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Jüdische Korrespondenz · 1919-07-11 · 25 (11.7.1919) · page 5

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
25 (11.7.1919)
Date
1919-07-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 26 jüdische Korrespondenz. ■Seite 5 diese Sprache, die iynen, den Assimilanten, schon lange ein Dorn im Auge und wirklich eines der Hindernisse der Assimilation ist, veranlaßt werden. Nun ist es aber reckst sonderbar, daß die „Wiener Morgenzeitung" die Nachricht über diese Machenschaften der Assimilanten unter der Ueberschrift „Die polnischen Protestrabbiner" bringt, so, als oo die orthodoxen Rabbiner Polens die Urheber wären. Demgegenüber muß betont werden, daß alle Rabbiner Polens — mit alleiniger Ausnahme der zionistischen, Dr. Posansky, Dr. Thon und Dr. Braude, die sich bei ihren Predigten der polnischen Sprache bedienen — immer jüdisch predigen und daß' sie seit jeher für die Erhaltung wie alles Jüdischen, so auch des Cheders, das bekanntlich die jüdische Unterrichtssprache hat, kämpfen. Die seltsame Artikelüberschcist des zionistischen Blattes lst offenbar Ausfluß der alten Gewohnheit, die Orthodoxie zu verdächtigen. Rundschau. (Die Kommission zum Studium der jüdischÄr Frage im öftqit vor der Abreise.) Aus Paris wird berichtet: Die unter Führung Morgenthaus mit dem Studium der jüdischen Frage in Galizien, Polen und Litauen beauftragte Kommission wird Anfang nächster Woche ihre Reise, die über Wien gehen soll, antretcn. (Entschädigung der Pogromopfex.) Aus Paris wird dem. Jüdischen Preßbureau in Stockholm telegraphiert: Das Komitee der jüdischen Delegationen in Paris überreichte der Friedenskonferenz ein Memorandum betreffs Schadenersatz an die von Pogromen heimgefuchte jüdische Bevölkerung. Im Memorandum werden die furchtbaren ökonomischen Verheerungen der Pogrome eingehend geschildert und die Ursache der Pogrome auseinanderaesetzt. Es wird namens der verschiedenen Organisationen, die 9 Millionen Juden vertreten, die Aufnahme von Bestimmungen in die Friedensverträge mit Polen, der Ukraine, Rumänien, Litauen, Rußland, Tschechoflowakien, Jugoslawien, Finnland, Griechenland, Bulgarien und anderen Ländern Ost- und Zeniraleuropas gefordert, daß die Juden für Pogrome, die seit dem > . August 1914 bis zur Unterzeichnung des Friedeusvertrages stattfanden oder später Vorkommen sollten, von den betreffenden Regierungen zu entschädigen sind. (iSiöchs Iüdinnm Mchä.-djelt Mb ins Wässer Ayworsm.) Eine aus Demblin in. Warschau eingerrofsene, aus dem Ortsrabbiner und einem Kultusvorsteher bestehende Abordnung überbrachte die furchtbare Nachricht über die Schändung und nächherige Ermordung von sechs jüdischen Mädchen und Frauen. Diese sechs Jüdinnen passierten zusammen vorigen Sonntag früh die Demblincr Brücke und begaben sich in das benachbarte Städtchen, um Einkäufe zu machen. Auf den: Rückwege wurden sie von Soldaten überfallen, geschändet und ins Wasser geworfen. Zwei Leichen, ein löjähriges Mädchen und eine Frau, wurden bereits aus dem Teich gezogen; von den übrigen vier, alle Töchter eines gewissen Rubiustein, fehlt vorläufig jede Spur. (Matzreglfm gVM „feindliches Ausländer in England.) Der ständige Ausschuß des englischer Unterhauses, der die Gesetzesvorlage über die den Ausländem aufzuerlegenden Beschränkungen behandelt, beschloß mit 14 gegen 12 Stimmen trotz des Widerstande» der Regierung eine neue Klausel, in der verfügt wird, daß jeder früher feindliche Ausländer, der sich jetzt im vereinigten Königreich aufhält, sofort deportiert werden soll, wenn er nicht innerhalb eines Monats nach Annahme der Vorlage vom Staatssekretär des Simerit die Erlaubnis zum weiteren Verbleib erhalte. (Ein Blutmärchepi.) .Drei griechische fronen. in Tchorlou bei Adrianopel, beschuldigken die kleine jüdische Gemeinde dieser Stadt, ihren kleinen fünfjährigen Bruder Gregori zwecks Benötigung zum