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Jüdische Korrespondenz · 1919-10-07 · 37 (7.10.1919) · page 12

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
37 (7.10.1919)
Date
1919-10-07
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 » Jüdische Korrespondenz, Ny. 37/38 Die Laubhütte. Nun stehet sie im schönsten Schmucke Nach vieler Plag und Mühn Vollendet da die Friedens „Sukkeh" Umlaubt von Blumengrün. Wenn auch durch späten Herbstes Walten Das Laub vergilbte schon. Im frommen Eifer nicht erkalten Heißt finden reichlich Lohn. Des lieben Festes Freudenklänge Durchzieh'n rm Wonneschauer Ein jedes Herz, wenn's noch so enge Von Leid und tiefer Trauer. Die Hütte liegt im holden Frieden Und lächelt mild uns zu: „Komm her, Ihr find't bei mir hienieden gufriedenheit und Ruh!" , milder Strahl der Göttlichkeit Senk uns in's Herz hinein Nur einen Tropfen Seligkeit Von Glück und Sonnenschein. Gieb, daß wir in der Hütte finden, Wie wir im ganzen Jahr Rein bleiben sollen aller Sünden Und tun was gut und wahr. Gieb uns Gelegenheit zu zeigen, Daß Glück und Gold und Glanz . Uns nimmer kann von dir abneigen, Daß wir dir dienen ganz. Und solltest Du uns je entrücken Im Kampf des Lebenslauf, So steige schnell vor unseren Blicken Das Bild der Hütte auf. Moses Tod. (Aus dem Midrasch.) „Und dies ist der Segen! rcisn flKTl mit welchem Mose, der Mann Gottes, die Kinder Israel vor seinem Tode segnete" (Deut. 33,1). R. Samuel bar Nachmeni hat gesagt: Mose kam, die Kinder Israel mit diesem Segen zu segnen, das ist die Thora, in welcher geschrieben steht: „Dies (auf jik? richt der Nachdruck) ist der Segen, mit welchem Mose, |ber Mann Gottes, die Kinder Israel segnete."* „Der Mann Gottes," das ist Mose. Oder: „Der M2nn Gottes," das ist der Heilige, geb. sei er! von dem es heißt (Ex. 15,3): „Der Ewige ist em Mann des Krieges." fDas alles warum? Um zu bestättgen, was gesagt ist (Koh. 4, 12): „Und ein dreifacher Faden zerreißt nicht ft>bald." R. Tanchuma hat in Bezug auf die Worte: „Mann Gottes" gesagt: Wenn es „Mann (Jsch)" heißt, warum steht noch: „Gott (Elokim)?" Allein als Mose vor Pharao floh, hieß er Mann, als er aber zum Raki'a emporstieg, hieß er Gott. Welch großes Verdienst hatte sich Mose erworben, daß sich sogar her Heilige, geb. sei er! mit ihm befaßte? In der Stunde, da er nach Aegypten hinabzog und die Erlösung Israels herbeigekommen war, befaßten sich alle mtt Silber und Gold, Mose aber war aufgeregt (verstört) und umging die Stadt drei Tage und drei Nächte, um den. Sarg Josephs zu finden, weilsie (die Israeliten) nur aus Aegypten ziehen konnten, wenn sie mit sich die Gebeine Josephs heraufführten, wie es heißt (Gen. 50, 25): „Und Joseph beschwor die Kinder Israel mit den Worten: Wenn Gott euer gedenken wird, dann führet meine Gebeine hinauf von hier." Als Mose den Sarg Josephs suchte, wo er wäre, begegnete ihm Serach, die Tochter Aschers; er war müde und abgespannt. Sie sprach zu ihm: Warum bist du so sehr aufgeregt (verstört)? Er antwortete ihr: Wegen des Sarges Josefs bin ich aufgeregt. Komm mit mir an den Nil, versetzte sie, ich will ihn dir zeigen, wo er ist. Er ging mit ihr. Sie sprach: An dieser Stelle ist sein Sarg. Sie machten ihn von Blei und versiegelten ihn an seinen vier Seiten, denn also hatten es die Bildschriftkundigen dem Pharao befohlen und die Aegypter wußten, daß die Israeliten nicht eher aus Aegypten ziehen konnten, bis sie den Sarg Josephs (mit sich) hinaufbrächten. Weil sie die Bedeutung (die Schwere) des Schwures kannten, mit dem er sie beschworen hatte, darum beschlossen sie also, ihren