Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 37 (7.10.1919)
- Date
- 1919-10-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 13 Nr. 37/38 Jüdische KÖPPespondenz schaffen wird" usw., das fünftemal (das- 20, 10): „Höret doch, ihr Widerspenstigen!"; das sechstemal (das. 32, 14): „Und siehe, ihr habt euch erhoben an Stelle eurer Väter, eine Zucht sündiger Männer." Waren denn Abraham, Isaak und Jakob Sünder, day du zu ihren Kindern also sprachst? Er sprach vor ihm: Herr der. Welt! von dir habe ich eS gelernt: Denn du sprachst (Num. 17, 3): „Die Räucherpfannen dieser Sünder für ihre Seelen." Daraufder Heilige: Ich habe ihre Väter nicht erwähnt. Mose: Herr der Welt! wie viele Male haben oie Israeliten vor dir gesündigt, und ich habe für sie gefleht und gebetet vor dir, und du hast ihnen verziehen, und mir willst du nicht verzeihen? Der Heilige: Das Verhängnis über eine Gemeinde gleicht nicht dem Verhängnis über einen einzelnen, und ferner: Bis zu diesem Tage war noch die Stunde in deine Hand gegeben. Sofort sing Mose an mit Bitten und Flehen zu reden. Ueber ihn hat Solomo (Prov. 13,28) gesagt: „Mit Flehen redet der Arme." Womit ist die Sache zu vergleichen? Mit einem Gelehrten, welcher den Sohn des Königs unterrichtete, und alle Bewohner des königlichen Valastes fürchteten sich vor ihm, und -nicht nur die Bewohner des königlichen Palastes, sondern die ganze Welt fürchtete sich vor ihm, und ste taten seinen Willen, weil er den Sohn des Königs unterrichtete. Kurze Zeit darauf starb der Sohn des Königs. Nach seinem Tode verlor sein Lehrer alle die Auszeichnungen, die ihm von den Palastbewohnern erwiesen worden waren. Er fing an, an den Türen herumzugehen (um zu betteln). In den Tagen, da der Sohn des Königs lebte, war alles in der Gewalt des Gelehrten, als dieser aber gestorben war, verlor er alles. So auch unser Lehrer Mose. Solange er lebte, war alles in seiner Gewalt, die Oberen und Unteren, wie es heißt (Ps. 68,19): „Du stiegst hinauf zur Höhe, machtest Gefangene, nahmst Geschenke unter den Menschen." Er spaltete das Meer mit seiner Hand, er ließ Wasser aus dem Felsen hervorfließen, das Manna niederfallen, und nicht nur das, sondern er sprach sogar: „Auf. Ewiger, kehre um, Ewiger!" Ferner: „Wenn dein Angesicht nicht mit uns geht, sollst du uns nicht von hier hinaufführen" (Er. 33, 15). Dies ist das Gleichnis (das ist seine Deutung). Solange Mose lebte, war alles in seinex Gewalt, als aber seine Zeit abzuscheiden herannahte, suchte er nach einem, der für ihn um Erbarmen flehte. Das wollen die Worte sagen: „Mit Flehen redet der Arme" Es heißt (Koh. 3, 1): „Alles hat seine bestimmte Zeit, und eine Zeit ist für jedes Geschäft unter dem Himmel." Es gab für Mose eine Zeit, nach Aegypren hinabzuziehen, die Erlösung zu bewirken und dre Israeliten zu befreien, wie es heißt (Ex. 11, 3): „Auch der Mann Mose war sehr groß im ganzen Lande Aegypten," und nun mußte er flehentlich bitten, wie es heißt (Deut. 9, 23): „Und ich flehte zum Ewigen in selbiger Zeit." wie folgt (Ex. 34, 6): „Ewiger, Gott" usw. Warum erwähnt Mose.rdiese (zwei) Gottesnamen? Das lehrt, daß-Mose sprach: Mitjdiesen beiden Namen erschuf der Heilige, geb. sei er! seine Welt und den Menschen, mit Recht (Gerechtigkeit) und mit Barmherzigkeit, wie es heißt (Gen. 2, 7): „Und es bildete der Ewige. Gott, den Menschen aus Staub von dem Erdboden." Und woher entnehmen wir, daß die zwei Namen Barmherzigkeit und Recht (Gerechtigkeit) bedeuten? Weil es heißt (Ex. 34, 6): „Ewiger, Ewiger, Gott, barmherzig und gnädig." Siehe, da sind Barmherzigkeit und Recht (Gerechtigkeit)! In Bezug hieraus sprach er (Deut. 3, 24): „Ewiger, Gott, du hast begonnen, mir deine Macht im Dornbusch zu zeigen (in meiner Jugend), und jetzt in meinem'Alter bitte ich um Erbarmen für dein Volk, die Schafe deiner Weide, daß du ihnen verzeihst und ihre Sünde sühnst." „Deinem Knechte" (das.). Ich bitte von dir: Sei nicht wie ein König von Fleisch und Blut. Wenn ein König von Fleisch und Blut einen Knecht hat, so liebt er ihn, solange er noch jung und stark ist, ist