Mannheim
Compact Memory

Jüdische Korrespondenz · 1919-04-10 · 13-14 (10.4.1919) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
13-14 (10.4.1919)
Date
1919-04-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3495278-3495418-3495430--0889-3496741
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Jüdische Korrespondenz. Nr. 13/14 scheu Familien dauernd bewohnt wird, gehabten ist, jährlich 12.000 Franken zum Unterhalt des israelitischen Kultus beizusteuern. (Appell Gruscnbcrgs au die englische Regierung wegen der ukrainischen Pogrome.) Wie das „Stockholmer Preßbüro" meldet, hat der bekannte jüdische Führer R.-A. Grusenberg Lurch Vermittlung des britischen Attaches in Odessa einen Appell an die britische Regierung gerichtet, daß sie für die sofortige Einstellung der Judenpogrome in der Ukraine Sorge tragen möge. Grusenberg berichtete, daß die Judenpogrome in der Ukraine einen ungeheuren Charakter angenommen hätten, daß in Berditschew, Owrutsch, Ostrog, Elisabethgrad, Balta, Prokurow und Dutzenden anderer Städte viele Juden ermordet, Frauen vergewaltigt, Kinder verschleppt worden seien. Die Pogromwellc habe sich auch über die Kolonien ergossen und viele jüdische Bauern seien ermordet worden. Sofortige Hilfe sei notwendig. (Rothschilds Palästinawerk.) Wie aus Paris gemeldet wird, hat Baron Edmund Rothschild weitere SO Millionen Francs für Palästina versprochen. (Die Forderungen der jüdischen Notabel« Englands.) Dem Jüdischen Prenbureau in Stockholm wird aus London telegraphiert: Am 26. Februar überreichte eine Delegation des Joint Jcwisb Foreign Committee des Board of Deputies und der Anglo Jewish Association der Friedenskonferenz ein Memorandum über die Judenfrage in Osteuropa. Der Delegation gehörten an: Stewart Samuel, Baron Rothschilo, Claude Montefiore und Lucian Wolf. Das Memorandum fordert die Sicherstellung der jüdischen Bürgerrechte. Die Forderung nach nationaler Gleichberechtigung wird im Memorandum der jüdischen Notabcln Englands, wie;u erwarten war, ignoriert. Es wird bloß die volle religiöse Freiheit und der freie Zutritt zu Staatsämtern und allen Berufen für alle Einwohner ohne Unterschied der Raffe und der Religion gefordert. Die Personen oder die Gemeinden, die unter der Nichtbeobachtung dieser Bestimmungen leiden, sollen sich beschwerdesührend an die Exekutive des Völkerbundes wenden können. (Neuer Autizionistischer Vorstoß.) Das Jüdische Korrespondenzbureau im Haag meldet: Das Mitglied des amerikanischen Kongresses, Julius Kahn von Kalifornien, hat an Präsident Wilson ein Telegramm geschickt, in dem er namens 150 jüdischen Notablen gegen die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästtna protestiert. Die Protestanten schicken auch eine Delegation nach Paris. (Kriegsunterstützungsfonds.) AuS den letzten Berichten geht hervor, daß die in New Jork für den ,üdischen Kricgsunterstützungsfonds ausgeschriebene Spende von fünf Millionen Dollar überzeichnet werden wird. Den größten Einzelbettag steuerte Mr. Nathan Strauß in Höhe von 200.000 Dollar bei. Mr. Jacob H. Schiff und Mr. Felix M- Marburg gaben je 100.000 Dollar. Viele der ganz bedeutenden Beträge kamen von nichtjüdischen Häusern und Persönlichkeiten. (Der letzte Brief eines Selbstmörders.) In einem Wiener Hotel der Leopoldstadt hat sich am 15. März ein junger Mann, deffen Persönlichkeit unbekannt ist, vergiftet. Er hat einen Äbjchicdsbrief zurückgelaffen, der folgenden Inhalt hat: „Liebe Wiener Polizei! Selbstmord! Und macht mich nicht wieder lebendig! Um meiner Familie die „Ehre" zu ersparen, laßt die Jndentität in Ruhe! Schönen Gruß aus dem Jenseits. Jud aus Galizien." (Ein Rabbineramt für Palästina.) Dem „Kopenhagener Zionistischen Bureau" zufolge ist es dem Jerusalemer Waad Hair gelungen, ein für das ganze Land autoritatives Rabbineramt zu gründen. Die aschkenasischen Rabbiner und die sephardischen