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Jüdische Korrespondenz · 1919-09-23 · 35 (23.9.1919) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
35 (23.9.1919)
Date
1919-09-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 Jüdische Korrespondenz Nr. 35/36 Geldbeträgen beteilt werden. Diese Geschenke müssen aber durch Spenden aufgebracht werden. Und da ergeht an Euch jüdische Männer und Frauen die Bitte: Helfet uns, das traurige Los dieser Aermsten der Armen erleichtern! Helfet uns, verzweifelte jüdische Herzen aufrichten, schmerzliche Tränen zu trocknen! Spendet Geld und Naturalien! Gedenket speziell jetzt vor den heiligsten Tagen des Jahres, da wir vor dem höchsten Richter über unfer Tun und Lassen Rechenschaft ablegen sollen, der armen Kranken! Können wir da Verzeihung unserer Vergehuugen, Erfüllung unserer Wünsche und Hoffnungen erwarten, wenn jene armen, körperlich mib seelisch Gequälten aufseufzen in bitterster Not? Spendet daher aus vollem Herzen. Zeigen wir uns würdig unseres Ehrennamen: rachamonim b'ne rachamonim! * — Für obigen Zweck sind bisnun folgende Spenden eingelaufen: Hochzeitstafel Felsenburg-Steinmetz . . K 240 — Schreiber Samuel.K 50 — Klein R.K 50 — St. F. u. Sch.K 50'— Schreiber H. u. E.K 30'- ferner hat sich Herr Sandor Adler in hochherziger Weise verpflichtet, allwöchentlich eine Spende von K 50'— in Barem oder Naturalien zu leisten. .Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, auf Postsparkassenkonto Nr. 172.829 der „Jugendgruppe" für „Krankenbesuch". Orthodoxe Iugendgruppe. Wien, II-, Große Schiffgasse 16. Worte an jüdische Herzen: Wenn deine Söhne Meinen Bund bewahren und Meine Gesetze, die Ich sie lehrte, beobachten, so werden auch ihre Nachkommen in Ewigkeit bestehen. (Thillim Kap. 132.) 9. Spendenliste. Der „Jugendgruppe des Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums" sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: Hochzeitstafel Felsenburg-Steinmetz K 1200 —; Adolf Fischer K 500'—. Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, auf Postsparkassenkonto Nr. 172829 fiir „Jugendgruppe" oder an Herrn David Baumgarten, II., Herminengasse 13. Wie uns von zuständiger Seite mitgeteilt wird, wird die Aktion „Wiener Kinder aufs Land" (Frau Anitta Müller) noch längere Zeit fortgesetzt, so daß wir wahrscheinlich schon in nächster Zeit wieder Anmeldungen entgegennehmen werden können. * An die Jugendgruppe ist folgendes Schreiben gelangt: An den Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums, Wien, Große Schiffgasse 16. Wir danken Ihnen vielmals für Ihr Schreiben vom 17. September, aus welchem wir ersehen, das; die kleinen Unterstützungen, welche mir Ihrem Verein angedeihen lassen konnten. Anklang gefunden haben. Ueberreicher dieses, "Herr A. H. ist ein Jude ans Konstantinopel und wurde nach seinen Angaben trotz seiner Religion von den dortigen Behörden versehentlich nach Oesterreich geschickt. Er wird Ihnen persönlich alles Nähere erklären. Da der Mann ohne Subsistenzinittel ist und nach Konstantinopel Zurückzugehen wünscht, erlauben wir uns, ihn an Sie zu weisen und hoffen, daß Sie in der Lage sein werden, etwas für ihn zu tun. Mit dem Ausdrucke der vorzüglichsten Hochachtung für das Komitee der Internationalen Spitalshilfe-Aktion N. m. Radnö fün. * (Verein „Machfike-Loimde-Thoiroh".) Durch den Obmann des Vereines Herrn Mechel Preminger und das Vorstandsmitglied Herrn Ignatz Brody wurde in der abgelaufenen Woche der nahmhafte Betrag von K 2610 gesammelt, und