kritzler, Teestubenaktton (durch Herrn Kohn), Tomech Ewjonim, Sandor Adler; K 40 —: H. Fuchs; je K 20 —: Max Friedmavn, Moritz Schreiber, Thora-Spende (Hoschanoh-rabbo); je K10 —: Regine L., Bella L., Lilly S., Frau Gruber, Emanuel Felsenburg. Weitere Geldsendungen find zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, auf Postsparkassenkonto Nr. 172829 für „Jugendgruppe", Krankenspenden unter „Krankenbesuch" oder an Herrn David Baumgarten,II., Herminengasse 13. Aktton zur Beteilung der jüdischen Pfleglinge des Mainzer Versorgungshauses mit Winterbekleidung. Der Winter hat, wie es ja vorauszusehen war, die fast unbeschreibliche Not der Armen noch gesteigert. Besonders macht sich das Elend bei unseren Glaubensbrüdern im Lainzer Versorgungshause, die dort unter körperlichen und seelischen Qualen leiden, bemerkbar. Dieselben sehen, jeder warmen Kleidung bar, mit Angst und Entsetzen dem Winter entgegen. Hier muß die jüdische Gesellschaft ihre Pflicht voll und ganz tun! Rasche Hilfe tut not! Jeder spende was er an Wäsche, Winterkleidern, Röcken, Strümpsen, Schuhen für Männer und Frauen — und an Geld leisten kann! Beschädigte Stücke lassen wir reparieren. Die Sekttonsleitung ist gerne bereit, Kleider und sonstige Spenden abholen zu lassen. Geldsendungen sind mit dem Vermerke „Winterwäsche für Lainz" zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stefaniestraße, auf Bankkonto 172.829 für „Jugendgruppe", wobei man sich der dieser Nummer beigelegten Erlagscheine freundlich bedienen möge oder an Herrn David Baumgarten, IL, Herminengasse 13. Nachrichten der Iugendgruppe. Infolge Einrichtungsarbeiten in unserem neuen Heim muß die für Sonntag, den 26. Oktober, anberaumte Mitgliederversammlung auf kurze Zeit verschoben werden. Der Zeitpunkt, an dem diese stattfinden wird, wird rechtzeitig bekanntgegeben. Die Leitung. VorstandSfitzung. Samstag, den 25. Oktober um halb 7 Uhr abends Vorstandssitzung. Tagesordnung: Stand der Lokalarbeiten und Laufendes. Preffesektion. Die Mitglieder der Pressesektion werden ersucht, sich Montag, den 27. Oktober, um halb 6 Uhr abends, im alten Lokale einzufinden. Tagesordnung: Laufende Arbeiten. Krankenfürsorgesektiou. Samstag, den 25. Ottober, um halb 7 Uhr abends, Besprechung im alten Lokale. Die Mitglieder dieser Sektion werden ersucht, vollzählig zu erscheinen- Tagesordnung: Laufende Angelegenheiten. Mafchinenaktiou. Sammelblocks für diese Aktion sind bei Herrn Max Adler und Emanuel Felsenburg zu haben. Volle Blocks unverzüglich abliefern! Lammurapi und die Bibel. Seinerzeit, als die Gesetzestafeln Hammurapis entdeck: wurden, rauschten die offenen und versteckten Judenfeinde vor Freude auf: Nun ist es heraus! Moses war ein Plagiator! Die Bibel ist eine Nachahmung der Gesetzessammlung Hammurcwis und die Juden entbehren auch auf diesem Gebiete jeoer Originalität. Das Problem hat damals viel Staub aufgewirbelt und es entstand eine ganze Literatur über „Bibel und Babel". Im Laufe der Zeit legte sich die Sache ein wenig. Die ernste Gelehrtenwelt kam zur Ueberzeugung, daß das Buch der Bücher doch von anderen Geistes Kind sei. Im jüngsten Heft der „Neuen Jüdischen Monatshefte" (Berlin) nimmt der berühmte Gelehrte Prof. König (Bonn) zu dieser Frage, wie folgt, Stellung: Während die deutsche Orientgesellschaft in den Ruinen Babylons eisrigst mit gutem Erfolge nach Denkmälern der Vergangenheit suchte und zum Beispiel die glänzende Prozessionsstraße aufdeckte, war auch der französischen Expedition, die den heutigen Ort Schuster (in Persien) zu ihrer Operationsbasis gemacht hatte, ein bedeutender Fund befchieden gewesen. Es ist wieder einmal gegangen, wie es öfter zu gehen pflegt: Da, wo sie nicht direkt gesucht wurde, hat sich eine neue Lichtquelle für die babylonische Altertumskunde geöffnet. Unter der Leitung von I. de Morgan wurden nämlich in der erwähnten Stadt mehrere größere Monumente ausgegraben, die von siegreichen Königen der Elamiter nach ihrer Residenz Susa als Siegestrophäen gebracht worden waren. Das wichtigste von diesen Denkmälern ist eine schwarze, ungefähr acht Fuß hohe Dioritsäule, die König Hammurapi, der Hauptvertreter der ersten babylonischen Dynastie, deffen Regierungszeit neuestens auf 1955—1912 angesetzt wird', aufgestellt hatte. Eine Abbildung dieses Monuments mitsamt dem Texte der darauf befindlichen Inschrift und eine Entzifferung derselben wurde zuerst von dem verdienstvollen Prof. V. Scheck zu Paris veröffentlicht. Eine Verdeutschung des Textes wurde dann bald darauf von Hugo Winckler unter dem Titel „Die Gesetze Hammurabis"'-' berausgegeben. Weiter folgte dann eine unabhängig von Winckler hergestellte englische Uebersetzung von C. H. W. Johns, die den bezeichnenden Titel „The Oldest Code of Laws in the World“ trägt, ferner die große Ausgabe in Keilschrift und Uebersetzung von Robert Francis Harper (Chicago 1904) usw. Diese Inschrift verdient aus verschiedenen Gesichtspunkten gar wohl den Namen eines Gesetzeskodex. Dies ist schon wegen ihrer Eingangspartie der Fall. Denn darin heißt es zum Beispiel: „Mich, Hammurapi. den hohen Fürsten, der Gott fürchtet, um dem Rechte im Lande Geltung zu verschaffen, den Schlechten und Bösen zu vernichten, damit der Starke dem Schwachen nicht schade, damit ich wie Schamasch (der Sonnengott) das Land erleuchte, haben Anu (der Der Bericht über die letzte Mitgliederversammlung wird wegen Platzmangel in der nächsten Nummer veröffentlicht. 1 E. F. Weidner in den „Mitteilungen der Vorderasiatischen Gesellschaft" (1917), S. 27. 2 Zuerst meinte man, den Namen mit b schreiben zu V Erdenket des Krankctihau$foml$ der orthodoxen luaendaruvvei