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Jüdische Korrespondenz · 1919-07-25 · 27 (25.7.1919) · page 6

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
27 (25.7.1919)
Date
1919-07-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 jüdische Korrespondenz. Nr. 27 förderlichen Schaffens lim Geiste der Thauroh Müden ist und wir richten daher die Aufforderung cm alle, denen eine Förderung dieses Zieles am Herzm liegt geistig und materiell am Werke mitz/u-arüeitein, einen Mittelpunkt zu schaffen, wo wir unsere Beitreibungen verwirklichen werden, dam wird, die ThMroh aufs neue ihre lebensspendsnde Krasi sieWeich bewähren. j! Die Leitung . der Zugendgruppe des Vereines zur Hebung dor Interessen des orthodoxen Zudentumis, Wien, 2., Große Schifsgaffe 16. Bisher eingelaufene Spenden: Sigmund Bondi^K. 1000, B. Schiff und Söhne SL. 5U0; je K. 300: S. Lemberger, M. D.. Schlesinger. Zulius Schreiber, Salamön Schreiber, Michael Sternseld; je K. 200: S. Kir/ochmal, Bmjamin Schreiber, Wichelm Schreiber, G. Wernslock; je K. 100: Bela Deutsch, Adolf Grünwald, Benno Schreiber. Geldsendungen sind zu richten an den Wr. Bankverein, Filiale 2., Stesaniepraße 1, auf Postsparkassenkonto Nr^ 172.829. Für Zugendgruppe odar H. David Baumgarten, 2., Herminengasse 13. Rundschau. (Zu den Kultuswahlen in Wien.) Das vereinigte- Wahlkomitee der nicht jüdisch-nattonalen Parteien fiir die Kultusiwahlen 1919 hat sich konstituiert und zu seinem Obmanne Herrn Dr. L. König stein, UniveLsi- .tätsprosessor, Wien, 1., Georg Cochplat; 3, gewählt. Anmeldungen von Wahlwerbern, welche aus Grundlage' des Wahlprogrammes dieses Komitees in die. Wahlbewerbung einzu^reten beabsichtigen» werden von dem oben' genannten Obm'anne entgWenge-nomm>M. (Die Lösning der Flüchtlingsfrage.) Eine Wiener Tageszehung weiß zu melden: Wie uns . mitgeteilt wird, soll zugleich mit den Einreisebewilligungen die immer wieder verschobene Lösun der Flüchtlingsjrage in ein akutes Stadium treW. Sämtliche nach dem 1. August 1914 in Wien a-ngesiedelten Flüchtlinge werden einer genauen Perlujtrierung und Einvernahme unterzogen und ihre Heimreise muß innerhalb einer jeweils festMseßchn Frist auf eigeste Kosten oder in Sammeltransporten erfolgen. Ausnahmen wird einzig und allein das Staatsamt für Inneres in besonders blerücksichtigungswerte.n Füller bjewilligen, eventuell Aufschübe gewähren. Für die Fremden der Sukzessionsstaaten und die Ungarn (man schätzt ihre Zahl aus mehr als 20.000) werden mit Zustimmung der Ententemlssiosven ergenje! Verordnungen erlassen werden. Die aus Ztalien heimkehreliden Kriegsgefangenen, die nicht vor dem Kriege in Wien nachweisbar ansässig waren, sollen nach längstens 8 Tagen . Aufenthalt in ihre Heimatsgemeinden befördert wvpden. Zugleich mit diesen unaufschiebbaren Maßnahmen werden neue verschärfte Meldelvorschriften urlassen werden. (Eine Bestätigung dieser Meldung bleibt abzuwarten.) berichtet wird, wurden dort an den Häusern vieÄe (Pogromhetze in Baden.) Wie auß Baden bei Wien Hunderte von Zetteln angeklelbt, in welchen unter den unflätigsten Beschimpfungen des Zudentums zu Ausschreitungen gegen die Zudm aufghfordert wird. Einet der Leute, der beim Ankleben ein.s solchen Zettehs betreten und verhaftet wurde, gab an,, er sei vom Kommunistenführer Wippe! in Vöslau LeduMN worden. Die jüdischm Gemeindeve>rtr/^ter von' Baden wandten sich an die Behörden, erhielten aber nur ausweichenden Bescheid, so daß in. den jüdischen Kreiseln große Beunruhigung herrscht, obwohl die Polizei von den Parteileitungen die Zusicherung erhalten hat, daß die Demonstrationen ruhig verlau,en werden. (Ein französischer Offizier über die Pogrome in Polen.) Die „Humanite" gibt einen aus Warschau vom 217. Juni datierten Brief eines katholischen französischen Offiziers wieder, der als Augenzeuge übex die. Pogrome in Polen unter anderem schreibt: Der Punkt, auf den ich besonders Hinweise, ist die fortwährende Aufhetzung durch die Leute der nationalistischen Partei, und besonders durch die in Frankreich gesaMNe^tssn Hallerschen Truppen. Sie scheinen zu glaubest, den, daß Dmowski sie aus einen neunen Kreuzzug geschickt habe. Bei unserer Durchfahrt in Lodz sprangen zehn Soldaten auf einen Juden und rasierten ihm den Bart ab. Gestern begann die Sache ebenso, aber noch ärger. Zwei Soldaten wurden gelötet, einer verwundet und ein Zude aus schreckliche Weiße geWnfgt. Glaube nicht, daß das eine Legende ist, ich habe diesem schMtzlachen Vorgang' selbst beigewohnt." Ein Offizier, der aus Krakau zurückkam, war Zeuge einerwahren Füsillade deren Opfer nach Dutzendeft zahlten, und die Aufhetzung wächst immer mehr an. Stupid und beschämend ist es, die Anklagen des Mitteilalhers wegen Rttualverbrechen, Verhetzung und Vergiftung geradezu zu erneuern. (Ableben eines Rabbiners.) Rabbi Zizchok Zaakow Rabbinowitz in Fonibes, ftüher Rofch Zeschiwfah in Slobotka-Kowno, einer der bedeutendstem Thoragelehrten ist verschieden. (Jüdischer Schulverein für den 9. Bezirk, Cie«- gasse 16.) Der Vorstand beabsichtigt mit Beginn des neuen Schuljahres, September 1919, einen Talmud (Getmorrah) und einen Hebräiischen Spracht-Kurs feinem Unterrichte anzugliedern, falls sich eine genügende Anzahl von Schülern (Hörern)- meldet. Sofortige schriftliche Anmeldungen dringend erbe5pn. 2um 9. üb. Die hoslösung des Cempels zu Jerusalem. (Alrs „Der jüdische Krieg". 6. Buch, 4. Kap.) Von Flaviu 6 Fosephus. 1. Als die beiden Legionen am & des Monats Loos die Wälle vollendet hatten, ließ der Cäsar die Sturmböcke gegen die westliche Galerie des inneren Tempelhofes heranbringen. Schon ehe dies geschah, hatte übrigens der stärkste Widder trotz unausgesetzten Stoßens gegen die Mauerwand nicht das Mindeste ausrjchten können, und w widerstanden die Quadern wegen ihrer Größe und der Festigkeit ihres Getriebes auch jetzt den neu hinzucommendm Maschinen. Andere untergruben mittlerweile die Fundamente des nördlichen Tores und brachen nach anstrengender Arbeit die vorderen Steine los, während das Tor selbst, von den inneren Quadern gehalten, stehen blieb. Nunmehr verzweifelten die Römer an 'der Wirksamkeit ihrer Maschinen und Hebel und legten deshalb Leitern an die Halle an. Die Juden gaben sich keine Mühe, sie dabei zu stören, kaum aber waren die Römer ob n angelangt, als sie sich-ihnen entgegenwarfen und sie teils rücklings von der Mauer hinunterstießen, teils gegen die Brüstung drängten und niedermachten. Biele wurden auch, als sie eben die Leitern verließen, durchbohrt, während andere dadurch verunglückten, daß die Juden einige Leitern, die mit Bewaffneten dicht besetzt waren, von oben her. umwar-- fcw. Auch die Juden verloren übrigens eine Menge Leute. Ganz besonders kämpften die Träger der Feldzeichen, um diese auf Leben und Tod. da sie deren Verlust für die ärgste Schandö hielten. Schließlich jedoch bemächtigten sich die Juden auch der Feldzeichen und hieben alles nieder, was heraufgestiegen war, sodaß die übrigen Römer, entsetzt über das Schicksal der umgekommenen, sich zurückzogen. Auf seiten der Römer fiel kein Mann, der nicht seine volle Pflicht und Schuldigkeit-getan hätte. Unter d-.'n Empörern zeichneten sich wieder dieselben durch Tapferkeit aus, die sich schon m den früheren Gefechten hervorgetan hatten, und außer ihnen noch Eleazar. der Neffe des Tyrannen Simon.

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