Zaubereien * Der Anfang des Midrasch ist mißverständlich, er findet seine Erklärung im alten Midrasch Tanchuma zu dem betreffenden Pentateuchabschnitte. Es heißt da: „Dies FiKf ist der Segen." Nach R. Samuel bar Nachmeni hat R. Jonathan gesagt: Als Mose kam, die Israeliten mit dem Worte „dies rst der Segen" zu segen, da segnete sie auch der teilige, geb. sei er! mit „sauth" wie es heißt (Deut. 4,44): „Dies ist die Hora, die Mose den Kindern vorlegte," und es heißt: „Dies ist der Segen, mit welchem Mose, der Mann Gottes, segnete." Oder: R. Abba hat gesagt: „Mit welchem Mose segnete". Mose das ist Mose, und „Mann Gottes," das ist der Heilige, geb. sei er! Und das alles warum? Um zu erfüllen^ was (Koh. 4, 12) geschrieben steht: „Und ein dreifacher Faden nnrd nicht so schnell zerreißen." R. SimeoN best Lakisch hat gesagt: Wäre die Stelle Mann Gott, nicht geschrieben, zu sagen würde man es nicht für möglich halten.. So wie ein Mensch seinem Weibe befiehlt und sie tut es, so befahl auch der Heilige, geb. ei er! dem Mose, und er tat es. entsprechend, und machten einen Sarg von Blei nach Art der Zauberkünste, und dies ist seine Stelle. Mose tat sofort seinen Mund auf und sprach: Joseph- Joseph! du weißt, daß die Zeit der Erlösung der Israeliten herangenaht ist und du hast sie beschworen, sie sollen nicht eher aus Aegypten hinaufziehen, bis sie deine 'Gebeine mit hinaufbringen, gib nun dem Gotte Israels die Ehre und'verzögere ihre Erlösung nicht. Zaubereien halten dich fest, bitte und flehe zu deinem Gott und. steige schnell aus der Tiefe empor. Sofort fing der Sarg Josephs an sich zu bewegen und stieg aus der Tiefe empor, bis er auf der Oberfläche des Wassers, schwamm. Mose nahm ihn auf seine Schultern und'ging mit ihm davon. Die Israeliten nahmen alles Silber und Gold, die Kleider und Gewänder der Aegypter, Mose aber achtete nicht darauf, sondern im Gegenteil, er hatte eine große. Freude. Der Heilige, geb. sei er! sprach zu Mose: Mose! bei deinem Leben, du hast keine geringfügige Sache getan! Weil du dich nicht -um Silber und Gold bekümmert hast usw.. so werde auch ich mich selbst in der Stunde deines Abscheidens mit deinem Lager beschäftigen, und sonst kein Mensch in der Welt. Als sich daher der Tag nahte, wo Mose, unser Lehrer, von der Welt abscheiden sollte, sprach der Heilige, geb. sei er! zu ihm (Deut. 31,14): „Siehe, deine Tage nahen dem Tode." Mose entgegnete: Herr der Welt! nach all der Mühe, die ich gehabt, sagst du zu mir, daß ich sterben soll? Ich will nicht sterben, sondern leben. Der Heilige, geb. sei er! sprach: Genug dir! „Bis hier sollst du kommen und nicht weiter." Rufe Josua herbei, daß ich ihm Befehle erteile. Mose sprach vor ihm: Herr der Welt! warum soll ich sterben? Geschieht es wegen der Ehre Josuas, so mag Josua in die Herrschaft eintreten und ich will heraustreten. Der Heilige, geb. sei er! versetzte: Verfahre du mit ihm, wie er mit dir verfuhr. Es sei! entgegnete Mose. Sofort machte sich Mose morgens früh auf und stellte sich vor Josua uno sprach zu' ihm: Mein Lehrer! Josua geriet in große Furcht und svrach: Mich nennst du: Mein Lehrer? Mose sprach: Willst du, daß ich lebe und nicht sterbe? Josua sprach: So ist es! Darauf Mose: Scheint es dir nicht gut, daß ich nicht sterbe in der Beziehung, so daß ich, wenn etwas dir in deinen Augen schwierig ist, sich belehren kann, so nimm es doch auf dich, damit ich lebe, daß ich dir tue, wie du mir zu tun pflegst. Alles, sprach Josua zu Mose, was du über mich beschließest, will ich auf mich nehmen, nur damit ich dein Angesicht sehe. Unser Lehrer Mose