er aber alt geworden, so haßt er ihn. Du aber wirf mich nicht fort zur Zeit des Alters. „Deine Größe" (das.). Das geht auf die zehn Gebote. „Und deine starke Hand" (das.). Das geht auf die zehn Plagen. „Wo ist ein Gott im Himmel und auf der Erde" (das.). Du hast alles geschaffen und in deiner Hand liegt Töten und Beleben. „Der tun könnte wie deine Taten und wie deine Stärke" (das.), das ist in der künftigen Welt. Warum sagte Mose das alles? Weil er der Meinung war, daß. wenn die Israeliten etwa eine Sünde begehen wollten, er eS nicht zulaffen würde. Darauf beziehen sich die Worte: „Im Himmel und auf Erden," was sagen null: Gott ist einzig, und keiner ist außer ihm, und nicht nur das, sondern daß ich kund tue die Majestät deiner Herrlichkeit den Geschlechtern, die kommen werden, und ihnen sage, daß du durch mich das Meer gespalten und die Thora den Israeliten gegeben hast, 40 Jahre hindurch ihnen hast Brot vom Himmel regnen, Wasser aus dem Brunnen aufsteigen und Wasser aus dem Felsen herausgehen lassen; und jetzt, wenn es gut in deinen Augen erscheint, „will ich nicht sterben, sondern leben, und das Werk des Ewigen erzählen." Genug dir! sprach der Heilige, geb. sei er! zu ihm, wenn du am Leben bleibst, so werden sie (die Leute) an dir irre werden, dich zu einem Gotte machen und dir dienen (dich verehren). Herr der Welt! versetzte Mose, du hast mich bereits bei der Fertigung des Kalbes erprobt, und ich habe es vereitelt, und jetzt soll ich sterben? Der Heilige, geb. sei er! sprach : Mose, wessen Sohn bist du? Mose: Der Soyn 'Amrams. Der Heilige: Und wessen Sohn ist 'Amram? Mose: Der Sohn Jizhars. Der Heilige: Und wessen Sohn ist Jizhar? Mose: Der Sohn Kehats. Der Heilige: Und wessen Sohn ist dieser? Mose: Der Sohn Lewis. Der Heilige: Und sie alle, von wem sind sie hervorgegangen? Mose: Vom ersten Menschen. Der Heilige: Ist irgend einer von ihnen am Leben geblieben? Mose: Sie sind alle gestorben. Der Heilige: Und du willst am Leben bleiben? Herr der Welt! sprach Mose, der erste Mensch hat gestohlen und gegessen, was du nicht wolltest, und du verhängtest darum den Tod über ihn, ich aber, habe ich etwas vor dir gestohlen? Du hast ja bereits über mich geschrieben (Num. 12, 7): „Nicht also, Mose, mein Knecht, in meinem ganzen Hause ist er treu." Der Heilige; Bist du gerechter alS der erste Mensch und sein Geschlecht? Mose: Ja, den ersten Menschen und die Eva verführte die Schlange, ich aber habe durch die Schlange Tote zum Leben zurückgeführt. Der Heilige: Bist du größer als Noa und )ein Geschlecht? Mose: Ja, du hast über Noa und sein Geschlecht die Wasser der Flut gebracht, und er hat nicht um Erbarmen für sein Geschlecht gebeten, ich aber habe zu dir gesagt (Ex. 32, 32): „Und nun, so du ihre Sünden vergibst — wenn nicht, so lösche mich aus deinem Buche, daS du geschrieben hast." Der Heilige: Bist du größer als Abraham, den ich mit zehn Versuchungen geprüft habe? Mose: Jsmael ist doch von ihm hervorgegangen, dessen Kinder deine Kinder vernichten werden usw. Der Heilige: Bist du größer als Isaak? Mose: Aus seinen Lenden ist doch der hervorgegangen, der dein Haus verwüsten, deine Kinder, deine Priester und deine Leviten umbringen wird. Der Heilige: Habe ich dir gesagt, daß du den Aegypter umbringen sollst? Mose: Du hast alle Erstgebornen Aegyptens getötet, und ich soll wegen eines Aegypters sterben? Der Heilige: Bist du mir etwa ähnlich? Ich lasse sterben und belebe wieder, kannst du ins Leben zurückführen wie ich? Und erinnerst du dich nicht, welche große Ehre ich dir erwiesen habe? Du sprachst zu mir: „Aus!" und ich erhob mich, ferner: „Kehre um!" und ich kehrte um; auch habe ich deinetwegen die Ordnung (das Werk) des Himmels und der Erde verändert, denn die Ordnung des Himmels ist, Tau und Regen herabzusenden, und die Ordnung der Erde ist, Brot hervorzubringen, doch du sprachst zu mir: Ich will es nicht so, sondern der Himmel soll Brot herabsenden und die Erde soll Wasser hervorgehen lassen, und ich habe so getan, wie es heißt (Ex. 16, 4): „Siehe, ich lasse euch Brot vom Himmel regnen," und