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Jüdische Korrespondenz · 1919-12-19 · 46-47 (19.12.1919) · page 12

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
46-47 (19.12.1919)
Date
1919-12-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Jüdische Korrespondenz Nr. 46/47 ist, betrachtet als euren Vater und folgt seinem Rate. Den Makkabaeus aber wählt um seiner Tapferkeit und Stärke willen zu eurem Heerführer im Kriege. Denn er ist ein Mann, der die Schmach feines Volkes rächen und die Feinde züchtigen wird. Zum Schluffe noch eins: Zieht alle gerechten und frommen Männer an euch heran; denn dadurch werdet ihr eure Macht verstärken." Darauf flehte Mattathias zu Gott, daß er seinen Söhnen beistehen und dem Volke seine Selbständigkeit wieder verleihen möge. Nicht lange danach verschied er und ward zu Modiim begraben. Das ganze Volk trauerte schmerzlich um ihn und es folgte ihm im Oberbefehl sein Sohn Judas mit dem Beinamen der Makkabäer, im einhundertsechsundvierzigsten Jahre der Seleukidenherrschaft. Da dieser von seinen Brüdern und allen anderen bereitwillig unterstützt wurde, vertrieb er den Feind aus dem Lande, ließ diejenigen von seinen Landsleuten, welche die heimischen Gesetze übertreten hatten, hinrichten und reinigte das Land von jeglicher Befleckung. Megilath Antiochus. Die Chanukkah-Erzählung im Midrasch? Es war in den Tagen des syrischen Königs Antiochus. der so groß und gewaltig war, daß alle kleinen Könige ihm untertänig waren. Er unterjochte viele Provinzen und ihre Fürsten, zerstörte ihre Schiffe, verbrannte ihre Paläste und führte ihre Untertanen in Gefangenschaft. Seit den Tagen Alexanders des Großen war kein König so groß wie er im ganzen Reiche jenseits des Stromes. Am Meeresufer baute er eine große Stadt und nannte sie Antiochia nach seinem Namen. Im 23. Jahre seiner Regierung faßte er den Plan, Jerusalem zu belagern und er sprach zu seinen Fürsten: „Ihr wisset, daß ein jüdisches Volk in Jerusalem wohnt, das unseren Göttern nicht dient, unsere Sitten nicht befolgt und den Gesetzen des Königs nicht gehorcht, nur um ihr eigenes Gesetz auszaüben. Kommt nun, wir wollen gegen sie hinaufziehen und den Bund zerstören, den ihr Gott mit ihnen geschlossen hat. nämlich den Sabbat, die Neumondsfeier und die Beschneidung." Der Plan gefiel den Fürsten und dem ganzen Heere und Antiochus schickte seinen Stellvertreter Nikanor mit einer großen Heeresmacht und vielem Volk gegen Jerusalem und eroberte eS. Die Heiden drangen in das Heiligtum ein, errichteten dort eine götzendienerische Anhöhe und schlachteten ein Schwein, dessen Blut sie nach der Halle des Heiligtums brachten. Als Jochanan, der Sohn Mathathias, des Hohepricsters davon hörte, geriet er in Zorn und überlegte in seinem Herzen, was nun geschehen solle. Dann machte er sich ein Schwert, sechs Spannen hoch und eine Spanne breit, das er unter seinen Kleidern verbarg und kam damit nach Jerusalem. Durch eine List gelang es ihm. sich Zutritt zu Nikanor zu verschaffen, als dieser allein war. Dann betete Jochanan -,u Gott und sprach: „Ewiger Gott, stärke mich nur dies einemal, ramit ich die Rache der Kinder Israel räche. Und Jochanan trat auf Nikanor zu und stieß ihm das Schwert in das Herz. Nach vollbrachter Tat zog Jochanan mit seiner Heeresschar aus, kämpfte mit den Feinden und richtete unter ihnen eine große Niederlage an- Und es geschah, als Antiochus hörte, daß sein Stellvertreter Nikanor erschlagen war. machte ihn das sehr besorgt