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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 437

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 437)
Language
German
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412 Nach Bekmann wurde das ״schöne* Haus mit drei Stockwerken massiv gebaut. Aus dem früheren Sprachgebrauch in den heutigen übertragen, heißt das: mit Erdgeschoß und zwei Stockwerken. Im Erdgeschoß waren die natürlich nach hinten ansgebaute ״Wohnung des Rabbiners“ (Rabbi Herz: VIII) und die beiden Torwege, im ersten und zweiten Stockwerk Wohnungen und eine Schule d. h. Lehrzimmer für die Bachurim. Der Betsaal im ersten Stockwerk wird nicht erwähnt, ebensowenig das Seitengebäude etc. Eine zweite Beschreibung des Neubaus 1744 liegt aus d. J. 1810 vor. Der heutige Zustand ist ein Neubau d. J. 1884. Da zwischen 1744 und 1834 keine äußere Veränderung eintrat, gibt die Schilderung d. J. 1810 den Zustand von 1744 wieder. Am 30. Juli 1810 wurden die vorhandenen Baulichkeiten zum Feuerkataster taxiert (Akten der Städtischen Feuersozietät im Stadthaus, daraus Auszug am 1. VIII. 1810 im Neuen Hypb. vol. X Nr. 472): ״Das Vorderhaus ... ist en Fronte 50 Fuß 8 Zoll lang, 39 Fuß 5 Zoll tief, 3 Etagen hoch [d. h. Erdgeschoß und 2 Stockwerke] massiv, worin 1 Saal, 8 Stuben, 3 Entree, 3 Küchen, 3 Flubr, 2 Durchfahrten, vor dem Hause ein massiver Kellerhals, auf dem Hofe ist ein Brunnen... 7200 Rtl; rechter Hand auf dem kleinen Hof am Vorderhauseist ein Seitengebäude 12 Fuß 6 Zoll lang, IO1״/* Fuß tief, 2 Stock hoch [Erdgeschoß und 1 Stockwerk] von Holz mit Mauer, daran ist linker Hand ein Anhang lö1^ Fuß lang, 12 ־ Fuß 6 ׳Zoll tief, 2 Stock hoch von Holz und Mauer, und daran ist in der Quere nach ein Anhang 20 Fuß 9 Zoll lang, 10 Fuß tief, 2 Stock hoch, daran ist eine Gallerie, 1 Stube, 1 Küche, 1 Kammer, 1 Fluhr und eine Remise.. 1 1200 Rtl.“ Da der bauliche Zustand schadhaft war, wurde das Haus 1834 abgerissen und neu auf gebaut, so wie wir es heute vor uns sehen. Die beiden ״Anhänge* schwanden, auch der rechte Seitenflügel wurde massiv mit zwei Stockwerken versehen, vorn die eine Durchfahrt zugebaut und die links übrig gebliebene erweitert. Das Vorderhaus wurde in der Front um zwei Meter nach rechts verlängert, 561/* Fuß lang, an der Seite 87 Fuß tief, der Seitenflügel 21 Fuß lang und 18 Fuß tief. Die Zahl der Räume erfuhr hierdurch eine Vermehrung und Vergrößerung, insbesondere wurde der Betsaal. verbreitert und vertieft, das Lehrzimmer in. dem. darüber gelegenen Raum des zweiten Stockwerks verlegt. — Über die Besitzverhältnisse wußten damals weder die Ältesten noch die Gabbaim Bescheid. Der Gemeindejurist Dr. Rubo schrieb 1828: ״Das Verhältnis des Hauses Heidereutergasse Nr. 4 ist mir ganz unbekannt*. Etwas mehr wußtäi die Ältesten, als unsere Nrr. VI—VIII und X von dem ״Beglaubten* der Gemeinde 1829 ins Deutsche übersetzt wurden. Doch nahnvman sich nicht die Mühe, durch sorgfältige Quellenprüfung der Sache auf den Grund zu gehen. Unbedenklich betrachteten sich die Ältesten als Besitzer d< s Hauses, benutzten das Ergeschoß des Vorderhauses und des Seitenflügels für die ״Synagogenbedienten“, als Requisitenraum, Mehlstube etc. und überließen die Stockwerke dem Bhm., das aus Spenden und Stiftungen der Gemeindemitglieder entstanden war. Man konnte dies um so eher tun, als die Gabbaim des Bhm. selber des Glaubens waren, daß das Haus ein ״gemeinschaftliches Besitztum* sei und nicht nur die beiden ״Portale“, sondern auch; die erste Etage d. h. das Erdgeschoß der Gemeinde gehörten (Bericht der Gabbaim an

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