Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 400)
- Language
- German
- Belongs to
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m noch als litr die anderen der Verpflichtung zum objektiven Bericht im vornhinein entziehen. Selbst wer auch die anderen Systeme am eigenen Leib erfahren hat und über sie mehr oder weniger sachlich berichtet, wird, wo er an sein Erlebnis Nawardok kommt, absolut subjektiv. Er kann an Unumstrittenem, rein Historischem, nur ganz wenig überliefern, nur was wir vom Leben des Vaters der Nawardoker und vom rein äußerlichen Wachstum dieser Bewegung wissen. Es ist dies: Ein Kaufmann aus Samogetien begegnet auf einer Geschäftsreise ßabbi Israel aus Kowno, hört ihn in der Mussarklans sprechen und schreibt an Frau und Kinder nach Haus, er werde nicht wieder zu ihnen zurückkommen, er bleibe bei Babbi Israel. Er lernt ein paar Tage Mussar und erkennt, daß mit der Absage ans Geschäft, ans Haus, noch nicht genug getan ist, daß nur ganze Hinwendung zu sich selbst helfen kann. Er entflieht noch der Gemeinschaft der Mussarklans und geht in eine einsame Hütte bei Slobodka; kein Mensch kommt an ihn heran, damit kein Menschliches an ihn herankomme. Diese erste, drei Monate lang währende Abwendung vom Gewesenen, vom Kaufmännischen, ist die radikalste. Babbi Josel Hurwitz hat später noch häufig ähnliche Gänge in die Einsamkeit getan. Aber das erste Mal wendet er sich von aDer Geschäftigkeit, allem Sorgen fürs Morgen, so entschieden fort, daß er sich auch keine Nahrung an sein Haus bringen läßt. Gott wird schon geben, was man braucht. Man muß lernen, auf ihn vertrauen, man muß lernen, nicht daran zu zweifeln, daß er der Menschen Leben will. Und von da ab schreibt er, wo er seinen Namen unter irgend einen Brief setzt, dahinter: נ״ב. Das soll heißen: Baal Bitachon, — Mann des Gottvertrauens; es soll quasi das Zweiflerische aller Anfrage und aller Vorsorge des Briefes im vomhinein aufheben. Drei Monate sitzt er bei Slobodka und lernt: nicht sorgen. Lernt Mussar, redet mit keinem Menschen, hungert, verwildert, — in Kowno nennen sie ihn seit damals den ״Verrückten“. (Es ist das die Zeit des beginnenden Mussarstreites und er, Babbi Jose! der Einsame, ein starkes Argument der Gegner der Bewegung.)