Chachamim beraten bereits zusammen über verschiedene religiöse Einrichtungen. Große hebräische Druckerei in Ierusalem. Die englischen und amerikanischen Zeitungen haben mehr als einmal auf die Bedeutung einer großen hebräischen Druckerei in Jerusalem hingewiesen. Zu diesem Zwecke sind in Amerika und England verschiedene Vereinigungen gegründet worden. Nach Wiedergeburt der nationalen Bewegung in Rußland entstand auch dort der Gedanke der Gründung einer solchen Druckerei. Rußland war seit Jahrhunderten das Zentrum des hebräischen Druck- und Buchwesens. Die großen hebräischen Druckereien in Rußland sind während der Kriegszeit vernichtet worden und der Büchervorrat ist erschöpft. Die Juden Rußlands empfanden diesen Mangel und ihre erste Tat war es, als die Lichtstrahlen der Freiheit in Rußland aufblitzten, zum Wiedererstehen des hebräischen Buches und der hebräischen Druckerei das Ihrige beizutragen. Aber nicht auf fremdem Boden, sondern in Jerusalem soll solch eine große Druckerei entstehen. Zu diesem Zweck ist in Rußland auf kaufmännischer Grundlage ein Verein gegründet worden mit dem Anfangskapital von 3 Millionen Franken. Herr S. Salzmann ist von diesem Verein nach Palästina gesandt worden, um die Basis zu einem großen und breiten Arbeitsfelde dort vorzubereiten. Die große hebräische Druckerei, die in Jerusalem gegründet werden wird, wird zumindest tausend Arbeiter beschäftigen, denn es wird dort in verschiedenen Abteilungen alles, was mit dem Druckwesen zusammenhängt, in Betracht kommen. Gedruckt wird jedes hebräische Buch werden, vom Anfängerbuch bis zum philosophischen Werk, -vom Sidur bis zum Talmud. Die Druckerei wird als Muster dienen, sowohl an äußerer Ausstattung, wie auch an innerem Gehalt. Der Verein will das hebräische Buch zu einer solchen Stufe der Vollkommenheit erheben, daß, wer immer irgend ein Buch verlangt, .er nach „Published in Jerusalem" suchen wird. Zu diesem Zweck wird der Verein moderne und große Maschinen vom Auslande bestellen. Es darf kein Hindernis für Leistung künstlerischer Arbeit geben. Der Verein beabsichtigt, sein Arbeitsfeld zu erweitern und in den größeren Städten Europas und Amerikas Filialen zum Bücherverkauf zu eröffnen. In Jerusalem wird sich jedoch, alles zentralisieren. Bedeutende literarische Kräfte, wie Bialik, Rawnicki, Darwinow, Glücksohn, haben ihre Mitarbeit versprochen und wollen bei nächster Gelegenheit sich nach Palästina einschiffen. tt 1. April begann ein neues Vierteljahr. Wir ersuchen all diejenigen, deren Abonnement zu Hude ist, dasselbe umgehend erneuern zu wollen. Kbenfo belieben diejenigen, die mit der Pränumeration im 'Rückstände sind, dieselbe umgehend zu begleichen, damit in der Zusendung des Akaltes keine Unterbrechung cinträte. An unsere Leser in Westgalizien. Za der Uostverkehr mit Westgalizien nunmehr wieder geöffnet ist, lassen wir den dortigen Lesern das Ulatt weiter zngehen. Aas Abonnement ist per Adresse: „Ludowa Kafa zaticzkowa" für „Jüdische Korrespondenz", Krakow, Gertrud« 9, zu senden und die Administration mittels Uostkarte z« verständige«. Neue Bücher. „Jüdische Bauern." Geschichten aus dem neuen Palästina. Von S.Zemach. R. Löwit, Verlag Wien-Berlin. 1219. Preis K 6 —. — Das intereffante Bpch führt uns hinein in das Leben der jüdischen Bauern in Palästina, es zeigt uns die Gefahren, mit denen unsere Pioniere in den neuen Kolonien zu kämpfen haben, es weiht uns ein in die bäuerliche Tüchtigkeit der Männer, die ihrem Drange oder eiserner Notwendigkeit gefolgt sind, um im Lande der Väter zum Berufe ihrer Väter zurückzukehren, es belehrt uns auch darüber, daß die Befürchtung, die man so oft aussprechen hört, daß sich die jüdische Frau nicht zur Landwirtschaft, besonders zur Klein-Land Wirtschaft, wie Geflügelzucht, Gartenbau usw. eigne, unberechtigt ist. „Der politische Zusammenbruch und die Anschlußfraae." Von