Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 32 (29.8.1919)
- Date
- 1919-08-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 32 Jüdische Korrespondenz Seite 7 in dem Falle seinen Handel betreiben, wenn er sich einen rumänischen Kompagnon aquiriert. Es kommen Fälle vor, daß jemand den ersten rumänischen Soldaten anspricht und ihm sagt, daß dieser und jener sich über die Rumänen böswillig geäußert hat, worauf sofort die Verhaftung erfolgt. Bevor der Unschuldige freigelassen wird, muß er nicht selten die obligaten 25 Stockhiebe ertragen. (Das Sckächtverbot in der Schweiz.) In der Schweiz ist bekanntlich seit geraumer Zeit das Schächten als angebliche Grausamkeit verboten. Diese Maßnahme war für die Dauer des Kriegszustandes, wo die Juden Fleisch nicht in genügender Menge vom Auslande beziehen konnten, für Luzern und Lausanne aufgehoben worden. Eine Eingabe des Zentralvorstandes der deutsch-schweizerischen Tierschutzvereine, diese Erlaubnis wieder zu entziehen, wurde vom Justizdepartement abschlägig beschieden. Man will damit warten, bis Schächtfleisch in genügendem Umfange vom Anslande wieder eingeführt werden kann. Ein Gesuch von jüdischer Seite, bis zu diesem Zeitpunkt das Schächten auch in Baselstadt zuzulassen, wurde abgelehnt. (Der Brand von Saloniki.) Nach dem soeben veröffentlichten Bericht -des Zentral-Hilfskomitees für Saloniki für die Zeit bis Ende Dezember 1918 hat von den drei Gemeinden in Saloniki, der jüdischen, griechischen und mohammedanischen, die jüdische die weitaus größten Verluste durch den Brand erlitten. Die Zahl der betroffenen Juden übersteigt 55.000. Verbrannt sind auch das Amtshaus des Rabbinats mit allen Archiven, 16 Synagogen und 11 jüdische Schulen. — Zu den Sammlungen der Hilfsgelder haben besonders die jüdischen und griechischen Gemeinden in Kairo und Alexandria große Summen beigetragen. (Konferenz der schweizerischen ostjüdischen Organisationen.) Zweck dieser für den 17. und 18. August 1919 einberufenen Konferenz ist die Schaffung einer Organisation der Ostjuden in der Schweiz zur Wahrung ihrer speziellen Interessen, wie auch die organisatorische Zusammenfassung der in der Schweiz lebenden Ost- und Westjuden. Diese Organisation stellt sich zur Aufgabe, die Wahrnehmung der jüdischen Interessen gegenüber den Behörden und den Kampf gegen den sich immer mehr verbreitenden Antisemitismus, wie auch die einheitliche Durchführung eines Hilfswerkes für die infolge der jetzigen Lage in Not geratenen Familien und Studenten. Gegenwärtig ist die Zeit der Zusammenfassung aller Juden der Welt gekommen. Die großen Fragen des jüdischen Lebens wie Emigration und Wiederaufbau in Palästina und im Galuth stellen das Judentum vor große Aufgaben, die ebenfalls behandelt werden sollen. Die einberufende Organisation wendet sich an sämtliche ostjüdische Organisationen der Schweiz mit der Aufforderung, zwei Delegierte von jedem Verein zur Konferenz zu entsenden. (Bevorstehende Tagung des amerikanifch-jüdischen Kongresses.) Aus New Aork wird gemeldet: Der amerikanisch-jüdische Kongreß bereitet eine Zusammenkunft vor zur Besprechung der Berichte seiner Delegierten bei der Friedenskonferenz. Die Tagung wird das Judenproblem in seinem vollen Umfange behandeln, sowohl die Palästinafrage als auch die Probleme der Minderheitsrechte in den verschiedenen Ländern. (Handelskammer in Jerusalem.) Das Kopenhagener Zionistische Bureau berichtet: Die Regierung erneuerte die Handelskammer in Jerusalem, Jaffa und Haifa, deren Zweck es ist, die Entwicklung des Handels zu fördern, der Regierung als helfende Ratgeberin in Handelsfragen beizustehen und ihr Vorschläge zur Verbesserung der ökonomischen Lage im Lande zu unterbreiten. Die Kammer wird auch als Jnformationsbureau