ferner (Num. 21, 17): „Steige herauf, Brunnen, singet ihm entgegen!" Wollte ich es auch tun. drr Leben zu geben, du sprachst doch zu mir: Ich will es nicht, sondern ich will sterben. Auch hast du mir gesagt (Num. 16, 30): „Und wenn der Ewige eine neue Schöpfung hervorbringt, so daß der Erdboden seinen Mund auftut," ich erfüllte dein Wort und tat nach deinem Verlangen, wie es heißt (das.): „Und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie." Auch sprach ich (Ex. 22, 19): „Wer den Göttern opfert außer dem Ewigen allein, soll gebannt werden." Als aber die Israeliten sich mit dem Kalbe vergangen hatten, wollte ich mein Wort aufrecht erhalten, doch du hast mich nicht gelassen, sondern sprachst zu mir (Num. 14, 19): „Vergib doch die Sünde dieses Volkes," und ich verzieh sie nach deinem Worte. Und nicht nur dies, sondern die Thora wird nach meinem Namen genannt, wie es heißt (Ps. 19, 8): „Die Thora des Ewigen ist untadelig," und ich habe sie nach deinem Namen genannt, wie es heißt (Male. 3, 22): „Gedenket der Thora Moses, meines Knechtes!" Ebenso werden die Israeliten nach meinem Namen genannt, wie es heißt (Lev. 25. 55): „Denn mein sind die Kinder Israel Knechte, meine Knechte sind sie," (Ex. 4,22) „mein erstgeborner Sohn ist Israel," und ich habe sie nach deinem Namen genannt, wie es heißt (Jes. 63, 11): „Da gedachte der Vorzeit, Moses, sein Volk." Und nicht nur dies, sondern ich redete mit dir in Wort und Rede (N12N21!TTttiO)f wie es heißt: „Und der Ewige sprach (Wajaumer) zu Mose," und es redete der Ewige (Wajdaber) zu Mose," und auch du redetest mit mir durch Wort und Rede, wie es heißt: „Und Mose sprach zu dem Ewigen," „und es redete Mose zu dem Ewigen." Vor mir gibt nicht Essen und Trinken, und du hast desgleichen getan, wie es heißt (Ex. 34, 38): „Und er war daselbst bei dem Ewigen 40 Tage und 40 Nächte, Brot aß er nicht und Wasser trank er nicht." Ebenso: Ich bin Gott und du bist Gott, wie es heißt (Ex. 7, 1): „Siehe, ich setze dich Pharao zum Gotte." Ebenso: Ich habe Propheten und du hast einen Propheten, wie es heißt (Ex. 7,-1): „Und Aharon, dein Bruder, wird dein Prophet sein." Ferner, mich kann kein Wesen sehen, und von dir heißt es (das. 34, 30): „Und sie fürchteten sich ihm zu nahen." Don mir heißt eS (das. 33, 23): „Du wirst meine Rückseite sehen, mein Antlitz aber kann nicht gesehen werden." und von drr heißt es (das. 33,8): „Und sie schauten die Rückseite 0"n>t) Moses." Mit 22 Buchstaben habe ich die Thora geehrt, und mit allen diesen (Buchstaben) habe ich auch dich geehrt. Ich sandte dich zu Pharao, und du führtest die Israeliten aus Aegypten; ich gebot dir den Sabbat und die Beschneidung; ich gab dir dre zehn Gebote; ich deckte dich mit der Wolke; ich gab dir die zwei steinernen Tafeln und du zerbrachst sie; ich machte dich zum Einzigen in der Welt; ich ließ dich meine Thora erben; ich ehrte dich vor den 70 Aeltesten. Mose lenkte ein und zollte (Gott) für alles seinen Dank und sprach: Herr der Welt! du hast mich groß gemacht und mir viel Gutes getan, daß ich nicht eins von Tausend aufzählen kann, und dieganze Welt weiß, wie du mich groß gemacht und mich geehrt hast; auch weiß die ganze Welt, daß du, Ewiger, einzig und allein in deiner Welt bist, und es ist keiner außer dir, und nichts gleicht dir; du hast die Oberen und Unteren geschaffen, du bist der Erste und du bist der Letzte, wer vermag deine Machttaten zu erzählen, ich bitte nur das eine von dir. daß ich über den Jordan ziehen möge. Der Heilige sprach zu Mose: Mose, zwei Schwüre habe ich geschworen, den einen, daß du nicht in das Land ziehen sollst, und den zweiten, daß ich die Israeliten nicht aufreiben will, ist es nun dein Wille, daß ich den emen Schwur übertrete (breche), daß du in das Land ziehest, so übertrete (breche) ich auch den andern Schwur und reibe die Israeliten auf. Mose sprach: Herr der Welt! du kommst mit List über mich; du ergreifst den Strick an beiden Enden. Mose mag zu Grunde gehen und Tausend seinesgleichen, nicht aber soll eine einzige Seele von Israel zu Grunde gehen. Herr der Welt! fuhr