Passahfest entführt und getötet zu haben. Ein angesehener Jude, namens Mercado und seine Frau Rebecca Behar Nissim wurden von einigen fanatischen griechischen Soldaten grausam gepeinigt und ins Gefängnis geworfen. Die griechische Bevölkerung bezeugte den Juden gegenüber eine drohende Haltung und übersiel einige jüdische Häuser. Während der Nacht wurde eine Deputation nach Adrianopel gesandt und dank der energischen Intervention des Oberrabbiners telegraphierten der Gouverneur Colonel Samson, das Haupt der englischen Mission, und der griechische Metropolit den Behörden von Tchorlou, das Leben der Juden zu schützen. Nach zweitägigem Suchen, während welcher Zeit sich unsere Glaubensbrüdssr in größtem Schrecken befanden, wurde der vermißte Knabe, der mit einigen Kameraden nach einem Nachbardorfe gegangen war, gesund und wohlbehalten aufgefunden. Die zwei angellagten Personen wurden natürlich in Freiheit gesetzt, aber unglücklicherweise verlor Frau Nissim infolge der ansgestandenen Tortur den Verstand. Eine englische Mission wurde nach Tchorlou gesandt um Erkundigungen einzuziehen und die schuldigen Personen zu verhören. (Fraum-Wahlrecht in Holland.) Aus Rotterdam wird berichtet: Das hiesige Oberrabbinat widersetzr sich entschieden dem von den Gemeindevertretern unternommenen Versuch, den Frauen passives Wahlrecht zum Kirchen ca» zu verleihen. Das Oberrabbinat befindet sich oubei durchaus in Uebereinstimmung mit sämtlichen anderen holländischen Rabbinaten. Die Kämpfe, die um das Problem innerhalb der Repräsentanten entstanden sind, haben dazu geführt, daß eines der tätigsten orthodoxen Mitglieder, S. Hausdorff, sich von der Mitarbeit im Kirchenrat zurückzrehen zu müssen erklärte. (Die iu Litauens Wie dem Zentralbureau der Agudas Jisroel aus Kowno gemeldet wird, sind außer zwei anderen jüdischen Persönlichkeiten die Herren Doktor Rechmilewitsch und Dr. Leo Deutschländ.er ins litauische Ministerium berufen worden, dieser sür jüdisches Schulwesen, jener für Handel. Die heibeu Herren sind in jüdischen Kreisen feit längerer Zeit als Vorkämpfer der Agudas Jisroel-Bewegung in Litauen bekannt. Dr. Teutschläiidec hat sich besonders um die Schaffung eines vorn Thorageist erfüllten Schulwesens iu Litauen verdient gemacht. (CEurmnheit.) Das Blatt „Romanina iUure" berichtet über eine Versammlung, die im Dorfe Recoviia, Bezirk Muscel, statifand unb aus der Konstantin ul Braüanu, ein Bruder des Ministerpräsidenten, das Wort ergriff. Aus seiner Rede führt die Zeitung folaende Aeußerung au:.,Hier finde ich mehr Seelenreinheit und weniger ge:nijchte Gesellschaft als in anderen Teilen des Landes. Was das Auge des Besuchers hier besonders erfteut, ist der Umstand, daß in dieser Gegend kein Jude zu sehen ist. (Donnerlider Beifall.) Sollte sich aber einer während der Besetzung des Landes hier eingeschlichen haben, so duldek nicht, das; er -hier Wurzel fasse. (Frenetischer Beifall.) (Briefmarken mit jüdischer Aufschrift.) Eme Brief merkenhandlung in Zürich stellt eine Serie Briefmarken der Stadt Lumboml (Polen) aus, die neben der polnischen, russischen und deutschen auch die jiddische Aufschrift „Stadtpost Lumbonrl" aufweisen. (CkemÄnceau übler die galizischtzsi Zujdm.) »Wer wagt es, zu sagen, daß Judenhände Arbeit fliehen? Sie haben zweifellos die seltsamsten Anlagen zum Handel und verstehen ihn -wie die Christen das Evangelium. Aber man findet in den Dörfern von Galizien jüdische Handwerker aller Professionen, weit von Lemberg widmet sich eine Kolonie jüdischer Karaiten ausschließlich dem Ackerbau. Durch ein sonderbares Verhängnis muß diese energische Rasse über beit ganzen Erdball zerstreut, stets bekämpft und doch unbesiegbar, in der christlichen Welt die beiden Gegensätze des Schicksals tzarstellen: das schrecklichste Elend und die rücksichtsloseste Goldmacht. Die Söhne Christi, die es selbst nicht

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