und er ließ den größten seiner Heerführer, Bagoris, kommen. Zu diesem sprach der König: «Hast Du nicht gehört, was die Kinder Israel mir angetan haben. Mein Heer haben sie erschlagen, mein Lager mitsamt meinen Fürsten erbeutet. Kommt, wir wollen gegen sie ziehen und den Bund zerstören, den der Gott des Himmels mit ihnen geschlossen hat." Bagoris mitsamt dem ganzen Heere rückte nach Jerusalem, schlug die Kinder Israel und erließ ein strenges Edikt, daß es den Juden bei Todesstrafe verboten sei, an Sabbat, Neumond oder Beschneidung festzuhalten. Da geschah es, daß man vor den König einen Vater brachte, der seinen Sohn trotz des Verbotes beschnitten hatte und der ruchlose König ließ Vater und Mutter vor den Augen des unschuldigen Kindes an den Galgen hängen. Und ein anderes heldenmütiges Weib stieg auf die Mauer der Stadt, hielt ihr eben beschnittenes Kind in ihren Händen und rief den Häschern des Königs zu: „Der ruchlose BagorB will uns zwingen, den Bund, den Gott mit uns geschlossen hat, zu verlaffen. Wir aber lassen uns den Bund unserer Väter nicht rauben und Sabbat, Neumond und Beschneidung werden von unseren Nachkommen nie weichen." Das Kind stürzte hinab und die todesmutige Mutter ihm nach. So fanden sie beide den Tod, um den Namen Gottes zu heiligen. Und viele von den Kindern Israel folgten ihrem heldenmütigen Beispiele und ließen nicht ab vom Bund ihrer Väter. In jener Zeit flüchteten sich viele in eine Höhle, um den Sabbat nicht entweihen zu müffen. Als der Heerführer Bagoris davon erfuhr, * Für vorliegende verkürzte Bearbeitung wurde die ausgezeichnete wortgetreue Übersetzung von Prof. A. Wünsche benutzt. $ schickte er bewaffnete Männer aus. Diese kamen vor den Eingang der Höhle und riefen hinein: „Kommet zu uns heraus Ihr Juden, effet von unserer Speise, trinket von unserem Weine und lebet wie wir leben." Sie aber sprachen zu einander: „Es ist bester für uns, in der Höhle zu sterben als draußen den Sabbat zu entheiligen." Als sie nicht herauskamen, brachten die Syrier Hol) herbei, das sie vor der Oeffnung der Höhle anzündeten und gegen tausend Männer und .Frauen starben in der Höhle. Dann zogen die fünf Söhne Mathathias, Jochanan und seine Heldenbrüder mit den zusammengeströmten Masten jüdischer Streiter aus, kämpften mit den Heiden, richteten unter ihnen eine große Niederlage an und vertrieben sie nach den Inseln des Meeres. Bagoris mit dem Reste seiner Mannschaft floh auf einem Schiffe nach Anttochia zum König Antiochus, um Verstärkung zu erbitten, denn sprach er: „Die Söhne Mathathias sind stärker als Löwen und schneller als Aoler. Darum, o König, sende Schreiben in alle Provinzen Deines großen Reiches, daß alle Heerfürsten herbeikommen, zum Kriege gegen Jerusalem." Dann machte sich Bagoris mit einem mächtigen Heere und gepanzerten Elefanten zum zweitenmale auf, kam nach Jerusalem, durchbrach die Festungsmauer und schlug im Heiligtume dreizehn Breschen. Als die füns Söhne Mathathias dies hörten, erhoben sie sich und kamen nach Mizpa Gilead. Dort beschloß man ein Fasten und setzte sich in den Staub, um Erbarmen vom Gott des Himmels zu erflehen. Dann segnete der greise Mathathias seine Söhne Jehuda, Simon, Jochanan, Jonatan und Eleasar, und sie zogen mutig in den Kampf gegen die Heiden, denen sie eine große Niederlage beibrachten. Aber Jehuda, der mutigste, war gefallen und die Brüder kehrten zum Vater zurück, ihm die Trauerbotschaft zu bringen. Der Greis aber sprach: Ich werde mit euch ziehen, gegen