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Jüdische Korrespondenz · 1919-07-25 · 27 (25.7.1919) · page 4

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
27 (25.7.1919)
Date
1919-07-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite- 4 jüdische Korrespondenz. Nr. 27 gutheißen, weil wir sehen, wie viele Iudftn ihren^ Sabbattrotz der größten Opfer halten, denn, wo em Wille, ist auch ein Weg, und das Judentum' fordert ebesn große Opfer. Nun ist aber auch für diese Kreise., die den Einwand der Existenzfrage geltend wachen, die Sabbatstage in der Schweiz in ein anderes Licht gerückt und aktuell geworden. Die Einführung der 48stundenwoche wird jetzt zum' Abschluß kommen, ebenso ist jetzt schon der freie Hamstag-Nachmittag eingeführt. Diese Neueinsührung hat für uns Juden das Gute zur Folge, daß wir die 48stundenwoche so einteilen können, oaß man dabei die. Arides am Sabbat ausschalten kann und doch keine Einbuße an Arbeitszeit erleidet. Es muß jedem ernsten Juden zum Bewußtsein komjmen, wie wichtig der Sabbat für uns selbst und für die Heranbildung eines gesunden jüdischen Stammes ist und wird es daher jedem Juden ans Herz, gefegt, diesem Problem alle Aufmerksamkeit zu schenken. Die Heranwachsende Generation wird unsere 3'eüt segnen, die ihr das köstliche Gut, den Sabbat, wickrer gibt. A.. 3. Rom>. (Obiger Artikel, der Än „Israelitischen Wochein-- blatt für die Schweiz" erschienen ist, bezieht sich wohil in erster Linie auf die Verhältnisse im Westen — bis zu einem gewissen Grade treffen die AusführusnigeN auch auf die Zustände bex uns M. D. R.) Die palästiuakrage. Dem „Journal des Debats" wird belichtet: Fn Palästina ist eine amerikanische! Kommission einge^offen, welche best Austrag hat, die Lage daselbst.zu erkforschen. Man kennt nicht genau die! Machtbejugstisse» dieser Kommission und den Zweck, den sie verfolgt, es wird indessen versichert, daß sie direkt im Namen des Präsidenten Wilson handelt und man kann beobachten, daß sie eine' vollständig'e Enquete anstrebt, um die Wünsche der einheimischen Bevölkerung hinsichtlich der eventuellen Betzeichnung.einep Schutzmacht kenWn zu lewen. Auch wstd die Bevölkerung durch rivali^ sierMde Einflüsse' bearbeitet. Bisher hat Jaffa dm 'Schutz Großbritanniens verlangt, während Jerusalem! und Bethlchem die Vereinigung! mit Syrien heg.hren sollen. . ( . Das stanzöfische Blatt bemerkt dazu, was geschehen würde, wenn englische, französische und Italienische Kommissionen mit der gleichen Aufgabe hinkäMM. Eine solche Enquete kann doch ,nur widersprechende und wertlose Resultate' ergeben. Die Bevölkerung Palästi;- nas ist tatsächlich unfähigl, selbst zu wWen, welche ihre politischen Wünsche sind. Ein derartiges Vorgehen reizt nur die Hoffnungen, und- BegierdM und mW schließlich eine gefährliche Situation herbeiführen. Einfeste, in Paris getroffene Entscheidung würde den großen Vorteil haben, ohne- Widerspruch akzeptiert W werden. - jf. Der Unterstaatssekretär 5)armsworth hat im engjlischen Unterhause auf eine Anfrage erklärt, daß in Paris in Bezug auf die territorialen Fragen in Kleinasien noch keine Entscheidung getroffen wurde. Er wiss§ auch nicht, ob es.in der Absicht der FriedetzHkonferenz ist, Veranstaltungen für die direkte Befragung der Einwohner dieser Territorien zu treffen, im dessen werden es,, die von den, Türken im LauK.i des Krieges massenhaft vorge'nommenen Deportationen schm-jr machen^ eine Entstiele dieser Art, wenigstens im Laufe der nächsten Zeit, durchzuführeN. Aus diesen Nachrichten ist zu ersehen, daß die Entente sich über das Schicksal Palästinas noch nicht klar ist. Die traurige trage der Juden in der Slowakei. Neben Polen und Rumänien ist die Slowakei in den letzten Monaten fortgesetzt der Schauplatz arger Verfolgungen und Drangsalierungjen der Juden. Dielseiv Umstand ist umso mehr befremdend, als die Position und die Lage der Juden in diesem Lande früher verhältnismäßig günstig waren und daß es gerade die Jahres