fing hierauf an, dem Josua alle die Ehre zu erweisen, welche ihm Josua bisher erwiesen hatte. Als sie zusammen in das Versammlungszelt gingen, stieg die Wolkensäule herab, wie es heißt (Deut. 31,15): „Und der Ewige erschien im Zelte in der Wolkensäule." und sie trennte Mose von Josua, Josua war innerhalb und Mose war außerhalb. Als er daS sah, dachte er: Hundert Tode lieber, nur., keine Eifersucht! Mose fing an, es mit seinem Munde zu fordern, er sprach: Herr der Welt! welche Sünde klebt an meiner Hand, daß ich sterben soll? Der Heilige, geh. sei er! antwortete: Siehe, vom Becher (Schicksal) des ersten Menschen, von dem es heißt (Gen. 3,22): „Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses!" deshalb mußt du sterben. Mose sprach: Herr der Welt! vergeblich also trat mein Fuß in das dichte Gewölk und vergeblich lief ich vor deinen Kindern her, einem Pferde gleich. Darauf der Heilige: Schon längst habe ich den Tod über den Menschen verhängt. Darauf Mose: Herr der Welt! dem ersten Menschen hast du nur ein kleines .Gebot gegeben, und er hat es übertreten, ich aber habe Nichts übertreten. Darauf der Heilige: Auch Abraham, der meinen Namen in der Welt geheiligt hat, ist gestorben! Mose: Jsmael ist doch aber von. ihm hervorgeganaen! Der Heilige: Siehe, sein Sohn Isaak hat seinen Hals auf dem Altar ausgestreckt! Mose: Esau ist doch aber von ihm hervorgegangen! Der Heilige: Siehe, von Jakob sind zwölf Stämme hervorgegangen, und sie haben mich nicht erzürnt! Mose: Er ist nicht zum Ran'a emporgestiegen und seine Füße haben nicht in das dichte Gewölk getreten, du hast nicht von Angesicht zu Angesicht mit ihm' geredet, und er hat nicht die Thora aus deiner Hand empfangen. Der § eilige: Genug dir. rede nicht weiter zu mir in dieser Sache! Mose: err der Welt! vielleicht werden die Israeliten sagen: Hätte er nicht an Mose böse Dinge gefunden, so hätte er ihn nicht aus der Welt hinweggenommen! Der Heilige: Bereits habe ich in meiner Thora geschrieben (Ex. 34,10): „Und eS stand, fortan kein Prophet in Israel auf wie Mose." Mose: Vielleicht werden sie (die Israeliten) sagen, ich hätte wohl in meiner Jugend deinen Willen getan, aber in meinem. Alter hätte ich nicht deinen Willen getan! Der Heilige: Bereits habe ich geschrieben (Deut. 32,51): „Weil ihr mich nicht geheiligt habt unter den Kindern Israel" Mose: Herr der Welt! laß mich m das Land Israel ziehen und daselbst mich zwei oder drei Jahre leben, bevor ich sterbe! Der Heilige: Beschloffen ist vor mir, daß du nicht dahin ziehest. Mose: Wenn ich nicht während meines Lebens einziehen darf, so laß mich in meinem Tode einziehen! Hexr der Welt! wozu all dieser Zorn gegen mich? Der Heilige: „Weil ihr mich nicht geheiligt, habt unter den Kindern Israel." Mose': Es heißt (Hi. 33, 29): „Siehe, das-alles wird Gott einem Manne zweimal, dreimal tun." Mit deinen Geschöpfen verfährst du nach der Eigenschaft der Barmherzigkeit einmal, zweimal, dreimal, an mir ist nur eine Sünde, und du vergibst mir nicht. Der Heilige, geb. sei er! sprach: Mose, sechs Sünden smd in deiner Hand, und ich habe dir nicht eine einzige von ihnen vorgehalten. Das erstemal sprachst du zu mir (Ex. 4, 13): „Bitte, Herr, sende doch, durch wen du senden willst;" das zweitemal (che. 6, 23): „Denn seitdem ich zu Pharao gekommen, zu reden in deinem Namen, macht er es ärger mit diesem Volke, gerettet aber hast du dein Volk nicht"; das drittem«! (Num. 16, 29): „Nicht hat mich der. Ewige gesendet"; das viertemal (das. 16, 30): „Und wenn der Ewige eine neue Kreatur

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