zwar: Hochzeit Felsenburg K 1100, Hochzeit Türke! K 360, Bris Bauminger K 1150. * Nach Schluff des Blattes: Infolge der 8 Uhr-Haustorsperre sinden sämtliche auf V28 Uhr abends angesetzten Vorträge bis auf weiteres um Vs7 Uhr statt. Are Jugerrdgrrrppe des Hierein es zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums entbietet all ihren ehrwürdigen Lehrern, Wortragenden, ihren Gönnern und Aörderern die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel. (Fortsetzung von Seite 8.) wohl auch der polnische Gesandte, Fürst Sapieha, dieselbe Zusicherung gegeben hatte. Vielen internierten Galizianern macht man wegen ihrer Papiere Schwierigkeiten, obwohl es in den meisten Füllen derzeit unmöglich ist, aus Galizien Papiere zu erhalten. Sir Stuart Samuel intervenierte diesbezüglich im Außenministerium und verlangte, daß bis zum 25. August auch der letzte Galizianer das Jnterniertenlager verlassen haben müsse. (Die Juden in Lettland.) Im lettländischen Volksrat wird jetzt das Gesetz über die nationale Autonomie für die Minderheiten behandelt. Die Kommission für nationale Angelegenheiten hat im Namen der ganzen jüdischen Demokratie ein Memorandum über die jüdischen Forderungen eingereicht, das sich auf das seinerzeit in der Ukrainischen Rada angenommene Gesetz stützt. In der Kommission für nationale Angelegenheiten beim Volksrat sind sämtliche jüdisch-sozialistischen und bürgerlichen Parteien vertreten. Die jüdische Bevölkerung ist sicher, daß der Volksrat ihre Forderung erfüllen wird. Die verschiedenen jüdischen Institutionen, die während der Zeit der bolschewistischen Herrschaft geschlossen waren, haben ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. In letzter Zeit ist ein Palästinaamt gegründet worden, dem die Aufgabe zufällt, der jüdischen Bevöllerung gründliche und ausführliche Informationen über die ökonomische und politische Lage Palästinas zu geben und die kommende Emigration nach Palästina zu organisieren und zu regulieren. Vorerst ist das Amt mit der Registrierung der Personen beschäftigt, die nach Palästina überznsiedeln beabsichtigen. Die Anzahl der Auswanderungslustigen ist eine ziemlich große, es handelt sich zum großen Teile um Kapitalisten. Seit Ende dieses Jahres erscheint in Riga eine jüdische Tageszeitung „Die jüdische Volksstimme", die von Herrn Gulak redigiert wird. (Die amerikanische Palästina-Kommission.) Die von Wilson ernannte Kommission zur Feststellung der Wünsche der Völker im Orient inbezng auf die Mandatarmacht, weilte kürzlich unter Leitung von Dr. Crane in Konstantinopel. Auf besondere Einladung begaben sich der Chiefrabbi der Türkei begleitet von Nahmias Bey, Präsident der großen jüdischen Gemeinde, Emanuel Carasso Effendi, Präsident des Laienrates, Advokat Jsaac Taranto, Präsident der „Amical" und B'ne Israel Vereine und M. Ventura, Professor an der juristischen Fakultät, in das Palais des amerikanischen Botschafters, wo sie eine herzliche Unterredung mit Dr. Crape hatten. In Beantwortung der an ihn gerichteten Fragen sagte der Chiefrabbi, die ottomanische Judenheit verlange, gestützt auf das Wilsonsche Prinzip, die Anerkennung und Verteidigung als nationale Minorität bezüglich religiöser, ethnischer, nationaler und sprachlicher Rechte. Auf die Frage, wen die Juden als Mandatarmacht für die Türkei Vorzügen, antwortete der Chiefrabbi, die Juden würden sich voller Vertrauen in gleicher Weise jeber der vier Großmächte unterwerfen. Die amerikanische Mission

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