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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 381

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 381)
Language
German
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356 tet ist, wird der Ton der Anrede natürlich sehr einfach und Volkstümlich. Beinahe, als ob der Mussar hier sagen wollte: das Ganze ist des vielen Aufhebens ja garnicht wert. Was wir für den Mussar werbenden Menschen tun, ist einfache Arbeit. Arbeit der Hände mehr als Arbeit des Kopfes. In der Vorrede zum Chofez Chajim stehen ein paar Sätze, die diese Auffassung Radius von sich selbst erschöpfend bezeichnen. Da heißt es: ״.. . deshalb habe ich mich mit der Hilfe Dessen, Der dem Menschen Verstand schenkt, stark gemacht und alle Vorschriften über die Bösrede und die Verleumdung in ein Buch eingesammelt und sie zusammengetragen von allen Orten her, wo sie im Talmud und in den Dezisoren, im Rambam, im Smag und im Schaarej- Tschuwa verstreut sind. Und es wisse mein Bruder Leser, daß auch die Selbstverständlichkeiten, die er hier findet, mit ihren Quellen belegt sind, damit klar werde, daß dies Buch nicht etwa für die Hyperfrommen geschrieben ist, sondern nur enthält, was im Din steht. Und ich bitte den Leser: wenn er irgend etwas findet, das ihm auf den ersten Blick nicht wie ein Din scheint, sondern wie eine freierfundene Erschwerung, oder wenn er findet, daß irgendetwas zu ausführlich dargestellt ist und etwas anderes zu kurz, — dann möge er das nicht voreilig für einen Fehler halten und erst in den Anmerkungen zum Buch, in den Fußnoten und allen Einzel-Regeln der betreffenden Vorschrift nachlesen; denn wenn ihm auch nur eine Bestimmung des Gesetzes fehlt, wird er die ganze übrige Abhandlung nicht verstehen können. In Wahrheit nämlich habe ich mich viel um jeden einzelnen Paragraphen gemüht und das zusammen mit Gefährten, Großen der Tora. Auch habe ich gesucht und wieder gesucht, daß nicht ein Widerspruch zu unseren Worten sich irgendwo im Talmud finde. Und sehr häufig habe ich an einer Sache viele Tage gearbeitet, bis ich mit Gottes Hilfe den Din klarstellen konnte. Auch wundere sich der Leser nicht darüber, daß, während dies ganze Buch auf die Halacha gegründet ist, ich doch an einzelnen Stellen den ״Schaarej-Tschuwa“ zum Beweis heranziehe, der ja ein Mussarbuch ist. Denn in Wahrheit war der ״Schaarej- Tschuwa“ sehr vorsichtig mit seinen Worten und hat sie alle dem

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