Dr. Alexander Freiherr v. Spitzmüller, Ma. D. Wien, Manz-Verlag, 1919. — Der geweseire Minister benützt die Gelegenheit, um sein eigenes Verhalten im Kriege klarzustellen. Er erklärt, prinzipiell immer gegen den 8 14 gewesen zu sein und tritt speziell scharf gegen Dr. v. Seidler auf; auch gegen Graf Czernins Politik erhebt er Vorwürfe. Er ist der Ansicht. Oesterreich-Ungarn sei das Opfer des Schlagwortes „Selbstbestimmung" geworden und den Todesstoß habe es. von Ungarn empfangen, und zwar durch deffen separatistische Tendenzen. Ueber das Thema Anschlußfrage äußert sich Spitzmüller sehr vorsichtig. Das Buch bietet einen intereffanten Beitrag zur Geschichte des Zusammenbruches. „Zur Lösung des Palästina-Problems." Vorschläge für die Friedenskonferenz und den Völkerbund. Von Dr. Alfted Nussig. R. Löwit-Verlag, Wien, 1919, Preis K 1-65. — Der Verfasser, einer der besten Kenner der Palästinafrage, unterbreitet in seiner Broschüre eine Reihe beherzigenswerter Vorschläge, die ob ihrer Sachlichkeit und Durchführbarkeit große Beachtung verdienen. „Ostjüdische Volkslieder." Ausgewählt, übertragen und mit Anmerkungen versehen von Alexander Eliasberg. München, Verlag Georg Müller, 1918. — Eliasberg, der uns bereits so manchen Beitrag zur Kenntnis der Ostjuden und ihrer Literatur geliefert hat, bringt auch diesmal eine intereffante Arbeit auf diesem Gebiete. Es ist eine gediegene Auswahl religiöser und profaner Lieder, die nicht bloß von großem folkloristischem Werte sind, sondern die auch das Seelenleben des Ostjuden widerspiegeln. „Der FriedeuSverbaud der Staaten." Von Heinrich Lammasch. „Der Neue Geist"-Verlag, Leipzig. Preis Mk. 1-20. — Der bekannte Politiker,' der noch beim gegenwärtigen Friedensschluß eine Rolle spielen dürste, behandelt in dieser Broschüre das heute so aktuelle Thema in bewährter Sachkenntnis. „Jüdische Jngendblätter." Seit 1. März erscheint tn Wien, herausgegeben von dem Zentralverband der Jüdischen Jugendgruppe und redigiert von Herrn Heinrich Margulies, eine neue Jugendzeitschrift, „Jüdische Jugendblätter". — Die vorliegenden beiden ersten Nummeril enthalten Beiträge von Oberrabbiner Dr. Chajes, Professor Freund, Heinrich Margulies, Adolf Böhm, Robert Weiß u. a. Besonders angenehm berührt es, daß endlich ernsthaft damit begonnen wird, die Jugend konkret und faßlich mit den Inhalten des Judentums vertraut zu machen. Zu den geistigen Fragen, nimmt die Zeitschrift kntisch Stellung, ohne sich selbst auf eine bestimmte Richtung festzustellen. - il.. Große Schiffgasse 8. Gebetstunden ■n der Zeit vom II. bis 25. Nissan 5679 C< I- bis 25. April 1919). Freitag, 11. Nissan: Sabbateingang 6 25. Samstag: Morgengebet 645 und 9, Dräsche 10-30, Minc’na 12-15 und 4. Sabbatausgang: 7-10. Sonntag, 13. Nissan: Morgengebet 6 30, Mincha 615, “Da D~i;.' Morgengebet 6. Festtagssingang 6 30. Dl**. Morgengebet 615 und 9, Mincba 1215 und 4. Festtagsausgang 7-15. , An Chol-ha-moed: Morgengebet 615, Mincha 6 30. Sabbateingang am Freitag, den 18. Nissan: 635. Sabbatausgang am Samstag, den 19. Nissan: 7-20. Festlagseingang am 20. Nissan: 6 40. Dienstag, 22. Nissan: Dräsche 10-30. Festtagsausgang 7-20. An Wochentagen: Morgengebet 615, Mincha 630. Freitag, 25. Nissan: Sabbateingang 645. Anmeldungen von Eheaufgeboten, Trau> ungen und Barmizwah werden während der Kanzleistunden, 9—12 und 3—6 Uhr, entgegengenommen. OSTERWEiNE auch für Mehadrin-min ha-mehadrin en gros und en detail bei Bernhard Brunnwasser Spezerei- und Delikatessengeschäft Wien, SI., Untere Augarfenstr.9 BRENNHOLZ : hart und weich : geschnitten und gebucht wird fuhrenwBisß uerhauft und zugestollt 3p. Anträge an: (5_6) E. Zopperitsch. Wien, XVII., Kainzgasse 5, 11/17. PESSaCH-HEINE VORZÜGLICHE UNGARISCHE ROT-und REISMINE z= “D2“;n —- offeriert „WIENER“, M» II., Obere Donaustraße Nr. 91 ^^.//3+/:C

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.