für Handels- und Kaufleute dienen und zwischen den Kaufleuten im Lande und denen im Auslande vermitteln. Die Kammer -hat sich auf folgende Weise konstituiert: Vorsitzender ist Gouverneur Jerusalems oder dessen Stellvertreter; außerdem nehmen zwei _ Regierungsbeamte als Mitglieder des Komitees für Administrationsangelegenheiten teil. Vizevorsitzende sind je ein Direktor der. folgenden Banken: Anglo-Egypte, Anglo-Palestine, Credit Lyonnais. Außerdem setzte die Re gierung 4 Juden, 2 Mohammedaner und 2 Christen als Komiteemitglieder ein. Die Mitglieder der Kammer zahlen beim Eintritt 2 Lst. und als Mitgliedsbeitrag 1 Lst. pro Jahr. (Sprachenstreit in Palästina.) In New Jork ist vor kurzem ein Verein zur Verteidigung der jüdischen Sprache in Palästina gegründet worden. Zweck dieses Vereines ist, Geld für jüdische Bücher für Palästina zu sammeln und für die Einführung des Jüdischen als einer Verwaltungssprache in Palästina Propaganda zu machen. Der Verein besitzt ungefähr 25 Ortsgruppen in den verschiedenen Städten Amerikas. Das Komitee hat beschlossen, seine palästinensischen Mitglieder mit monatlich 100 Dollar zu unterstützen. Die erste Sendung für Mai ist bereits abgesandt; ihre palästinensischen Gesinnungsgenossen haben mehrere jüdische Arbeiterklubs eröffnet und geben eine Zeitung in jüdischer Sprache heraus. (Erdölerschlietzurrgsarbeiten in Palästina.) Die Zeitschrift „Petroleum" berichtet: Amerikanischen Fachblättern zufolge hat ein amerikanisches Konsortium die durch den Krieg unterbrochenen Erdölerschließungsarbeiteu in Palästina wieder ausgenommen. Der Leiter der Produktionsabteilung der Prairie Orland Gas Co., Mr. A. S. Dane, hat die Leitung der betreffenden Arbeiten übernommen und ist bereits nach Palästina abgereist. (Dampfverbinduug zwischen Amerika und Palästina.) Das Kopenhagener Zionistische Bureau meldet: Laut einer Mitteilung der amerikanischen zionistischen Organisation hat die Cunard-Linie bekannt gemacht, daß sie einen regelmäßigen Dampferverkehr zwischen Amerika und der Levante, insbesondere Aegypten und Palästina, einzurichten beabsichtigt. Solange die unsicheren Handelsverhältnisse noch andauern, werden die Schiffe der Cunard-Linie Palästina (Jaffa) allerdings nur anlaufen, wenn sie 2000 Tonnen Fracht für Palästina mitführen. Die Cunard-Linie erklärt, daß sie den voraussichtlichen Exporteuren die günstigsten Bedingungen gewähren wird, um am Aufbau des Handels in dem neuen Lande teilzunehmen. __ Orthodoxe Iugendgruppe. Wien, II., Große Schiffgaffe 16. Worte an jüdische Herzen: Sind alle deine Söhne belehrt durch Gott, dann ist danernd der Friede deiner Söhne! (Jeschaja Kap. 54/13.) 6. Spendenliste. Der „Jugendgruppe des Vereines zur Wahrung der Interessendes orthodoxen Judentums" sind in der abgelaufenen Woche nachstehende Spenden zugekommen: Hochzeitstafel Fnchs- Grünwald X 400 —; Wilhelm Stroh X 300'—; Rabbiner Samuel Neuwirth X 100'—. Weitere Geldsendungen sind zu richten an den Wiener Bankverein, Filiale Stephaniestraße, auf Postsparkaffenkonto Nr. 172829 für „Jugendgruppe" oder an Herrn David Baumgarten, II., Herminengaffe 13. Samiliennachrichten. Montag, den 25. August, fand hier die Verlobung des Fräuleins Hanna Felsenburg, Tochter des Herrn Abr. Felsenburg, mit Herrn Sig. Steinmetz aus Budapest statt. In Sopran (Oedenburg) fand Dienstag, den 26. August lRosch Chodesch), die Trauung des Fräuleins Amalie Schischa, Tochter des Herrn A. Schischa s. A., mit Herrn Dezsö Roth aus Czelldemölk statt. In Kostel (Mähren) findet Sonntag, den 31. August, die Vermählung des Fräuleins Martha Neumann mit Herrn Julius Rosenberger aus Preßburg statt. _ . Personalnachricht. Herr Rabbiner Dr. Hoffmann ist als Rabbiner nach Wiener- Neustadt berufen worden.