sei die Iudenftage endgültig gelöst. Er habe fein Möglichstes getan, um ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Juden und Rumänen herzustellen. Die von den Juden vorgebrachten Klagen über Ungerechtigkeiten gehörten der Vergangenheit an, für die Gegenwart versichere er. sich alle Mühe geben zu. wollen, damit voilkommne Gerechtigkeit herrsche. De Newyorker jüdische Zeitung ..Tag-Wahrheit" erhielt von ihrem Washingtoner Korrespondenten den Text des dem rumänischen Gesandten in Amerika von seiner Regierung zugegangenen Dekrets betreffend die Naiuralisierung der Juden in Rumänien. .. . . . Das vom 22. Mai l. 3. datierte, vom König Ferdinand und dem Ministerrat gezeichnete Dokument hat folgenden Inhalt: Alle jüdischen Einwohn"r. die in Rumänien geboren wurden oder deren Eltern jetzt in Rumänien wohnen (wenn auch die Kinder sich außerhalb Rumäniens aufhalten) erlangen kraft des Gesetzes in dem Momente das Bürgerrecht, wo sie die einfache Erklärung abgeben, daß sie dieses anstreben. Allen Juden ohne Ausnahme, die in der rumänifchen- Armee gedient haben, sowie ihren Kindern. Witwen und Angehörigen wird die rumänische Staatsbürgerschaft zuerkannt. Diejenigen Juden, die auf Grund des Dekrets vom Dezember 1918 die Erlangung der Staatsbürgerschaft angestrebt haben, jedoch wegen Mangel an Beweisen, daß sie in Rumänien egeboren wurden, abgewiesen worden sind, werden nunmehr ohne jegliche Formalität rumänische Staatsbürger. Das Gesetz vom Dezember 1918 wird daher außer Kraft gesetzt. Alle Juden erlangen ohne weiteres die Staatsbürgerschaft. Es wird von ihnen weder eine Erklärung in bezug auf ihre Religion noch irgend welche Erklärung bezüglich ihres Judentums, noch irgend welche Gebühr oder sonstige Leistung in der Form einer Steuer gefordert werden. Diese Verfügung gilt für alle Juden in ganz Rumänien die Moldau und Walachei inbegriffen. Wenn dies alles nur wahr sein sollte! — Cs liegen aber andere Meldungen vor, die die Lage der Juden in Rumänien in einem anderen Lichte darstellen: Eine. aus Rumänien eingetroffene, im jüdischen öffentlichen Lebeü stehende Persönlichkeit'macht über die gegenwärtige Lage der Juden in Rumänien, speziell im Zusammenhang mit dem Iudenpunkt im Friedensvertrag folgende Mitteilungen: Die gesamte rumänische Oeffentlichkeit, die großen politschen Parteien wie die Presse verhalten sich gegenüber dem sogenannten „Iudenpunkt" im Friedensvertrag ablehnend. Sogar die sogenannten liberalen Kreise sind für die entschiedene Zurückweisung jeder Kontrolle durch den Völkerbund hinsichtlich des Minoritätenschutzes. Bratianu will nach wie vor nichts davon hören. Trotz oder dank dieser intransigenten Haltung in der Frage des Minoritätenschutzes läßt sich in der letzten Zeit eine bedeutende Erleichterung in bezug auf die Erlangung des Bürgerrechtes seitens der Juden konstatieren. Bor kurzem erließ nämlich die Regierung ein Dekret, wonach die Erreichung der Staatsbürgerschaft für die Juden in Rumänien bloß von der Abgabe einer feierlichen Erklärung abhängt, daß der Bewerber in Rumänien geboren wurde und niemals fremdländischer Untertan war. In Bessarabien kann jeder Jude ohne Schwierigkeit die rumänische Staatsbürgerschaft erlangen. Was die wirtschaftliche Lag eder Juden Rumäniens anlangt, so muß sie als ungünstig bezeichnet werden. Speziell ist dies bei den besfarabifchen Juden der Fall, da dieses Land sich noch immer unter militärischer Verwaltung befindet, die der Volkswirtschaft große Beschränkungen auserlegt. Angesichts dieser Lage ist es auch erklärlich, daß unter den breiten Schichten der jüdischen Bevölkerung die Tendenz zur Emigration aus dem Lande überhand nimmt. Besonders stark ist das Verlangen nach Palästina, für welches Tausende jüdischer Familien sich bereits ourch Liquidierung ihrer Geschäfte' vorbereiten. Alles in allem: Die Iudenftage in Polen und das Iudenproblem in Rumänien karren noch immer ihrer Lösung.. Star.

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