Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 382)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3486266-3486297--8833-3495213- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wirklichen Din angepaßt. Nur, daß er sich sehr kurz faßt und seine Quellen nicht angibt, wie das eben der Früheren Art ist. Trotzdem aber habe ich mich auf ihn allein nnr dort verlassen, wo man aus seinen Worten oder denen anderer Mussarbücher irgendeine Erleichterung heraushören kann; wo aber zu erschweren war, habe ich mir immer außer ihm noch andere Beweisquellen herangeholt. Ich weiß, es könnte sein, daß sich Menschen finden, die sieh an die Bösrede gewöhnt haben und an mein Buch herangehen, sich irgendeine Gesetzeserleichterung heraussuchen, und ohne auf die Details zu achten, so Dinge für erlaubt halten, wie sie mir nie eingefallen wären. Und ihr Gewissen wird sie dabei nicht quälen, denn sie werden sich auf dies Buch hier stützen. Trotzdem habe ich mir gesagt: Ich will das Gute den Guten nicht vorenthalten, nur weil es auch Schlechte gibt. .. .“ Dazu noch ein beliebiges Stück, das von der Badiner Us* terweisungsmethode selbst vagen Begriff geben kann: ״ . .. Sehr oft auch kommen die Verleumder, dadurch, daß sie auf einer Sache beharren, dazu, ihre Mitmenschen zu beschämen und eine Fülle von Verboten zu übertreten. So zum Beispiel, wenn Rüben dem Schimon erzählt: Levy hat das und das über dich gesagt, (wobei Rüben sofort das Verbot von ״Du sollst nicht Bösrede herumtragen“ Übertritt) und Schimon glaubt an das, was er hört (und Übertritt das Verbot: ״Kimm kein falsches Gerücht auf44) und trifft später den Levy und fängt an, weil er das und das über ihn gesagt hat, ihn zu beschimpfen (und Übertritt damit das Verbot: ״Ihr sollt nicht widerstreiten“). Wie darauf Levy sieh wundert: weshalb beleidigst du mich?, — erzählt ihm Schimon, was er von Rüben gehört hat (und Übertritt damit: ״Du sollst nicht Verleumdung herumtragen,a) und Levy verteidigt sieh: Rüben habe gelogen. Später dann trifft Schimon den Buben und sagt ihm; Du hast mir eine Unwahrheit erzählt, ich habe Levy zur Rede gestellt und ihn sogar für nichts und wieder nichts beleidigt. Und Buben antwortet: Komm* mit mir, dann will ich meinen Bericht, so wie ich ihn dir gab, vor Levy wiederholen. Und sie gehen zusammen und treffen Levy, und Buben sagt zu dem: Du hast das und das über Schimon gesagt (und Übertritt dabei wieder das Verbot der Zuträgerei), und Levy wird rot (so-