die Heiden zu kämpfen, damit das Haus Israel nicht untergeht und ihr über den Tod eures Bruders nicht mütlor werdet. Und der Gott des Himmels gab alle Helden der Heiden in ihre Hand und sie bereiteten eine große Niederlage allen Schwertträgern und Bogenschützen, so daß nicht ein Rest von ihnen übrig blieb. Nur Eleasar war im Kampfe mit einem Elefanten umgekommen. Als Antiochus hörte, daß Bagoris und alle Fürsten des Heeres geschlagen waren, entfloh er übers Meer. Aber überall, wo er hinkam. empörte man sich gegen ihn und nannte ihn Flüchtling. Später kamen dre Söhne des Hasmonäers in das Heiligtum, stellten die zerstörten Tore wieder her, schloffen die Breschen, reinigten die Hallen von den Erschlagenen und von den Unreinheiten. Dann suchten sie reines Oel, um den heiligen Leuchter zu entzünden, fanden aber nur eine Flasche, an.welcher der Siegel des HohepriesterS war, wodurch sie wußten, daß es rein war. Es war aber nur soviel darin, daß es für einen Tag zum Brennen gereicht hätte. -Allem der Gott des Himmels segnete es und sie brannten davon acht Tage. Darum setzten die Hasmonäersöhne es fest und erhoben es emmütig mit den Kindern Israel zum Beschluß, diese acht Tage zu Tagen des Festmahls und der Freude zu machen, wie die in der Thora verzeichneten testtage. Und Lichter an ihnen zu zünden und kund zu tuen, welche iege ihnen der Gott des Himmels verliehen habe. Seit damals hat das syrische Reich seinen Ruhm für immer eingebüßt. Die Söhne des Hasmonäers und ihre Nachkommen übernahmen die Negierung des jüdischen Reiches bis zur Zerstörung des Tempels 206 Jahre hindurch. Darum beobachten die Kinder Israel seit jener Zeit während ihres ganzen Exils diese Tage und nennen sie Tage des Festmahls und der Freude. Auch faßten die Hasmonäer und ihre Brüder damals den Beschluß, den Dienst im Heiligtume nicht zu unterbrechen. Und Priester und Leviten mangelten ihnen nicht in ihrem Heiligtume seit jener Zeit. I. Berlowitz. (Misrachi) Ern Lhanukkatraurn. Von L. I. P e r e z. Und ich irrte wieder — im Traume.... Wenn der Mensch im Wachen irrt, so ist es nicht gefährlich! Auch die Engel irren. Oft sehen wir, wie ein Stern am Himmel von seiner Bahn abirrt und in die Tiefe stürzt... Lange irren kann man nicht... Man blickt durch die hohle Faust um sich und erkennt einen bekannten Stern oder das Dach eines bekannten Schlosses oder einer Kirche und weiß sofort, wo man sich befindet! Und nützt das nicht, so wirft man sich nieder, drückt das Ohr an die Erde, hört irgendwo eine Stimme oder einen Laut und geht hin. Schlimmsten Falles hört man in einem Dorf einen Hund bellen und läßt sich vom Hundegebell leiten... Und auch wenn das alles nichts hilft, so kann man noch immer nicht von Lebensgefahr sprechen: es gibt ein Auge, das alles sieht, ein Ohr, das alles hört, und c.Le Schafe sind gezählt! Eine Hand streckt sich aus, packt den Irrenden am Kragen und stößt ihn in die Mitte der Schafherde, wo es so sicher und so warm ist . . . Und alles geht wieder seinen alten Gang: Kops an Schwanz, Kopf an Schwanz! . . . Wie ist es aber, wenn man ihm Traume irrt? Da gibt es kein Auge, kein Ohr und keine Hand ... Keinen Himmel über dem Kopfe, keinen Boden unter den Füßen... In einem einzigen Augenblick kann man in dem grauen Nichts Ewigkeiten und Unendlichkeiten durchwandern! Das Schlimmste aber ist, daß man nach einem solchen Traum nicht sofort erwacht... Man hat zwar offene Augen und geht mit

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