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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 407

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 407)
Language
German
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382 die Jeschiwa um ihn herumstand, immer wieder gesagt hat: ״... und ich würde Euch trotzdem alle noch heute abend im Stich lassen י wüßte ich, daß drüben in Amerika ein Mann sitzt, von dem ich etwas lernen kann . . .“. Unbedingtheit, Ungebundensein des Tuns, blindes Zutrauen in die Verheißung, jenes Gott vertrauen wie Rabbi Josel es betätigt hat, wenn er in die Einsamkeit ging, ohne für Nahrung zu sorgen, — das ist Nawardok. Aus dieser These des unbedingten Tuns aber wäre natürlich schon am ersten Tag für das Jeschiwaganze Zersplitterung gefolgt, wenn Rabbi Josel da nicht mit ״Organisation“ vorgebaut hätte. Menschen, die, wenn sie heute eine Aufgabe sehen, sich ihr sofort und ganz mit ihren letzten Kräften verkaufen, hätten natürlich schnell den Rahmen der Jeschiwa verlassen müssen; und nur mV* einem ausgebauten Plan konnte ein Rest losen Zusammenhangs zwischen lauter sich ständig übersteigernden Intellekten geschaffen werden. Grundlage von Rabbi Josels ״Organisation“ kann nicht mehr die Jeschiwa selbst sein, — das ist hier eine allzu heterogene und auseinanderstrebende Gemeinschaft. Der Kreis muß eingegrenzter, individueller sein. In Nawardok ist die Jeschiwa so in kleine Vereinigungen zerfallen. Zwei, drei ihrer überspitzten Mensehen können sich zusammenfinden, nicht mehr. Über diese engen ״Agudoth“, die ״Kreischen“, zu ihrer Ein- Ordnung in das Gesamt der Jeschiwoth und zur Verhütung auch noch ihres Zerfalls, bestimmt Rabbi Josel: 1. Zweimal im Jahr findet ein Versammlung statt, zu der jeder der kleinen Kreise der Jeschiwa einen Vertreter schickt. Hier wird beraten, was in Zukunft zum Besten des Ganzen der Jeschiwa und der einzelnen Schüler zu geschehen hat. 2. In den Jeschiwoth haben alle gegen Abend nach dem Gebet anwesend zu sein und voreinander darüber zu sprechen, wie sie den Tag verbracht haben. 3. Die Kreise sind verpflichtet, darauf zu sehen, daß sie nicht nur für sich selbst, sondern für das Ganze der Jeschiwa leben. Eines der Hauptthemen in ihren täglichen Zusammenkünften hat zu sein: wie läßt sich die Arbeit jedes einzelnen an sich selbst nutzbringend für die ganze Jeschiwa machen.

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